Gravenhurst - The Ghost In Daylight PDF Drucken E-Mail
Music - Pop - World
Dienstag, den 15. Mai 2012 um 13:29 Uhr

Traurige, düstere Musik von Nick Talbot.

cd-gravenhurst

Review | Kritik | Bewertung
Gravenhurst  - The Ghost In Daylight (2012)

GravenhurstBewertung: 4 von 6
Label: Warp (Rough Trade)
www.gravenhurstmusic.com

Gute-Laune-Musik war noch nie die Stärke von Gravenhurst. The Ghost In Daylight ist seit 5 Jahren das erste Album, das die Briten nach The Western Lands auf den Markt gebracht haben. Und die erste Frage die ich mir stelle ist, was wohl mit einem Geist passiert, der mit Tageslicht in Berührung kommt. Die Vorstellung ist etwas surreal und irgendwie habe ich Angst, der Geist könnte sich in Luft auflösen oder zerfallen. Egal, wichtig ist natürlich was Nick Talbot mit seinen Bandkollegen Alex Wilkins und Robin Allende aufgenommen hat. Die ersten Klänge von Circadian lassen einen schon erahnen, was sich auf dem gesamten Album fortsetzt.


Zarte, melancholische Musik, die teilweise so sanft eingespielt ist, als hätte man versucht sie in Watte zu packen. Das mag sich etwas seltsam anhören, aber die Tracks von Gravenhurst klingen nicht einfach nur schwermütig, sondern gleichzeitig so, als würde Talbot im Zimmer nebenan spielen. Um auf die Geistermetapher zurück zu kommen, die Musik klingt, als wäre sie von Geisterhand eingespielt und muss nun vorsichtig von der Nacht in den Tag hinein getragen werden. Gravenhurst ist im klassischen Sinn eigentlich keine „richtige“ Band, sondern vielmehr ein Ein-Mann-Projekt von Nick Talbot, der Interpret, Lyriker und Poet zugleich ist. Man kann ihn aber durchaus auch als Multi-Instrumentalist und Nerd bezeichnen.

act-gravenhurstEines ist ganz klar, der junge Mann aus Bristol ist ziemlich ungewöhnlich und begabt. The Ghost In Daylight ist keine Platte für zwischendurch. Auch für Partys ist diese Musik gänzlich ungeeignet. Am ehesten hört man sich diese CD wohl an, wenn man selbst gerade etwas melancholisch ist oder wenn man für sich alleine sein möchte. Die Songs klingen bewegend und traurig. Leichte, teils schwermütige Gitarrenklänge, untermalt von düsterem und melancholischem Synthesizer bilden die Basis und hinzu kommt schließlich der fast schon vorsichtig gehauchte Gesang von Nick Talbot. Musikalisch steckt da jede Menge dahinter. Inspiriert ist der Sound von My Bloody Valentine sowie Richard Thompson und Johnny Marr, wobei Talbot großen Wert darauf legt, dass seine Stücke ehrlich und authentisch sind. Die CD enthält insgesamt 10 Tracks, die sich auf eine Gesamtlänge von gut 50 Minuten erstrecken. Klanglich unterscheiden sich alle Songs voneinander.

Manche von ihnen sind textlastiger und erinnern sogar ein klein wenig an Simon and Garfunkel. So zum Beispiel The Ghost Of Saint Paul oder In Miniature. Der Großteil klingt allerdings trauriger und düsterer. Mir fällt es schwer, die Tracks rein musikalisch zu betrachten, denn die emotionale Botschaft klingt bei ihnen einfach zu sehr mit. Auch wenn sich Talbots Gesang gut anhört und die Songs beeindruckend sind, so bin ich froh, jetzt erst einmal etwas Abstand zu Gravenhurst zu bekommen. Diese Art von Musik wirkt sich bei mir aufs Gemüt aus und macht mich nachdenklich und traurig. Das gefällt wahrscheinlich einem bestimmten Publikum, aber die meisten werden Talbot wohl eher nur sehr dosiert hören (können), ohne in eine Depression zu verfallen.



redakteur-kirstin

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Kirstin Birner ist der Meinung…
Gravenhurst ist eine Band für diejenigen, die melancholische und düstere Musik mögen. Hinter ihr verbirgt sich Nick Talbot, ein junger Engländer mit viel musikalischem Können und Talent. 5 Jahre hat es gedauert, bis das neue Album schließlich auf den Markt kam. The Ghost In Daylight ist eine melancholische und traurige Platte mit 10 Tracks. Schöne Musik, die aufgrund ihrer Traurigkeit etwas schwer verdaulich und daher nur dosiert zu genießen ist.

 
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