Review | Kritik | Bewertung @ Generation One
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Artists - Interviews
Mittwoch, 12. April 2006 um 10:06 Uhr
Rapsoul
(April 2006)

Nach erfolgreichem Start in die Musikszene mit der Debütsingle „Verzweifelt“ und der ersten Deutschlandweiten Tour als Support-Act der Backstreet Boys releasen CJ, Jan und Steve von Rapsoul Ende März ihr Album „Unbeschreiblich“ über das Major-Label Sony BMG. Wie die Jungs aus Frankfurt mit dem rasanten Karrieresprung fertig werden, erzählen sie uns in einem exklusiven Interview. Dazu gibt es natürlich die Review von „Unbeschreiblich“.

Alex: Mit Videos zu den Singles „Verzweifelt“ und „Gott schenk ihr Flügel“ und den entsprechenden Klingeltönen dürften die meisten schon etwas von Euch gehört haben aber womöglich noch nicht allzu viel über Euch wissen. Stellt Euch doch bitte in einer Art Kurzbiographie unseren Usern vor.
CJ : „Hallo, Ich bin der C.J., bin 25 und komme aus Aschaffenburg. Ich bin der Sohn eines GIs und übernehme den Soulpart bei Rapsoul.“
Jan: „Hallo, ich bin der Jan, bin 23, komme aus Frankfurt, bin eine Rapstimme von Rapsoul und das Dreckskind.“ <lacht>
Steve: „Hallo, ich bin der Steve, bin 28, bin die zweite Rapstimme von Rapsoul und bin zuständig für die Beats.“

Alex: Wie seid Ihr als einzelne Personen zur Musik gekommen und welche Verbindung führte dazu, dass Ihr nun gemeinsam unter dem Namen Rapsoul unterwegs seid und sich daraus „eine echte Freundschaft entwickelte“?
CJ: „Also ich bin schon mit Blackmusic aufgewachsen, hab frühzeitig mit dem Tanzen angefangen und war da recht erfolgreich. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich eine anständige Stimme habe und habe angefangen mit ihr zu arbeiten. Jan und Steve waren früher schon als Duo unterwegs - unter dem Namen „Pechvogel und Dreckskind“. Ich habe dann Jan vor einem Plattenladen kennen gelernt, und der hat mir Steve vorgestellt. Wir haben uns daraufhin musikalisch ausgetauscht und sind auf den Nenner gekommen, dass wir doch zusammen Musik machen sollten. So ist Rapsoul entstanden, und die Freundschaft hat sich zwangsläufig durch die gute Chemie zwischen uns entwickelt. Die wichtigen Dinge, die dazu führten, waren Vertrauen und ein offenes Ohr für den anderen.“

Alex: Die meisten Musiker lassen sich - wenn auch unbewusst - von anderen Künstlern oder bestimmten Musikrichtungen inspirieren. Wer war das dann in Eurem Fall bzw. welche Musikstile/Interpreten hört Ihr privat gerne?
CJ: „Also ich höre hauptsächlich Blackmusic, wie z.B. The Temptations, O`Jay, Anthony Hamilton oder Shahym.“
Jan: „Mich haben früher so Leute wie Michael Jackson oder Udo Lindenberg inspiriert.  Dagegen sind es heutzutage Eminem und Co.“
Steve: „Ich hör sehr gerne 80`s Kram. Und Phil Collins find ich wirklich gut.“

 Alex: Eure Debütsingle „Verzweifelt“ schaffte auf Anhieb den Sprung in die Top 25 der Media Control Singlecharts. Habt Ihr mit einem solchen Erfolg gerechnet? Welche Erwartungen habt Ihr anfangs in den Track gesetzt?
Steve: „Ganz ehrlich - uns hat von Anfang an der Arsch gezittert – seit wir wussten, dass wir den Track als Single rausbringen. Und wir waren natürlich sehr gespannt darauf,  wie der Track einsteigen würde. Als wir dann hinterher gesehen haben, dass er auf Platz 23 steht, haben wir uns natürlich tierisch gefreut. Wir hatten noch gehofft mit „Verzweifelt“ in die Top 20 einzusteigen. Leider war aber die höchste Platzierung die wir erzielten 21 aber dafür haben wir uns in dem Umfeld recht lange gehalten.”

Alex: Durch den Support des Radiosenders Planet Radio aus Frankfurt wurden die Leute ja erst auf Eure Demos aufmerksam gemacht. War das in Euren Augen ein wichtiger Schritt in Eurer Musikkarriere?
Steve: „Es war ein wichtiger Schritt von vielen - kann man sagen. Es war sozusagen der Probelauf. Wir haben zum ersten mal unsere Single im Radio gehört und haben ein Feedback bekommen. Ich meine, bei einem Live Auftritt erhältst du - solange du auf der Bühne stehst - ein direktes Feedback vom Publikum, doch nach der Performance bekommst du kein Feedback mehr mit. Nachdem unser Track bei Planet Radio lief haben wir unzählige Emails bekommen, und viele Leute haben sich den Track auch per Telefon gewünscht. Das war für uns ein Zeichen, dass ´ne menge Leute unsere Musik geil finden.“

Alex: Ihr habt ja auch eine Menge Tracks gesammelt, bevor Ihr zusammen mit den Nachtwandlern auf Labelsuche gegangen seid. Letztendlich landete Rapsoul bei Sony BMG. War es schwer, die Verantwortlichen von Eurem Talent zu überzeugen?
Steve: „Ganz ehrlich: Nein. Ich meine, wir haben unsere Demos abgegeben, und die fanden uns von vorne herein gut. Die haben unsere Sachen gehört, haben sich mit uns im Labelbüro getroffen und die Chefs haben sich erst mal mit uns zusammen gesetzt und mit uns geredet. Ich glaube, wir haben sie nicht nur Musikalisch sondern auch menschlich überzeugt. Es hat einfach gefunkt.“

Alex: Es gibt verschiedene Ansichten, ob es nun besser ist, bei einem Major- oder einem Independentlabel gesignt zu sein… Fühlt Ihr Euch bei einem Major am richtigen Platz - gerade in anbetracht Eures Musikstils und der Zielgruppe, die Ihr mit Eurer Musik erreichen wollt?
Steve: „Wir fühlen uns bei unserem Major auf jeden Fall am richtigen Platz. Bei einem Major hat man einfach den Vorteil, dass man von einem gewissen Know-how ausgehen kann. Die Macher sind schon lange im Geschäft und kennen das Biz. Die haben auch viele gute und wichtige Kontakte. Wir sind auf jeden Fall glücklich hier und uns wurde auch gesagt, dass das Label auf dem wir sind ein Label sei, dass langfristig Künstler aufbaut und kein One-Hit-Wonder produziert.“

 Alex: Ich denke, die Frage wird Euch am häufigsten gestellt, aber ich würde gerne etwas über die Erfahrungen als Support-Act der Backstreet Boys wissen. Vielleicht nicht unbedingt, wie die Jungs so drauf sind, sondern Eure ganz persönlichen Gefühle/Eindrücke während der Performances vor über 100.000 begeisterten Besuchern auf der Deutschlandtour.
Jan: „Der Eindruck war mächtig: Vor 18.000 Leuten zu spielen ist einfach der Wahnsinn. Nach dem Auftritt haben sich die Jungs bei uns für den Support bedankt und für uns ist das natürlich auch wichtig als Newcomer auch von großen Bands Anerkennung und Unterstützung zu bekommen.“

Alex: Ende April wird dann „Die Unbeschreibliche Tour 2006“ starten - und diesmal seid Ihr Haupt-Act! Habt Ihr Euch schon Gedanken gemacht, wie diese „kleinere Club-Tour“ im Vergleich zur vorherigen wird? Was wird Euch vermutlich mehr Spaß als Künstler bringen?
Jan: „Die Tour wird unbeschreiblich, denn wir laufen als Headliner auf, spielen mit Live Band. Es werden nicht nur die Tracks performt, sondern es wird auch noch Zwischeneinlagen geben. Ich meine, wir werden am meisten Spaß an der Tour haben, da die Leute wegen uns kommen. Bei der Backstreet Boys Tour mussten wir die Leute erst mal auf uns aufmerksam machen, hier wissen die Leute schon was auf sie zukommt.“

Alex: Kommen wir zu Eurem Debütalbum „Unbeschreiblich“, das am 31.03.2006 releaset werden soll… Wie man dem Pressetext entnehmen kann, handeln die Texte von junger Vaterschaft, quälender Sinnsuche, Parties, Club-Bekanntschaften, Liebe und Enttäuschungen. Wie entstehen die Ideen für Eure Songs?
Jan: „Die Ideen sind aus dem Leben gegriffen. Wir verarbeiten alles, was uns passiert und erzählen einfach das, was wir erleben. Die Leute, die es fühlen, holen sich auch das Album und können auch Parallelen zwischen unserer Musik und ihrem Leben ziehen. Und daran sieht man halt, dass es alltägliche Dinge sind, die uns auch widerfahren.“

Alex: So mancher mag vielleicht denken, Ihr hättet auf Eurem Album nur emotionale und gefühlvolle Balladen. Party-Nummern wie „Links Rechts“ und „Blaulichtgefahr“ beweisen das Gegenteil. Habt Ihr trotzdem Themen, die Ihr besonders gerne behandelt oder schätz Ihr die Vielschichtigkeit?
Jan: „Sicher schätzen wir auch sehr die Vielschichtigkeit. Die meisten Themen die wir behandeln sind natürlich Themen, die Gefühle ausdrücken und Herz haben. Diese Partydinger erzeugen einfach eine gewisse Abwechslung auf dem Album - was auch wichtig ist. Das sind halt einfach die Songs, die man vielleicht vor oder im Club hört.“

 Alex: Welcher Track auf „Unbeschreiblich“ ist Euch wegen der Message besonders wichtig? Habt Ihr einen Favorite auf den Ihr besonders stolz seid?
CJ: „Ich würde sagen, das sind zwei Tracks auf unserem Album, die mir besonders gefallen. Einmal der Track „Du und Ich“ und „Verzweifelt“. „Verzweifelt“ beschreibt einfach uns persönlich und die Situation, in der wir uns befanden. „Du und Ich“ beschreibt halt die Situation einer frühen Vaterschaft und die daraus resultierenden Konsequenzen. In „Du und Ich“ verarbeiten auch ich und Jan unsere persönlichen Erfahrungen.“

Alex: Auf Eurem Debütalbum habt Ihr bewusst auf Feature-Gäste verzichtet. Darauf in einem anderen Interview angesprochen, räumt Ihr jedoch ein, „nicht grundsätzlich gegen Features zu sein“. Wird es denn in Zukunft Projekte mit anderen Künstlern geben? Was wären Eure persönlichen Traum-Features bzw. mit wem würdet Ihr gerne zusammenarbeiten?
CJ: „Also ein Traum-Feature im internationalen Bereich wäre für Jan bestimmt R.Kelly oder Eminem. Für mich wäre Anthony Hamilton international ein sehr cooles Feature. Und national finde ich Silbermond sehr interessant - ist eine sehr gute Deutsche Band. Und natürlich Streetlife Entertainment. Die sind wirklich cool.“

Alex: Eine sehr beliebte Frage zur Selbsteinschätzung: Wo seht Ihr Euch in fünf Jahren - musikalisch wie menschlich? Verfolgt Ihr einen bestimmten Karriereplan oder lasst Ihr einfach alles auf Euch zukommen?
CJ: „Also musikalisch wünschen wir uns natürlich lange dabei zu sein und Erfolg zu haben. Vielleicht hat man ja auch mal die Möglichkeit, sein Glück zu teilen und junge Menschen zu fördern oder im karitativen Bereich etwas aufzubauen. Menschlich wünschen wir uns Familie, Gesundheit und das wir uns positiv  weiterentwickeln.“

Alex: Vielen Dank an CJ, Jan und Steve von Rapsoul für dieses interessante Interview. Ich wünsche Euch viel Glück und Erfolg auf Eurem weiteren Weg. Möchtet Ihr abschließend noch etwas loswerden?
Rapsoul: „Bleibt Euch treu!“

Interview am 12.04.2006,
Alexander Riede (Generation One)