Gotham City Impostors PDF Drucken E-Mail
Games - Xbox 360
Mittwoch, den 09. Mai 2012 um 17:47 Uhr

Wer wird denn da den Superhelden spielen?

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Review | Kritik | Bewertung
Gotham City Impostors (2012)

logo-gameworldBewertung: 3 von 6
Hersteller: Warner Bros.
www.gothamcityimpostors.com

Gotham City Impostors – ein weiteres Batman Spiel? Klasse! Konnten doch die Spiele Arkham Asylum und Arkham City mehr als nur für Furore sorgen. Während die Abenteuer rund um Milliardär Bruce Wayne einen ausserordentlich guten Ruf haben, muss Gotham City Impostors jedoch anders betrachtet werden. Bei dem Ableger für die Xbox Live Arcade und das Playstation Network handelt es sich nämlich – Batman untypisch – um einen reinen Multiplayer-Shooter. Kann das funktionieren? Ohne Gefahr, des Wahnsinns bezichtigt zu werden, lässt sich behaupten, dass der Shooter-Markt mit Modern Warfare, Battlefield und Halo gut bestückt ist. Man kann diesen Vertretern des Genres sicherlich so manches vorwerfen, am Ende des Tages sind es aber allesamt sehr gute Action-Spiele.


Da haut Monolith Productions jetzt allerdings dazwischen und schmeißt Gotham City Impostors in den Ring. Die sehr gemeine und wenig liebreizende Frage liegt auf der Hand: Braucht es das denn? Die Idee, in das Universum der DC-Helden einen Shooter zu platzieren, ist spannend. Sind doch die Helden rund um Batman und die Areale in Gotham City prädestiniert für zünftige Schießereien. Auf die zweifellos coolen Charaktere der Comics wird jedoch verzichtet. Vielmehr schlüpfen die Spieler in Gotham City Impostors in die Rolle von „normalen“ Protagonisten, die sich in Kostüme von Batman, Joker und Co. zwängen. Normal steht deswegen in Anführungszeichen, da bei diesem Spiel grundsätzlich alles dem Humor untergeordnet ist. So haben die Spielfiguren herrlich übertriebene Körpermaße, was dazu führt, dass die einfallsreichen Klamotten zu kurz, zu eng, einfach komisch aussehen. Damit kann das Spiel durchaus punkten. Es muss schließlich nicht immer so ernst zugehen, wie in einem Modern Warfare. So haben die Charaktere originelle Sprüche auf Lager, wenn sie einen Kontrahenten um die Ecke bringen.

game-gothamcityimpostersAllgemein ist die Inszenierung des Titels gelungen. Etwa werden die drei besten Spieler am Ende eines Matches vorgeführt, als stünden sie bei der Polizei als Verdächtigte an der Wand. Auch nett sind Maskottchen, die einem folgen und ebenfalls gesalzene Sprüche vom Stapel lassen. Ähnlich wie bei der oben genannten Konkurrenz, setzt auch Gotham City Impostors auf ein Level-System. Für gelungene Aktionen gibt es Erfahrungspunkte, die einen nach und nach im Level aufsteigen lassen. Dies führt wiederum dazu, dass neue Gegenstände und Späße wie die Maskottchen, freigeschaltet werden. Diese spielen nämlich eine große Rolle. So werden die Schießereien durch allerhand Items beschleunigt. Mit Rollschuhen können auf den Karten verteilte Sprungschanzen benutzt werden, eine Art Enterhaken bringt Euch in Null Komma nichts in eine bessere Scharfschützen-Position und ein Umhang bringt Euch mittels Luftschub in ungeahnte Höhen. Das ganze artet stellenweise etwas im Chaos aus, lockert die Auseinandersetzungen aber auf. Ein Wermutstropfen ist die Tatsache, dass Items, Waffen, Kostüme und auch Erfahrungspunkte gegen Geld erworben werden können. Diese Dinge können zwar auch alle freigespielt werden, angesichts der Tatsache, dass der Titel aber ohnehin nicht günstig ist und der Umfang alles andere als befriedigend ist, bleibt hier allerdings schon ein fader Beigeschmack.

Leider ist der größte Kritikpunkt an Monolith´s Shooter ein nicht unwesentlicher. Der Umfang des Spiels lässt gerade im Hinblick auf die 1200 Punkte, die für den Titel verlangt werden, zu wünschen übrig. Die fünf Karten und die zwei Spielmodi, die zusätzlich zum gängigen Team-Deathmatch angeboten werden, sind natürlich zu wenig. Dabei bietet Gotham City Impostors die Genre-Standards, neben dem sich selbsterklärenden Team-Deathmatch, wartet eine Art Capture the Flag und eine Einnehmen-und-Halten-Variante auf den Spieler. Einen weiteren Minuspunkt stellt das Matchmaking dar. Zwar geht es meistens recht schnell, bis ein Spiel zustande kommt. Wobei es auch hier häufiger zu Ausnahmen gekommen ist, bei denen eine längere Wartezeit nötig war. Aber die Verteilung der Spielerschaft ist ungenügend. Nicht selten habe ich mich mit Spielern gemessen, deren Level meinem um etwa 100 Stufen überlegen war. Vermutlich gibt die Kapazität einer eher kleinen Community wie bei Gotham City Impostors es einfach nicht ausreichend her, die Spieler angemessen zu verteilen. So ist aber natürlich das Resultat, dass einige Spieler das Match verlassen beziehungsweise die Auseinandersetzungen zu einseitig ablaufen.



redakteur-christoph

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Christoph Märkl ist der Meinung...
Die ganze Batman Thematik ist an mir selbstverständlich nicht spurlos vorbeigezogen. Eine große Beziehung habe ich zu den amerikanischen Comics jedoch nicht. Es wurde sich gegen die nicht wegzudiskutierende Coolness der Charaktere entschieden und stattdessen auf eine große Portion Humor gesetzt. Und dieser kommt an und wirkt gerade im bierernsten Shooter-Alltag erfrischend. Rein handwerklich ist dem Titel nichts vorzuwerfen. Die Auseinandersetzungen spielen sich flüssig, die Items fügen sich wunderbar in den Shooter-Ablauf ein. Am Ende ist die Frage, ob man Gotham City Impostors wirklich braucht, nicht einfach zu erklären. Die Inszenierung ist wirklich originell und gefiel sogar mir als Nicht-Batman-Fan. Als solcher ziehe ich aber natürlich auch Vergleiche mit den großen Titeln des Genres und da ist schließlich zu erwähnen, dass Gotham City Impostors nichts anders macht als die Konkurrenz und um sich ernsthaft abzuheben, letztendlich einfach zu wenig präsentiert.

 
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