Review | Kritik | Bewertung @ Generation One
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| Stories - Konzertberichte | |
| Sonntag, 28. August 2005 um 14:22 Uhr | |
Hip Hop Kemp 200519. bis 21. August 2005 Hradec Kralove (Tschechien) Der Sommer geht ja grade endgültig zu Ende und jeder von Euch weiß wie dürftig er eigentlich in seiner Hauptzeit war. Bestimmt dachten sich viele von euch wozu überhaupt auf ein Festival gehen dieses Jahr, wenn es die ganze Zeit regnet und ungefähr so kalt wie im November ist… und das mitten im August! Vom Splash! hat man ja schlimme Berichte über die Zustände gehört, das Festivalgelände soll ausgesehen haben wie von einer Schlammlawine überrollt. Doch nicht jedes Festival in Europa wurde so derbe verregnet… denn der Sommer ist heuer wohl Urlaub machen in Tschechien gewesen. Zum vierten Mal erst fand das zweitgrößte HipHop-Festival in Europa im Herzen der Tschechei statt (etwa 100 km östlich von Prag) und Petrus sorgte für - wie man in Bayern sagen würde – Kaiserwetter und machte dieses Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis. Doch nun alles der Reihe nach… Per Zug entschied ich mich nach Hradec Kralove (ehemals Königrätz) zu reisen und stellte bald fest, dass in Tschechien nicht nur alles tausend Mal billiger ist als bei uns, sondern auch organisatorisch nicht gerade sehr straff. Nach ewiger Zugfahrt endlich am Bahnhof in Hradec angekommen, dauerte es erst mal eine Weile bis ein Shuttle-ähnlicher Bus den wartenden Haufen durchgeschwitzter und bierseliger HipHop-Fans Richtung Festivalgelände brachte. Dort endlich angekommen ergaben sich bald die nächsten Probleme: Allen ernstes stellten die Organisatoren am Zugang zum Zeltplatz nur einen einzigen winzigen Container auf, um die anströmenden Massen einzuweisen. Schnell sprach sich bis zu mir ganz hinten in der Schlange das Gerücht rum, dass - wie ich leider erst im Nachhinein auf der Homepage des Festivals entnehmen konnte - eine Gebühr für den Campingplatz gestellt werden muss und die auch noch in Kronen zu zahlen sei. Da ich mich auf die Aussage im Internet „kann problemlos alles und überall mit Euros gezahlt werden“ verlassen hatte, fürchtete ich bereits, mir erstmal Geld wechseln lassen zu müssen. Doch so unpräzise wie die Tschechen im organisieren sind so flexibel sind sie bei Problemen. Irgendwie kam ich dann nämlich doch noch auf das Gelände. Nachdem das Zelt aufgebaut, das nächste Bier getrunken und die Vorfreude bereits gestiegen war machte ich mich auf um mein eTicket einzulösen, dass ich mir per Email vom deutschen Vertrieb hatte zuschicken lassen. Doch kaum betrat ich den Eingangsbereich, der von einer wogenden Masse angetrunkener und schon stark unzufriedener Zuschauer bevölkert war, stellte sich das nächste organisatorische Problem auf: wie zum Geier komm ich jetzt da rein? Muss ich mich hier wirklich anstellen?? Mangels erkennbarer Alternativen tat ich das dann auch und harrte eine gute Stunde in glühender Hitze und umgeben von hunderten Menschen aus, bis es schließlich nicht nur mir sondern auch meinem Kreislauf zuviel wurde. Da ich irgendwie nicht glauben konnte, dass die Veranstalter tatsächlich nur EINEN Eingang für all die Menschen bereitgestellt hatten, machte ich mich auf die Suche nach einer Lösung. Und nach gut einer weiteren halben Stunde fand ich sie: ein weiterer, kleiner und hinter Bäumen versteckter Container schien zuständig für die eTickets. Da standen dann auch kaum Leute rum, weil ihn keiner finden konnte und nirgendwo ein Schild darauf hinwies. Ach ja, und wenn wir schon dabei sind, gleich noch die nächste Kritik: wieso kann kaum ein Tscheche Englisch?? Dürfen die das immer noch nicht lernen in der Schule? Ich weiß nicht wie viele Organisatoren ich nach dem Weg fragte, überall erntete ich nur unverständliche Antworten und Missverständnisse! Leute in Tschechien, lernt bitte Englisch! Doch dazu später mehr… Als ich nach all diesen Strapazen endlich, endlich das Festivalgelände betreten konnte, war ich dann auch noch umso glücklicher als ich die Bierpreise sehen konnte (24 Kronen für einen 0,4l Becher, das sind umgerechnet etwa 80 Cent), die für Festival-Verhältnisse wirklich sehr billig sind. Leider wieder das mittlerweile bekannte Problem mit der Währung: nur murrend und manchmal auch gar nicht wurde Euro akzeptiert und beim rausgeben in Kronen wurde nicht selten verdächtig viel aufgerundet. Umso besser war es, dass die hiesigen Plattenlabels aus Deutschland, die auch am Start waren, willkommene Wechselstuben waren. Zwar machte ich auch bei denen noch etwas Verlust, aber wenigstens wurde ich verstanden. Das Festivalgelände an sich war ein stillgelegter russischer Militärflughafen mit weiträumigen Hangars, in denen Bühnen und sogar ein Kino eingebaut worden waren. Auf jeden Fall eine sehr gute Location mit viel Flair und Atmosphäre… beste Vorrausetzungen also für die drei kommenden Tage. Doch nun endlich zum Wesentlichen, der Musik. Freitag, 19.08.2005Der Freitag begann für mich leider erst mit dem Ende des Auftritts von den Waxolutionists aus Österreich, den Gig von Markante Handlungen, auf den ich mich schon sehr gefreut hatte, verpasste ich sowieso. Zusammen mit Manuva wurde die Crowd kräftig gerockt und dank des sonnigen Wetters stieg die Laune nach dem chaotischen Beginn des Tages, so dass später einem gelungenen Abend mit Kalaidoskop zu Beginn nichts mehr im Wege stand. Blumentopf, Texta und Total Kaos rockten eine gute Stunde lang was das Zeug hält, wobei der Höhepunkt in meinen Augen eindeutig „Energie“ von Manuva war, die Leute schlugen sich fast die Köpfe ein. Weiter ging’s mit dem britischen Newcomer Skinny Man und den Lordz of Fitness, die vor beachtlichem Publikum ihr Turntable-Können präsentierten. Sehr gespannt war ich dann schon auf DJ Vadim presents One Self. Eine britische Kombo Mann – Frau, unterstützt vom Plattentellergenie, machten eine gute Show, wobei der absolute Burner fehlte. Zu sehr war die Trackauswahl auf eher softere Sachen ausgelegt, so dass zwar die Stimmung gut war, aber die Erde nicht bebte. Trotzdem wurden die drei ausgiebig vom Publikum gefeiert. Anschließend traten Static und Nat Ill auf die Bühne – und was soll ich sagen… absolute Granaten. Aufgrund meines voranschreitenden Bierkonsums kann ich mich an keine Details mehr erinnern, doch hängen geblieben sind hochwertige Partykracher und eine abgehende Menge, so dass man meinen konnte, die beiden Amerikaner seien der Hauptgig des Abends gewesen… doch der kam ja noch. Den Organisatoren gelang es, Inspectah Deck (Wu-Tang) ins Line Up zu stellen und so war es kein Wunder, dass der Platz vor der Bühne einem Meer aus Menschen glich, als die Legende erschien. Ein Wu-Tang Sprechchor und Fahnen huldigten dem Altmeister des Rap und dieser lieferte eine gute Show, holte natürlich jede Menge „Bitches“ auf die Bühne und hielt erstaunlich lange durch. Insgesamt also ein sehr gelungener erster Abend am Kemp. Es wurde Zeit, den völlig erschöpften Körper durch die Massen in Richtung Zelt zu schleppen, schließlich wollte ich nicht schon am Samstag so gut wie tot sein. Doch wie auf jedem Festival ist natürlich ruhiger erholsamer Schlaf bei bis in die Morgenstunden pumpenden Bässen aus den Hangars so gut wie unmöglich. Etwaige Zeltschlitzer oder –Brenner ließen sich nicht blicken und auch so war die Nacht stressfrei. Samstag, 20.08.2005Schon wieder heiß. Wahnsinnig heiß. Und weit und breit fertige Menschen. Direkt neben mir ein Zelt mit Bierleichen aus Oberfranken. Ständiges anschnorren um Dope und Bier. Apropos Bier. Wir hatten ja auch noch welches. Und was gibt es schöneres, als bei sengendem Sonnenschein morgens um 10 ein – überraschenderweise von der Nacht gekühltes – Dosenbier zu saufen. Klar, haut voll rein und macht müde und Kopfweh. Aber angesichts der Tatsache, dass das Programm an diesem Tag für mich erst am frühen Abend mit Dendemann und Mirko Machine starten sollte, war das ja sowieso egal. Also war genügend Zeit, den Kopf irgendwie abzukühlen… und sich das Gelände und die Leute anzuschauen. Das Publikum war sehr international, abgesehen von den Tschechen waren viele Deutsche, Österreicher, aber auch Engländer und Polen da. Der Anteil der weiblichen Gäste war relativ hoch und angesichts der hohen Temperaturen konnten einem beim Anblick der vielen nackten Haut schon mal die Augen rausfallen… ihr wisst, was ich mein: Titten über Titten. Die Organisatoren stellten aufgrund der Hitze riesige Wasserspender auf, die ein beliebtes Ausflugsziel am Campingplatz waren und den Zelten nebenan eine sich ausbreitende Lache bescherten. Doch was soll’s, hauptsächlich mein Kopf wurde gekühlt und irgendwann am Nachmittag entschied ich mich auch, einen Sprung in den nahe liegenden See zu wagen, nachdem ich meine Zweifel an der Wasserqualität angesichts der darin badenden Freaks über Bord geworfen hatte. Als sich die Sonne endlich wieder senkte und ich ein gutes billiges Brathähnchen im Magen hatte, konnte der musikalische Teil des Samstags auch für mich beginnen. Von Dendemann erwartet man ja schon sehnsüchtig das neue Album, das schon im Jahre 2004 erscheinen sollte… wann der gute alte Dende nun endlich neuen Shit dropt, weiß wohl keiner so genau. Auch die Zuschauer am Kemp erfuhren nichts Neues in Sachen Releases, jedoch durften wir in den Genuss kommen einige brandneue Tracks live zu hören. In gewohnt sympathischer Manier überzeugte mich seine und Mirkos Show überaus, man sah in seinen Augen immer noch das Feuer und die Liebe zum HipHop lodern. Nicht nur aufgrund vieler Deutscher Fans wurde er mit Zugaberufen frenetisch gefeiert, doch leider erlaubte das streng festgelegte Programm keine weiteren Stücke. Danach folgten eine Reihe mir unbekannter und unverständlicher Acts und ich zog mich deshalb in die hinteren Reihen zurück und schöpfte mit einem weitern Grillhähnchen und einigen kühlen Getränken Kraft für den weiteren Verlauf des Abends. Die nächste Gruppe an die ich mich sodann noch außerordentlich erinnern kann, waren Foreign Beggars aus England. Zuvor hatte ich von den drei Mannen nur wenig bis gar nichts gehört und war umso überraschter, als die Menge ihren ersten Siedepunkt bei ihrer Show erreichte. Geniales Entertainment, hammermäßige Flows und dicke Beats ließen mein Herz höher schlagen. Absolut geflasht hatte mich auch der Auftritt ihres beatboxenden Landesgenossen, dessen Namen ich nun leider nicht mehr präsent habe. Doch sehr gut weiß ich noch, dass dieser mir bisher ungeahntes Können in der Kunst des Beatboxens präsentierte, wodurch er nicht nur mich, sondern alle anderen etwa 5000 Zuhörer vor der Bühne in Begeisterung versetzte. Der Mann war absolut DOPE. Somit kamen wir auch schon zum Höhepunkt des Samstag und meinem persönlichen Festival-Highlight: dem Auftritt der lebenden New Yorker Legende Masta Ace. Viel gehört hatte ich schon von seinen Shows und dass es womöglich seine letzte Tour überhaupt sein wird… doch von Trauer war weit und breit nichts zu spüren als der Meister um Mitternacht auf die Bühne trat, die von einer Menge unvorstellbaren Ausmaßes belagert wurde… was soll ich noch sagen. Ich genoss den Auftritt mitten in der brodelnden Masse, lauschte andächtig seinen Worten und feierte ihn mit allen anderen an diesem historischen Abend. Persönlich für mich das I-Tüpfelchen war dann vor allem der großartige Moment nach dem Konzert, als er am Merchandisestand war und ich die Gelegenheit nutze ein Autogramm zu ergattern und ein paar Takte mit ihm zu reden. Dieser Mann ist wirklich etwas Besonderes. Die restliche Samstagnacht verlief in einem benebelten Zustand und ich glaube niemand wird es mir übel nehmen, wenn ich mich jetzt an nicht mehr viel erinnern kann… Sonntag, 21.08.2005Der Sonntag war dann der nüchternste Tag des ganzen Festivals. Leider wurde die komplette Katerstimmung dadurch verstärkt, dass Non Phixion aus NY als Headliner des Sonntags absagen mussten… das löste großes Entsetzen aus und so war es nicht wunderlich, dass zum ersten Mal an diesem Wochenende auch der Himmel weinte. Die logische Konsequenz war, dass viele schon ihre Zelte abbauten und sich auf den Rückweg machten. Das hatte für mich und alle anderen, die trotzdem noch bleiben wollten, natürlich den Vorteil, dass sich sämtliche Warteschlangen an Fress- und Saufständen reduzierten, aber leider auch die Stimmung etwas flöten ging. Aber was soll’s, das Wochenende lief bisher so gut, dass es mir eigentlich relativ egal war. Natürlich hätte ich Non Phixion auch mal gerne live gesehen, aber da ich schon relativ im Arsch war und mich kaum noch auf den Beinen halten konnte, hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. So blieb es am Sonntag für mich bei nur einem Höhepunkt und zwar dem Auftritt des jungen österreichischen Rappers Kamp. Dieser zeigte wirklich eine hervorragende Show, obwohl er zugeben musste, auch selber schon nicht mehr so fit zu sein nach drei Tagen Festival… doch er rockte wirklich gut und so blieb nicht mehr viel Kraft übrig für den Rest des Programms, der vor allem aus The Last Emperor bestand. Der Sonntag war dann der nüchternste Tag des ganzen Festivals. Leider wurde die komplette Katerstimmung dadurch verstärkt, dass Non Phixion aus NY als Headliner des Sonntags absagen mussten… das löste großes Entsetzen aus und so war es nicht wunderlich, dass zum ersten Mal an diesem Wochenende auch der Himmel weinte. Die logische Konsequenz war, dass viele schon ihre Zelte abbauten und sich auf den Rückweg machten. Das hatte für mich und alle anderen, die trotzdem noch bleiben wollten, natürlich den Vorteil, dass sich sämtliche Warteschlangen an Fress- und Saufständen reduzierten, aber leider auch die Stimmung etwas flöten ging. Aber was soll’s, das Wochenende lief bisher so gut, dass es mir eigentlich relativ egal war. Natürlich hätte ich Non Phixion auch mal gerne live gesehen, aber da ich schon relativ im Arsch war und mich kaum noch auf den Beinen halten konnte, hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. So blieb es am Sonntag für mich bei nur einem Höhepunkt und zwar dem Auftritt des jungen österreichischen Rappers Kamp. Dieser zeigte wirklich eine hervorragende Show, obwohl er zugeben musste, auch selber schon nicht mehr so fit zu sein nach drei Tagen Festival… doch er rockte wirklich gut und so blieb nicht mehr viel Kraft übrig für den Rest des Programms, der vor allem aus The Last Emperor bestand. Der rockte die mittlerweile schon sehr müde Crowd doch noch mal ganz gut, aber schon deutlich war zu spüren, dass die meisten mit ihren Gedanken schon auf dem Heimweg waren… Und so ging es mir auch. So was von im Arsch fiel ich ein letztes mal in unser dreckiges Zelt, das von Schlitzern verschont worden war – überhaupt sah ich kein einziges aufgeschlitztes oder gar abgebranntes Zelt – und am nächsten Morgen um 6 Uhr früh machte ich mich ans Aufräumen. Nebelschwaden verschleierten beim Verlassen des Campingplatzes die Sicht auf das „Schlachtfeld“ und mit leichtem Wehmut stieg ich in ein Taxi zum Bahnhof, denn meinen Zug zurück nach Regensburg wollte ich wegen des Shuttle-Busses nicht verpassen und ich pfiff auch auf die 15 Kronen Müllgebühr, die ich zurückbekommen hätte, wenn der kleine Container am Camp schon offen gewesen wäre. Tschechien hat auch nette Taxifahrer, die schon mal über den Preis mit sich verhandeln lassen, wobei natürlich 90 Prozent versucht haben uns abzuzocken (umgerechnet 15 Euro für 4 Kilometer zum Bahnhof???). Die Zugfahrt war dann sehr entspannt, es kam zu keinen weiteren Zwischenfällen. Haften bleibt ein unvergessliches Wochenende mit nur wenigen unangenehmen Zwischenfällen, die dieses Festival in meinen Augen zu einem absoluten Höhepunkt im Sommer machen. Leute, das nächste mal auch Ihr: Hingehen! Exklusive Berichterstattung, Klaus Krönke (Generation One)
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Hip Hop Kemp 2005
Zum vierten Mal erst fand das zweitgrößte HipHop-Festival in Europa im Herzen der Tschechei statt (etwa 100 km östlich von Prag) und Petrus sorgte für - wie man in Bayern sagen würde – Kaiserwetter und machte dieses Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis. Doch nun alles der Reihe nach… Per Zug entschied ich mich nach Hradec Kralove (ehemals Königrätz) zu reisen und stellte bald fest, dass in Tschechien nicht nur alles tausend Mal billiger ist als bei uns, sondern auch organisatorisch nicht gerade sehr straff. Nach ewiger Zugfahrt endlich am Bahnhof in Hradec angekommen, dauerte es erst mal eine Weile bis ein Shuttle-ähnlicher Bus den wartenden Haufen durchgeschwitzter und bierseliger HipHop-Fans Richtung Festivalgelände brachte. Dort endlich angekommen ergaben sich bald die nächsten Probleme: Allen ernstes stellten die Organisatoren am Zugang zum Zeltplatz nur einen einzigen winzigen Container auf, um die anströmenden Massen einzuweisen.
Mangels erkennbarer Alternativen tat ich das dann auch und harrte eine gute Stunde in glühender Hitze und umgeben von hunderten Menschen aus, bis es schließlich nicht nur mir sondern auch meinem Kreislauf zuviel wurde. Da ich irgendwie nicht glauben konnte, dass die Veranstalter tatsächlich nur EINEN Eingang für all die Menschen bereitgestellt hatten, machte ich mich auf die Suche nach einer Lösung. Und nach gut einer weiteren halben Stunde fand ich sie: ein weiterer, kleiner und hinter Bäumen versteckter Container schien zuständig für die eTickets. Da standen dann auch kaum Leute rum, weil ihn keiner finden konnte und nirgendwo ein Schild darauf hinwies. Ach ja, und wenn wir schon dabei sind, gleich noch die nächste Kritik: wieso kann kaum ein Tscheche Englisch?? Dürfen die das immer noch nicht lernen in der Schule? Ich weiß nicht wie viele Organisatoren ich nach dem Weg fragte, überall erntete ich nur unverständliche Antworten und Missverständnisse! Leute in Tschechien, lernt bitte Englisch! Doch dazu später mehr…
Freitag, 19.08.2005
Sehr gespannt war ich dann schon auf DJ Vadim presents One Self. Eine britische Kombo Mann – Frau, unterstützt vom Plattentellergenie, machten eine gute Show, wobei der absolute Burner fehlte. Zu sehr war die Trackauswahl auf eher softere Sachen ausgelegt, so dass zwar die Stimmung gut war, aber die Erde nicht bebte. Trotzdem wurden die drei ausgiebig vom Publikum gefeiert. Anschließend traten Static und Nat Ill auf die Bühne – und was soll ich sagen… absolute Granaten. Aufgrund meines voranschreitenden Bierkonsums kann ich mich an keine Details mehr erinnern, doch hängen geblieben sind hochwertige Partykracher und eine abgehende Menge, so dass man meinen konnte, die beiden Amerikaner seien der Hauptgig des Abends gewesen… doch der kam ja noch. Den Organisatoren gelang es, Inspectah Deck (Wu-Tang) ins Line Up zu stellen und so war es kein Wunder, dass der Platz vor der Bühne einem Meer aus Menschen glich, als die Legende erschien.
Samstag, 20.08.2005
Danach folgten eine Reihe mir unbekannter und unverständlicher Acts und ich zog mich deshalb in die hinteren Reihen zurück und schöpfte mit einem weitern Grillhähnchen und einigen kühlen Getränken Kraft für den weiteren Verlauf des Abends. Die nächste Gruppe an die ich mich sodann noch außerordentlich erinnern kann, waren Foreign Beggars aus England. Zuvor hatte ich von den drei Mannen nur wenig bis gar nichts gehört und war umso überraschter, als die Menge ihren ersten Siedepunkt bei ihrer Show erreichte. Geniales Entertainment, hammermäßige Flows und dicke Beats ließen mein Herz höher schlagen. Absolut geflasht hatte mich auch der Auftritt ihres beatboxenden Landesgenossen, dessen Namen ich nun leider nicht mehr präsent habe. Doch sehr gut weiß ich noch, dass dieser mir bisher ungeahntes Können in der Kunst des Beatboxens präsentierte, wodurch er nicht nur mich, sondern alle anderen etwa 5000 Zuhörer vor der Bühne in Begeisterung versetzte. Der Mann war absolut DOPE.
Sonntag, 21.08.2005
Aber was soll’s, das Wochenende lief bisher so gut, dass es mir eigentlich relativ egal war. Natürlich hätte ich Non Phixion auch mal gerne live gesehen, aber da ich schon relativ im Arsch war und mich kaum noch auf den Beinen halten konnte, hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. So blieb es am Sonntag für mich bei nur einem Höhepunkt und zwar dem Auftritt des jungen österreichischen Rappers Kamp. Dieser zeigte wirklich eine hervorragende Show, obwohl er zugeben musste, auch selber schon nicht mehr so fit zu sein nach drei Tagen Festival… doch er rockte wirklich gut und so blieb nicht mehr viel Kraft übrig für den Rest des Programms, der vor allem aus The Last Emperor bestand. Der rockte die mittlerweile schon sehr müde Crowd doch noch mal ganz gut, aber schon deutlich war zu spüren, dass die meisten mit ihren Gedanken schon auf dem Heimweg waren…



