Carjacked PDF Drucken E-Mail
Movies - DVD
Freitag, den 27. Juli 2012 um 18:52 Uhr

Wenn der Entführer plötzlich zum Gejagten wird.

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Review | Kritik | Bewertung
Carjacked (2012)

logo-lovefilmBewertung: 3 von 6
Studio: Universum Film
www.universumfilm.de

Wer sich noch an den Neunziger Jahre Streifen The Chase mit Charlie Sheen erinnern kann, wird bereits ein ungefähres Bild vor dem geistigen Auge haben, was passiert, wenn ein Entführungsopfer getreu des Stockholm Syndroms ein positives emotionales Verhältnis zum nicht ganz unsympathischen Geiselnehmer aufbaut. Bei Collateral wiederum setzte sich Jamie Foxx energisch zur Wehr und bereitete seinem Entführer (einem Profikiller gespielt von Tom Cruise) einige Unannehmlichkeiten. Ebenfalls mehr im Thriller Genre angesiedelt ist der Film Carjacked des Regisseurs John Bonito, der so ein bisschen von beiden abkupfert, aber gerne als eigenständig betrachtet werden möchte.


Die Handlungen dieses Entführungsszenarios beginnen mit einer der anscheinend regelmäßigen Therapie-/Beratungssitzungen der alleinerziehenden Mutter Loraine Burton (Maria Bello), die noch stark mit den leidigen Nebenwirkungen ihrer Trennung und dem uneinsichtigen Ex-Partner zu kämpfen hat. Um in der Lage zu sein, den aufdringlichen Rückeroberungsversuchen und nervenaufreibenden Diskussionen ein für alle Mal ein Ende zu bereiten, „müsste sie lediglich lernen, sich nicht mehr so undeutlich auszudrücken und mutig ihren Standpunkt zu vertreten“, so der Rat der anderen Teilnehmerinnen an den Gesprächen. Leichter gesagt, als getan, resümiert eine zaghafte Loraine und holt erst einmal ihren Sohn Chad (Connor Hill) von dessen Theaterprobe ab, um sich auf den Heimweg zu machen.

movie-carjackedBei einem Zwischenstopp an der Tankstelle kratzt sie das letzte bisschen Geld zusammen, dass ihr zur Verfügung steht, um ein feudales Mal bestehend aus tiefgefrorenen Minipizzen zu organisieren, während Chad im Auto sitzen bleibt. Als sie wieder in ihren Wagen einsteigt, wartet bereits eine böse Überraschung in Form des flüchtigen Bankräubers Roy (Stephen Dorff) auf sie und zwingt sie unter vorgehaltener Pistole zur spontanen Beihilfe. Das ausgewählte Reiseziel ist wie so oft Mexiko und der Weg dorthin nimmt einiges an Meilen in Anspruch. Zeit genug also, um sich besser kennenzulernen und über das Leben zu philosophieren. In diesen ersten Minuten von Carjacked hat man auch irgendwie nichts Bedrohliches im Kopf, Roy wirkt vergleichsweise harmlos und stellt der in Schulden versinkenden Loraine zwischenzeitlich sogar ein wesentlich besseres Leben als nette Auswandererfamilie in Aussicht. Eigentlich kein schlechter neuer Lebensentwurf, denn wenn man ehrlich ist, mangelt es der Alleinerziehenden gewissermaßen an Optionen.

Warum auch immer, entwickelt diese allerdings einen leicht fragwürdigen, weil unbeholfen agierenden Ehrgeiz, ihren Entführer zu verärgern. Einen Höhepunkt besonders unkluger Verhaltensweisen als weibliche Geisel erreicht der Film, als Loraine ihren einzigen Schutz vor Gewaltausübung quasi freiwillig aus der Hand gibt, indem sie ihren Sohn heimlich in einen Bus voller Schulkinder lotst und Roy nur das wütende Nachsehen bleibt. Was folgt, ist kurzer Prozess am Treffpunkt mit Roy's separat geflohenen Komplizen des Bankraubs, doch die Story nimmt damit noch lange kein dramatisches Ende, denn während Carjacked mit vielen beinahe ermüdenden Gesprächen zur Einführung der Charaktere im ersten Teil etwas an Action vermissen lässt, konzentriert sich diese geballt auf die letzten 10-15 Minuten des Films. Wirklich logisch verhält sich ab diesem Zeitpunkt dann keiner der Akteure mehr, aber wer tut das schon bei Entführungen?



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Im Fazit schafft es der Thriller Carjacked dann leider nicht über eine mittelmäßige Bewertung hinaus, obwohl ich Stephen Dorff als charismatischen Vertreter unter den Schauspielern sonst sehr zu schätzen weiß. Vielleicht liegt das daran, dass der Großteil der konfusen Handlungen dennoch irgendwie vorhersehbar bleiben, die Geschichte nicht grundlegend neu ist oder dem Film einfach nur Überraschungsmomente fehlen. Es könnte auch alles zusammen sein, also ziehen wir welche Lehre daraus? Nach dem Tanken immer schön die Rückbank des eigenen Wagens kontrollieren, schließlich weiß man nie, wer noch gerne mitfahren möchte.

 
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