Interviews
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| Artists - Interviews | |||
| Montag, 22. August 2005 um 08:57 Uhr | |||
Megaloh (August 2005) Megaloh ist "Im Game" und beweist dies eindrucksvoll mit seinem gleichnamigen Debütalbum. Der Berliner Newcomer, der mit über 10 Jahren am Mic eigentlich nicht mehr als solcher bezeichnet werden sollte, grenzt sich mit herausragenden Rapskills deutlich vom "gängigen Einheitsbrei" der Hauptstadt ab. Neben einem ausführlichen Review, in dem wir die Stärken und Schwächen seines Albums beleuchten, liefert Euch Generation One ein äußerst aufschlussreiches Interview mit Megaloh. Alex: Du hast mit 13 Jahren angefangen zu rappen, damals mit der Crew Royal Authority noch auf Englisch, bis Du 2000 dann deutsche Texte geschrieben hast. Wie kam es zu diesem Sprachwechsel? Megaloh: „Mit der Zeit wurde rappen für mich immer wichtiger und ich habe angefangen mehr als nur ein Hobby darin zu sehen. Ich will Menschen erreichen und ihnen das Ohr für hochwertigen Rap öffnen. Englischsprachiger Rap wird von den meisten Jugendlichen hier doch nur ansatzweise verstanden, wenn ich Inhalte übermitteln will, muss ich das auf Deutsch tun.“ Alex: Auf Deinem Mixtape „No.1 Draft Pick“ featurest Du noch bekanntere Rap-Größen wie Kool Savas und Kurupt, während Du auf Deinem Debüt-Album „Im Game“ wie Du selbst sagst: „nur mit hochwertigen Leuten aus [Deinem] Umfeld“ zusammenarbeitest. Welcher Grundgedanke steckt hinter dieser Einstellung? Megaloh: „Mein Album „Im Game“ ist alleine deshalb etwas besonderes weil es mein erstes ist. Ich werde zurückblicken und sagen: „Damit hat alles begonnen.“ Ich bin nicht nur ein talentierter Newcomer, ich bin die nächste Deutsch-Rapgröße. Ich brauche auf meinem Debütalbum keine großen Namen. In der Zukunft erwarten Euch aber heftige Kollabos.“ Alex: Du hast mit den Jungs von Battle Rapp (Battle Cat & Mr. Lex) den gemeinsamen Track „Game Set Match“ auf deren Album „Epo$“ aufgenommen. Jetzt sind die beiden auch auf 3 Tracks Deines Albums „Im Game“ vertreten. Normaler Deal unter Musikern oder verbindet Euch mehr? Megaloh: „Battle Rapp waren seit den Anfangstagen von Level Eight mit uns down. Der allererste Level Eight Release, eine Promo-Single namens „Hauptstadtflava“ featured Diablow und eben Battle Rapp. Danach kam „Game Set Match“ mit Battle Rapp. Sie sind auf meinem Album einmal zusammen und jeweils einzeln auf einem Track zu hören. Ich bin zweimal auf ihrem Album vertreten. Wir überstützen uns einfach als Künstler, auch wenn wir nicht auf dem gleichen Label sind.“ Alex: Die deutsche HipHop-Community beginnt ja immer mehr anzuwachsen. Plötzlich gibt es eine Vielzahl an neuen Underground-Acts und es entwickelt sich wieder eine Art Boom, eine Begeisterung für deutschsprachige Rap-Musik. Du bist nun schon so lange dabei und erlebst es selbst mit, wie siehst Du die aktuelle Entwicklung?Megaloh: „Ich finde die Entwicklung zunächst einmal positiv, weil sie langfristig Rap in der Landessprache als Teil der Jugendkultur festigt, so wie das in Frankreich oder Amiland der Fall ist. Die jüngeren Kids hören hier mittlerweile deutschsprachigen Rap. In meiner Generation ist das nicht so. Deutsch Rap wird da bis auf einige Ausnahmen eher belächelt. Die derzeitige Entwicklung wird auch dazuführen, dass sich Jugendliche mehr und intensiver mit der deutschen Sprache befassen. Das schafft nicht mal die Schule. Man sollte bei diesem Deutsch-Rap Hype allerdings unterscheiden können, es kommt soviel unqualifiziertes Eiergepopel daher, dass der Hype so schnell wieder vorbei sein könnte wie er gekommen ist. Es kommt jetzt auf die Labels und die HipHop-Medien an: Supportet die Künstler, die es aus Liebe zur Musik machen und wirklich was erreichen wollen!“ Alex: Inwieweit beeinflusst Dich die Entwicklung speziell in Berlin. Als Außenstehender kann man ja bei so vielen Newcomern schnell den Überblick verlieren. Interessierst Du Dich für Deine Berliner Kollegen außerhalb Deines Labels? Distanzierst Du Dich eher oder knüpfst Du aktiv Kontakte mit der Szene? Megaloh: „Rapmäßig beeinflusst mich die Entwicklung unter den anderen Rappern relativ wenig. Es nervt nur zu sehen, dass jetzt alle mehrsilbig reimen und dabei so offensichtlich biten. Ich höre Amirap, ihr könnt mir nix erzählen, ihr übersetzt Zeilen 1 zu 1, wie wack ist das denn? Erst Jigga und the Lox, dann Eminem bis hin zu Dipset. Wer kommt als nächstes, Young Jeezy? Ich habe nicht jeden einzelnen Berliner Rapper im Blickfeld aber ich weiß wer scheiße und wer heiß ist. Mir ist es auch eigentlich egal ob du ein Rapper aus Berlin oder Bad Bitchheim bist, wenn du tight bist werden wir aufeinander treffen.“ Alex: Nach eigenen Aussagen willst Du ja „an die Spitze des Business“ und gleichzeitig „Deutschrap auf ein höheres Level bringen“. Welche Künstler bringen Deiner Meinung nach deutschen HipHop und seine internationale Anerkennung nach vorne und wer behindert den Fortschritt eher? Megaloh: „Wer leidenschaftlich gerne deutschsprachigen Text in Reimform auf Beat packt, etwas vermitteln will, hart an sich arbeitet und fortwährend nach Perfektion strebt, außerdem keine Angst hat neue Wege zu gehen, der bringt deutschen Rap nach vorne. Der nötige Trieb und die richtige Einstellung sind das A und O. Alle die rappen, weil es in ist oder weil es ihnen wie der leichteste Weg erscheint zu Erfolg zu kommen, halten das Level niedrig.“ Alex: Hast Du bis jetzt bereut, auf Deutsch zu rappen bzw. denkst Du, es wäre einfacher gewesen, mit englischsprachiger Musik in die Rotations der Radio- und TV-Sender zu kommen?Megaloh: „Nein, ich habe es nie bereut. Ich will wie gesagt wirklich die Leute erreichen mit meinen Worten. Die deutsche Sprachkultur ist eine echte Herausforderung für mich. Ich habe die Möglichkeit Geschichte zu schreiben. Die Rotation ist nur ein kleiner Schritt auf dem Weg dahin.“ Alex: Independent-Labels wie Level Eight haben ja bekanntermaßen ihre Vor- und Nachteile gegenüber den Major-Deals. Geringerer Druck, was Termine und vorgeschriebene Verkaufszahlen betrifft, aber auch wesentlich weniger Budget für Werbemaßnahmen. Welcher Fall macht sich als Musiker für einen persönlich bezahlter (nicht unbedingt finanziell betrachtet)? Megaloh: „Als Musiker, der einfach nur seine Musik machen will und sonst lieber anderen seine Geschäfte überlässt, ist man sicher besser bei einem Major aufgehoben. Andererseits kann es da passieren, dass man sich von Leuten in seine Arbeit reinquatschen lassen muss, die eigentlich keinen Plan von der Musik haben. Ein Indie-Label lässt einem mehr Kontrolle über seinen Kreativitäts-Output, macht aber andererseits meistens nicht soviel klar. Meine Situation ist noch eine andere: Level Eight ist mein eigenes Label, das heißt ich bin in zweifacher Funktion tätig: Zum einen bin ich der Künstler Megaloh, der unter dem Label Level Eight seine Musik rausbringt, zum anderen bin ich Chef dieses Labels und muss dafür sorgen, dass das Geschäft läuft. Wer von den Rappern hier kann so etwas von sich behaupten?“ Alex: Kommen wir zu Deinem Album-Debüt „Im Game“. Wie zufrieden bist Du mit dem Gesamtwerk und den ersten Reaktionen auf das Release? Megaloh: „Das Album ist so geworden wie ich es wollte, es gibt einen Einblick in das was um mich rum geschieht, meine Welt quasi, ohne gleich zu persönlich zu werden. Die Reaktionen sind sehr gut: Entweder die Leuten feiern es end ab oder sie haten uns was auch okay ist. Ich bin im Game, es gibt kein Zurück mehr. Liebt es jetzt oder leidet später!“ Alex: Mit KD-Supier als Producer hast Du ja einen talentierten und besonders vielseitigen Beatbastler an Deiner Seite. Man hört die langjährige Zusammenarbeit sofort heraus, da sich Beats und Raps auf dem Album perfekt ergänzen. Könntest Du Dir vorstellen, mit einem anderen Produzenten zusammenzuarbeiten? Megaloh: „Die Frage stellt sich für mich nicht, da ich schon mit anderen Produzenten zusammengearbeitet habe und es in Zukunft auch weiterhin tun werde. KD ist mein Level Eight-Partner und mein erstes Werk „Im Game“ macht nichts anderes als Level Eight’s Können in den Vordergrund zu rücken. Level Eight is da shit!“ Alex: Besitzt das Album ein in sich schlüssiges Konzept bzw. ist es strukturiert aufgebaut oder steckt, von den Skits mal abgesehen, kein spezielles Schema dahinter? Megaloh: „Die Skits sind der rote Faden der Handlung. Der Hörer wird von Beginn an in der Person eines Kumpels, der aus dem Ausland zu Besuch ist in unsere Welt entführt und weiß am Ende des Albums wie es um uns steht, was wir tun, wohin wir wollen. Jedes Stück ist wichtiger Teil des Gesamtbilds.“ Alex: Ab wann und vor allem wo wird das kürzlich gedrehte Video zu „Pump das / Moabit lebt“ zu sehen sein? Wird es auf der Level Eight-Website noch irgendwelche Specials zum Album geben?Megaloh: „Wir versuchen gerade das Video in die Rotation bei den Sendern zu kriegen. Ansonsten könnt Ihr es auf unserer Website leveleight.de sehen wo es auch eine kleine Videoerläuterung zu meinem Album gibt. Besucht die Seite lieber immer wieder da es ständig neue Infos, Exklusives und Tourtermine geben wird.“ Alex: Warum hast Du gerade „Pump das“ als erste Single-Auskopplung gewählt? Hat es für Dich eine spezielle Bedeutung oder waren die Vorab-Resonanzen darauf am positivsten? Megaloh: „“Pump das“ ist ein Song mit einer Aussage: Lass Dich nicht runterkriegen von den Hürden des Lebens sondern sieh sie eher als Herausforderung. Ich will mit meiner Musik Menschen motivieren, was aus ihrem Leben zu machen. „Pump das“ ist so allgemein gehalten, dass sich jeder damit identifizieren kann.“ Alex: Welche Projekte sind in Zukunft von Dir und Deinem Label Level Eight zu erwarten? Welchen Output liefert ihr den Fans und wohin soll die Zukunft führen? Megaloh: „Wir werden gute Musik machen und präsent bleiben. Dieses Jahr kommt noch ein Mixtape, nächstes Jahr das nächste Album und einige Überraschungen zwischen drin. Level Eight wird zum Inbegriff für geile Mucke. Wenn Du von den besten deutschen Rappern aller Zeiten redest, will ich genannt werden.“ Alex: Megaloh, vielen Dank für das Interview und mir bleibt nur noch, Dir viel Erfolg für die Zukunft zu wünschen und das Schlusswort zu überlassen. Megaloh: „Dank an Generation One für das ausführliche Interview und die geile Review. So müssen HipHop-Medien funktionieren. Danke auch an alle Fans, die Level Eight supporten: ohne Euch geht es nicht. Macht weiter Action, therapiert die Sender, bombadiert die Foren und nervt die Händler: Verlangt den Megaloh und Level Eight-Shit. 2000Pümp! Ich bin im Game!“ Interview am 22.08.2005, Alexander Riede (Generation One)
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Alex: Die deutsche HipHop-Community beginnt ja immer mehr anzuwachsen. Plötzlich gibt es eine Vielzahl an neuen Underground-Acts und es entwickelt sich wieder eine Art Boom, eine Begeisterung für deutschsprachige Rap-Musik. Du bist nun schon so lange dabei und erlebst es selbst mit, wie siehst Du die aktuelle Entwicklung?
Alex: Hast Du bis jetzt bereut, auf Deutsch zu rappen bzw. denkst Du, es wäre einfacher gewesen, mit englischsprachiger Musik in die Rotations der Radio- und TV-Sender zu kommen?
Alex: Ab wann und vor allem wo wird das kürzlich gedrehte Video zu „Pump das / Moabit lebt“ zu sehen sein? Wird es auf der Level Eight-Website noch irgendwelche Specials zum Album geben?