Es ziehen dunkle Wolken auf...

Review | Kritik | Bewertung B.o.B - Strange Clouds (2012)
Bewertung: 3 von 6 Label: Atlantic Records www.bobatl.com
Bobby Ray Simmons Jr.’s Stil einzuordnen fällt schwer, das war bereits vor dem Release seiner zweiten Platte Strange Clouds klar. Dass der zuweilen poppige Stil nicht jedermanns Geschmack entspricht, ist wohl obligatorisch und ein Blick auf die Gästeliste, dürfte bei HipHop-Puristen die Herzen auch nicht zwangsläufig höher schlagen lassen. So tummeln sich bei einem Blick auf die Gästeliste, mit Lil' Wayne, Nicki Minaj, Chris Brown, Ryan Tedder, Trey Songz, Lauriana Mae und Playboy Tre allesamt Künstler, die man mehr aus den Charts, als von der Straße kennt.
Im Vorfeld schürte B.o.B die Erwartungen dann nochmal, indem er Strange Clouds in einem Interview als „Höhepunkt seiner Lebensgeschichte“ bezeichnete. Große Worte, mal schauen, ob aus den Worten auch Taten werden. Los geht’s auf jeden Fall mal erstklassig. Ich kann mich spontan an wenige Intros erinnern, die mehr reinhauen wie Bombs Away. Was Bobby hier auf dem eigens produzierten Song, sowohl lyrisch als auch musikalisch auspackt, ist die absolute Königsklasse. Als Gastsprecher schaut sogar Oscar-Preisträger Morgan Freeman vorbei. “You think you know me, but you ain’t seen half of me”, das macht richtig Hunger auf mehr!
Nun, dass das Album auch den ein oder anderen charttauglichen Track beinhalten dürfte, war von vorne herein klar. Lange suchen muss man nicht: Both of Us mit Taylor Swift, was auch gleichzeitig die dritte Singleauskopplung aus Strange Clouds darstellt, ist schon stark an der Grenze des guten Geschmacks. Bereits im September 2011 wurde der Titeltrack Strange Clouds veröffentlicht. Neben B.o.B steuert auch noch Lil' Wayne einen Part bei. Sowohl Weezy als auch Bobby liefern eine gute Vorstellung ab, jedoch ist der Beat sehr gewöhnungsbedürftig bis nervig. Schade, mit einem besseren Instrumental wäre sicher mehr drin gewesen. Bei der ganzen Diskussion um die Pop-Einflüsse in seiner Musik, vergisst man oft, dass B.o.B über starke Rapskills verfügt. Auf dem vielleicht stärksten Track der Platte Play The Keeps untermauert er diese dann auch eindrucksvoll. Ein richtig starker Song!
Genau das Gegenteil stellt leider Out Of My Mind mit der ohnehin nicht ganz unumstrittenen Nicki Minaj dar. Bei dem Song passt leider überhaupt nichts. Ein ultranerviger Beat, gepaart mit Nicki Minaj’s verzeerter Stimme ist hier komplett überflüssig und mit Abstand der schlechteste Song der Platte. Machen wir mit den erfreulicheren Momenten des Albums weiter: So Good ist ein sehr eingängiger Song, bei dem man spätestens in der Hook lauthals mitsingen kann. Die relaxte Stimmung gefällt und zeigt, dass auch kommerziell ausgerichtete Tracks funktionieren können. Beim abschließenden Where Are You erwartet den Hörer eine Neuauflage von B.o.B vs. Bobby Ray. Auch dies ist sehr gelungen. Auf der anderen Seite muss man sich beim Hören allerdings mit viel Durchschnitt in Form von Songs wie Castles, Arena oder Chandelier rumschlagen.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Julian Dannenhauer ist der Meinung… Vergleicht man Strange Clouds mit B.o.B’s Debütalbum B.o.B presents: The Adventures of Bobby Ray fällt das Urteil leider ziemlich ernüchternd aus. Dass das Album auf kommerziellen Erfolg ausgerichtet sein würde, ist legitim und war von vorne herein zu erwarten, schließlich war es beim Debütalbum auch nicht anders. Dennoch ist die Masse an austauschbaren Tracks erschreckend hoch. Ausreißer nach oben halten sich mit denen nach unten die Waage und so hat man unterm Strich eine Platte, bei der man das Gefühl hat, dass B.o.B sein zweifelsohne vorhandenes Potential überhaupt nicht ausschöpfen konnte. Die hohen Erwartungen, die nach dem überragenden Intro sogar noch verstärkt wurden, konnten somit leider nicht erfüllt werden.
|