Robert Francis - Strangers In The First Place PDF Drucken E-Mail
Music - Pop - World
Freitag, den 13. Juli 2012 um 12:44 Uhr

Poetische Gitarrenballaden aus Kalifornien.

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Review | Kritik | Bewertung
Robert Francis - Strangers In The First Place (2012)

Strangers In the First Place - Robert FrancisBewertung: 5 von 6
Label: Neo Membran (Sony Music)
www.robertfrancisofficial.com

Kerle wie Robert Francis machen mich immer ein klein wenig neidisch. Das gute Aussehen und die natürliche Coolness gehören beim Typus des lässigen US-Singer-Songwriter offenbar zur Grundausstattung. Liest man allerdings den Lebenslauf des Kaliforniers, hat man den Eindruck, dass für ihn von früher Kindheit an schon die Weichen ideal gestellt und die Gleise schnurgerade auf eine erfolgreiche Karriere als Musiker ausgerichtet waren. Roberts Vater ist Pianist und Produzent und seine Mutter, die aus Mexiko stammt, ist Ranchera-Sängerin.


Die Einflüsse der traditionellen mexikanischen Musik zusammen mit dem handwerklichen Instrumentalkönnen des Herrn Papa zusammen ergeben an sich schon ein interessantes Spannungsfeld, in dem ein Kind musikalisch gedeihen kann. Hinzu kommt aber bei Robert Francis auch noch, dass der weltbekannte Gitarrist und Komponist Ry Cooder ein Freund der Familie ist. Kein Geringerer als er schenkte dem damals Neunjährigen auch seine erste Gitarre, eine National Steel. Damit der Bub dann aber auch lernte, aus dem edlen Instrument alles rauszuholen, erhielt Robert während seiner Teenagerjahre Unterricht vom Gitarristen der Red Hot Chilli Peppers, John Frusciante. Der eine oder andere versteht nun wohl, woraus mein anfänglich erwähnter Neid erwächst. Aber Vorschusslorbeeren sind das meine nicht und daher zählt für mich trotz all dieser beeindruckenden biographischen Fakten die reine musikalische Leistung, die uns Robert Francis auf seinem mittlerweile schon dritten Album mit dem Titel Strangers In The First Place präsentiert.

act-robertfrancisSo lässig, wie der Sänger auf dem Cover der CD inmitten wilder Landschaft auf einem Baumstamm sitzt und seinem Hund den Nacken krault, vermutet man schon, dass die CD wohl mit eher entspannten Klängen aufwartet und so ist es auch tatsächlich. Die insgesamt zwölf Titel sind alle relativ ruhig und chillig, wenngleich mir dabei sehr gefällt, dass die Songs dadurch nicht zwangsläufig in die klischeehaft über-relaxten Klangwelten eines Jack Johnson abdriften, der für meinen Geschmack ein wenig zu seichtes Tralala produziert, als dass er den Level der gefälligen Hintergrundberieselung je überschreiten wird. Bei Robert Francis sollte man tatsächlich auch den Songtexten Beachtung schenken, denn sie waren der Startpunkt seines Albums. Im Gegensatz zur üblichen Herangehensweise, die er bei seinen beiden vorherigen Alben angewendet hat, beschloss Robert dieses Mal, Texte mit Bedeutung und Sinnestiefe zu verfassen, um die herum er dann die Songs arrangiert. Die Melodien mussten sich sozusagen den Lyrics als würdig erweisen und diese Lyrics ihrerseits mussten sich schon früh der Kritik von außen stellen.

Robert Francis reichte eine Reihe von Gedichten bei dem Wettbewerb eines jungen Dichterzirkels an der Yale University ein, mit dem Anspruch, dass die Texte dem kritischem Urteil dieses Auditoriums standhalten mussten, bevor sie musikalisch verwertet wurden. Aus diesem Dichterwettstreit stammen die finalen Lyrics zu den Songs Alibi, It First Occurred To Me, Closest Exit sowie I Sail Ships. Aber auch musikalisch und gesanglich kann Robert Francis überzeugen. Zwar enthält die CD weitestgehend klassische Gitarrenballaden, die sanft von Klavier und Drums untermalt werden, jedoch wirken die Tracks nicht beliebig und belanglos. Die weiche und dennoch markante Stimme von Robert Francis nimmt den Hörer mit auf einen musikalischen Roadtrip die kalifornische Küste entlang. Er schafft Soundwelten, die nach Sonne und Strand klingen, nach Freiheit und Weite und dabei nie kitschig oder schwülstig wirken. Robert Francis ist einfach ein ganz entspannter und ungekünstelter Typ, der niemandem etwas aufdrängen will, sondern einfach die Zuhörer ermutigt, ihn eine Weile auf seinem Weg zu begleiten.



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Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Markus Birner ist der Meinung...
Im Alter von 25 Jahren veröffentlicht der US-amerikanische Singer-Songwriter Robert Francis mit Strangers In The First Place bereits sein drittes Album. Die zwölf Songs klingen entspannt und nach Freiheit, ohne in allzu seichte Gewässer abzudriften. Die Songs vermitteln poetische Botschaften und besitzen Anspruch, sind aber nicht kompliziert oder verkopft, sondern schaffen eine elegante klangliche Balance, die schwerelos dahinfließt. Ich kann das neue Album des sympathischen Singer-Songwriters jedem empfehlen, der einfach gerne mal ein Stündchen vom Alltagsstress abschalten möchte.

 
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