Ein Sommer in Kroatien PDF Drucken E-Mail
Movies - DVD
Dienstag, den 10. Juli 2012 um 18:42 Uhr

Sommerlicher Stumpfsinn.

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Review | Kritik | Bewertung
Ein Sommer in Kroatien (2012)

logo-lovefilmBewertung: 0,5 von 6
Studio: PolarFilm
www.polarfilm.de

Was muss Filmkritik leisten? Von verschiedener Seite hört man immer wieder, die meisten Kritiker seien entweder allgemein zu negativ oder von der Industrie gekauft, Verrisse seien überhaupt viel einfacher zu schreiben als differenzierte Besprechungen oder aber, ganz drastisch, das Metier der Kritik sei ohnehin nur etwas für den Feuilleton und die nickelbrillentragende Horde der Pseudointellektuellen, weil das (Nicht-)Gefallen eines Films eine ganz und gar subjektive Angelegenheit sei. Freilich übersieht jede dieser Aburteilungen nicht nur das Handwerkliche, das jeder unterhaltsamen und kulturell wertvollen Produktion zugrundeliegt und sich ohne weiteres nach objektiven Maßstäben messen bzw. in Form einer Kritik aufs Papier bringen lässt.


Es braucht aber vielleicht erst einen Film wie Ein Sommer in Kroatien, um Aufgabe und Geltungsberechtigung von Kritik wirklich deutlich illustrieren zu können. Beginnen wir mit der Pflicht: Ena (Miranda Leonhardt) findet heraus, dass ein großer Teil ihrer Familie in Kroatien lebt. Nachdem ihre Hochzeit geplatzt ist und ihr Verlobter sie sitzen lässt, reist sie Hals über Kopf ab, um bei der Entdeckung ihrer Wurzeln den Kopf frei zu bekommen. Doch auch in Kroatien läuft nicht alles rund. Zwar wird sie in der Gastwirtschaft ihrer Großeltern herzlich aufgenommen und lernt den sympathischen Fischer Matej (Dennis Kubic) kennen, doch sie muss sich auch mit den Vorbehalten ihrer Tante Tereza (Krista Stadler) auseinandersetzen, die zunächst alles daran setzt, Ena zurück nach Deutschland zu schicken...

movie-einsommerinkroatienWas diese Inhaltsangabe wiedergibt, könnte durchaus der Stoff für ein spannendes, ergreifendes, romantisches Familiendrama sein. Man stelle sich einmal vor, man lese sie in einer Fernsehzeitschrift oder auf der Rückseite der DVD und sei diesem Genre nicht generell abgeneigt - es wäre durchaus nicht auszuschließen, dass man sich die ZDF Produktion an einem lauen Sommerabend mit einem Glas Weißwein zu Gemüte führt. Und hier kommt die Aufgabe dieser Kritik ins Spiel. Was Regisseur Holger Barthel mit Ein Sommer in Kroatien abliefert, ist nämlich selbst für einen Fernsehfilm so dermaßen unmotiviert, öde und stellenweise regelrecht stupide, dass die eineinhalb Stunden, die man vor dem Bildschirm verbringt, wahrlich vergebene Lebenszeit sind.

Die bemitleidenswerten Darsteller schlagen sich mit stereotypen und nicht selten wirklich dämlichen Dialogen herum, die (welch Wunder) ausnahmslos in an sich ja sehr sympathischen, für einen in Kroatien spielenden Film aber denkbar unpassenden Austro-Deutsch vorgetragen werden. Jeder Fischer, jeder noch so rurale Ureinwohner des kleinen Örtchens wandert durch die Kulissen, als hätte C&A den Produzenten großzügig eine Containerladung der aktuellen Sommerkollektion überlassen. Und die Kamera wackelt so seekrank durch die den kitschgetränkten Bildern im Restaurant Akropolis um die Ecke nachempfundene Szenerie, dass man am liebsten schon vor der Abreise Enas nach Kroatien den Abspann sehen möchte. Der immerhin ist durchaus professionell gestaltet.

redakteur-david

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

David Liese ist der Meinung...
Viel mehr über Ein Sommer in Kroatien zu schreiben wäre wohl reine Leichenfledderei, so tot und leblos ist die immerhin auch mit öffentlichen Geldern finanzierte deutsch-österreichische Koproduktion. Einen halben Punkt gibt es dennoch, allerdings nur für das zeitweise In-Lohn-und-Brot-Bringen der beteiligten Filmschaffenden. Was also muss Filmkritik leisten? In diesem Falle: Vor allem warnen.

 
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