Täglich klopft der Totengräber.

Review | Kritik | Bewertung Inside The Darkness - Ruhe in Frieden (2012)
Bewertung: 0,5 von 6 Label: Euro Video www.eurovideo.de
Zwar ist es grundsätzlich schön anzusehen, wenn Menschen Freude an ihrem Beruf haben, wenn dieser Beruf aber Totengräber ist, kann sich übersteigerter Ehrgeiz im Job durchaus zu einem Problem für die Mitmenschen entwickeln. Davon erzählt der US-Thriller Inside The Darkness - Ruhe in Frieden (Originaltitel: Beneath the Darkness). Der eifrige Leichenbestatter wird verkörpert von Charakterdarsteller Dennis Quaid und bereits in den ersten Minuten des Films macht dieser klar, wie der Hase läuft. Bestatter Ely Vaughn trifft abends auf einer einsamen Landstraße beim Joggen auf einen Bekannten aus seinem Heimatort, der seinen Hund Gassi führt.
Nach einem kurze Plausch, bei dem man erfährt, dass Elys Frau vor Kurzem gestorben ist, zieht der örtliche Totengräber plötzliche eine Waffe und zwingt seinen Bekannten dazu, mit ihm zum Friedhof zu joggen. In der nächsten Szene sitzt Ely am Rande eines Grabes, das von seiner Geisel ausgehoben wurde. Mit vorgehaltener Waffe dirigiert Ely den Todgeweihten und erstmals im Film ist man genervt von dem unlogischen Verhalten der Akteure. Das designierte Opfer steht flennend im eigenen Grab und obwohl mit einer Schaufel bewaffnet, unternimmt dieses keinen Versuch, Ely zu entwaffnen. Stattdessen schlägt Ely den Mann nieder und verfrachtet ihn in einen Sarg, den er offenbar schlichtweg aus dem Nichts herbeigezaubert und ganz allein in die ausgehobene Grube gelegt hat. Sein Opfer liegt bereits im Sarg und erwacht aus der Ohnmacht, die der Kuss mit der Schaufel verursacht hat und beginnt wieder, flennend um Gnade zu betteln. Der zynische Totengräber lässt sich davon aber natürlich nicht beeindrucken, sondern wirft seine Taschenlampe in den Sarg, bevor er dessen Deckel zuschlägt, damit es der entführte Hundebesitzer etwas lauschiger beim Ersticken hat. Natürlich unternimmt der Gute auch keinen Versuch, sich aus dem Sarg zu befreien, obwohl er fast unverletzt und der Sarg nicht zugenagelt ist, während Ely behäbig die Grube zuschaufelt.
Bereits nach diesem Intro ist man genervt von den völlig unlogischen Handlungen der einzigen beiden Schauspieler, die bislang überhaupt aufgetreten sind. Es geht aber mindestens ebenso hahnebüchen weiter, denn in der Folgeszene werden die vier Teenager Abby (Aimee Teegarden), Travis (Tony Oller), Brian (Steven Lunsford) und Danny (Devon Werkheiser) vorgestellt. Sie sind Freunde und besuchen gemeinsam die High School des texanischen Örtchens, in denen der diabolische Totengräber sein Unwesen treibt. In gähnend langweiligen Szenen wird im Klassenzimmer über Das verräterische Herz von Edgar Allan Poe und Shakespeares Macbeth diskutiert. Nach der Englischstunde unterhalten sich die Freunde über Geistergeschichten und in unglaublich plumper Weise wird im Rahmen einer Rückblende erzählt, dass Travis vor einigen Jahren erlebt hat, wie seine ältere Schwester von einem Geist ins Jenseits befördert wurde. Es folgt pseudo-anspruchsvolles Philosophieren über Gespenster an sich und ganz zufällig erzählt einer der Freunde, dass es im Anwesen von Totengräber Ely offenbar spukt. Tanzende Geister wurden nachts durch die matten Fenster des hell erleuchteten Hauses gesichtet und natürlich hat die Gruppe von Teenagern nichts Besseres zu tun, als dieses Gerücht auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Gesagt - getan: Die Freunde tingeln zu Elys Südstaatenvilla und tatsächlich bewegen sich tanzende Schemen im diffusen Licht, das im Haus brennt, obwohl mutmaßlich niemand daheim ist. Logischerweise animiert dieser Anblick die doofen Teenies, in die Hütte des Leichenbestatters einzusteigen und man glaubt es kaum: Sie finden dort die Leiche von Elys Frau, die ja erst kürzlich verschieden ist.
Dies hindert den ja mittlerweile nachgewiesenermaßen geisteskranken Totengräber aber wohl nicht daran, ab und an ein kleines Tänzchen mit seiner Holden zu veranstalten. Wie es der Teufel will, ist Ely natürlich - anders als erwartet - doch zu Hause und bringt spaßeshalber gleich mal Travis’ Freund Danny um die Ecke. Wer glaubt, dass die Geschichte nun schon lächerlich genug ist und eine Steigerung nur schwerlich möglich, der irrt. Es wird noch schlimmer, denn obwohl die Teenager zur Polizei laufen und erzählen, was Ely getan hat, glaubt ihnen niemand. Auch erkennt offenbar niemand in der Gerichtsmedizin, dass Ely Danny den Schädel eingetreten hat und alles wird als böser Unfall beim Sturz von der Treppe abgetan. Ely als angesehenem Mitglied der Gemeinde und ehemaligem Footballhelden glaubt man, dass er die Jugendlichen beim Einbruch überrascht hat und ebenso, dass einer von ihnen bei der Flucht die Treppe hinuntergepurzelt und dabei dummerweise totgegangen ist. Da den verbliebenen Teenies niemand glaubt, fällt ihnen natürlich nichts Dümmeres ein, als dem psychopathischen Totengräber weiter nachzuspionieren um ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen. Mehr sei an dieser Stelle von der Handlung nicht erzählt, um zumindest die Illusion einer eventuell aufkommenden Spannung im Rest des Films aufrecht zu erhalten. Ich persönlich fand die Handlung von Inside The Darkness - Ruhe in Frieden leider nur durchweg dumm, langweilig und das Verhalten der Akteure ist über all die Maßen lächerlich und unlogisch. Jeder, der Vollgas auf einen ihm entgegenkommenden Güterzug zurennt, beweist mehr Intelligenz beim Überlebenskampf.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Markus Birner ist der Meinung... Inside The Darkness - Ruhe in Frieden ist ein typisches Beispiel für einen Pseudo-Thriller nach Schema-F, wie sie seit Jahren immer wieder in diversen Ländern der Welt gedreht werden. Immer sind mehr oder weniger stereotype Killer beim Niedermetzeln steindummer aber gutaussehender Teenager zu beobachten und auch, wenn unter realistischen Umständen wohl selbst Dreijährige die Killer entwaffnen könnten, entgehen die zum Sterben geborenen Doof-Teenager nicht ihrem Schicksal. Ich habe selten einen derart unspannenden und bis ins Detail vorhersehbaren Thriller gesehen und ich frage mich, was Dennis Quaid dazu bewogen hat, sich für so ein Schundwerk herzugeben. Ich mutmaße mal, dass es Geld war. Alles andere wäre völlig unbegreiflich.
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