Review | Kritik | Bewertung @ Generation One
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| Artists - Interviews | |||
| Mittwoch, 08. November 2006 um 10:37 Uhr | |||
Fiva (November 2006) Vier Jahre sind seit dem letzten Album von Fiva & Radrum vergangen. Das am 24.11. erschiene zweite Album der rappenden Fiva und ihres Produzenten Radrum heißt „Kopfhörer“ und wird über das eigens gegründete Label Kopfhörer Recordings herausgebracht. Genau so wie schon auf „Spiegelschrift“ machen die beiden weiterhin Musik „für Herz und Verstand“ und bieten damit eine Alternative zu vielen anderen Releases dieser Zeit. Checkt die Fragen die wir Fiva über das Album und „Kopfhörer-Records“ stellten. Murray: Hi Fiva! Erstmal Glückwunsch zu Deinem neuen Album. Die letzte Albumveröffentlichung von Dir und Radrum liegt vier Jahre zurück. Warum habt Ihr Euch so viel Zeit gelassen? Fiva: „Danke für die Glückwünsche, Du kannst Dir vorstellen, wie sehr wir uns freuen nach den vier Jahren, endlich das fertige Album in den Händen zu halten! Im ersten Jahr nach dem Release waren Radrum und ich ausschließlich live unterwegs. Das hat viel Zeit und Energie gekostet. 2004 hatten wir dann die ersten Tracks fertig, jedoch kein Label mehr. Buback wurde ja mittlerweile verkauft und wir waren letztendlich kein Thema mehr. Das hat uns natürlich erstmal zurückgeworfen. Dann begann eine lange Reise von Label zu Label. Wir bekamen super gutes Feedback für unsere Arbeit, aber dabei blieb es auch. Zumeist wurden wir gebeten, vorerst noch mehr Tracks aufzunehmen und so folgte ein Demo dem anderen… Bis wir keine Lust mehr hatten zu warten. 2005 sind wir dann erstmal mit Fettes Brot auf Tour gegangen. Das positive Feedback der Menschen hat uns dann motiviert ein eigenes Label zu gründen. Und so entstand Kopfhörer Recordings. Und dann musste da ja noch „schnell“ ein Studium abgeschlossen werden. Tja, und so schnell können vier Jahre vorbei gehen.“ Murray: Wie bist Du an die Albumproduktion herangegangen? Hast Du aus vielen Tracks die besten herausgesucht oder hast Du gezielt auf das Album hingeschrieben? Fiva: „Ersteres stimmt zu 100 Prozent. Wir hatten in den vier Jahren so viele Tracks gesammelt, dass auf diesem Album sozusagen ein „Best of“ unserer Arbeit zu hören ist. Ausgewählt wurden die Stücke, welche zum einen dem Querschnitt der letzten Jahre entsprechen und zum anderen besonders wichtig für uns waren.“ Murray: Wie war das Feedback von Deinen Fans in den letzten Jahren? Hast Du gespürt, dass die Leute schon lange auf etwas Neues von Dir warten?Fiva: „Ja, definitiv. Ich kann gar nicht ausdrücken wie dankbar ich für den Rückhalt und die Geduld unserer Fans bin. Sie haben die ganzen Jahre soviel Motivation an uns weitergegeben, trotz aller Steine in unserem Weg nicht aufzugeben. Die vielen Emails und vor allem auch Besucher unserer Live Konzerte haben uns immer wieder gezeigt, dass unsere Musik etwas und jemanden bewegen kann! An dieser Stelle also ein großes „DANKESCHÖN“ von unserer Seite.“ Murray: Wie ist nun „Kopfhörer“ angekommen? Bist Du mit den Reaktionen zufrieden? Fiva: „Nun gut, bis jetzt ist das Album ja noch nicht in den Läden. Aber alle die das Album, bzw. das Snippet schon gehört haben waren begeistert. Auch die Vorbestellungen bei uns auf der Labelseite laufen sehr gut. Nach so einer langen Zeit ist das umso wichtiger. Ich war sehr nervös wie die Leute auf „Kopfhörer“ reagieren. Unsere Musik hat sich weiterentwickelt, dennoch sind wir unserer Linie treu geblieben! Texte und Beats. Zum zu hören. Für Kopfhörer.“ Murray: Wenn Du „Kopfhörer“ mit Deinem Debütalbum „Spiegelschrift“ aus dem Jahre 2002 vergleichst, was ist der auffälligste Unterschied? Fiva: „Die Texte und die Musik haben sich weiterentwickelt, alles andere wäre ja nach vier Jahren auch sehr verwunderlich. Ich würde sagen alles in allem sind wir vielfältiger geworden. Ich würde aber nicht sagen, dass wir anders geworden sind. Wir sind immer noch Fiva und Radrum, und mit Kopfhörer bekommt man sozusagen ein Upgrade zu Spiegelschrift.“ Murray: Du gehst in „Kopfhörer“ nur wenig auf die deutsche Rapszene ein und zeigst vielmehr Deine Liebe zu gehaltvollen Texten. Viele Künstler verschwenden viel Platz mit Kritik und ihre Alben leiden geradezu darunter. Hast Du Dir darüber auch Gedanken gemacht? Fiva: „Sicher macht man sich seine Gedanken, schließlich bleibt man Teil dieser Szene. Jedoch bestimmt die deutsche Rapszene lange nicht mehr meinen Lebensmittelpunkt. Ich rappe nun mal, und liebe es Texte zu schreiben. Und ich habe keine Lust, dies trotz der gegenwärtigen Rapentwicklung nur auf ein Hobby zu reduzieren. Ich denke, dass Rap genug Platz bietet. Und ich muss ja nicht dauernd darüber reden, wenn ich es einfach mache. Es wird genug darüber diskutiert und ich glaube, nach vier Jahren Albumabstinenz wären unsere Zuhörer ziemlich angekotzt, wenn sich die Hälfte unseres neuen Releases nur um Rap und das große Biz dreht.“ Murray: In dem Track „Unüberhörbar“ rappst Du „Wenn Rap euch nichts gibt, dann nennt’s doch einfach Musik“. Sicher lassen sich viele Hörer von dem Rap in den Medien abschrecken, obwohl ihnen die Musik so wie Ihr sie macht wahrscheinlich gefallen würde. Was würdest Du all diesen Leuten hier gerne sagen wollen?Fiva: „Vorurteile weg!!! Wir haben oft damit zu kämpfen, dass viele Leute nicht zu unserer Platte greifen, weil es Rapmusik ist. Ehrlich, ich habe überhaupt kein Problem mit der Rapentwicklung in Deutschland. Wenn die Leute dass hören wollen – bitte. Ich weiß nur, dass es genug Leute gibt, die noch auf Rapmusik an sich Bock haben, aber ein wenig müde sind, sich dauernd „Bitch“ und „Fick dich von hinten“ ins Ohr schreien zu lassen. Und genau für diese Menschen ist unsere Musik. Ich finde es schade, dass es anscheinend nicht möglich ist, beide Seiten zu fördern. Aber das kommt schon noch. Bisher gab es ja auch noch wenige Plattformen, um diese Seite von Rap zu fördern. Mit Kopfhörer Recordings wollen wir das zumindest versuchen. Und ich ziehe da auch nicht in einen Kampf gegen den momentan vorherrschenden Gangsterrap-Trend. Wir bieten lediglich eine gute Alternative!“ Murray: Der Track „Frühling“ erzählt von Deinen Freundinnen und es scheint so zu sein, dass sie keinen Rap hören. Bist Du bei der Arbeit an einem Track recht eigensinnig oder gibt es jemanden außer Radrum, der sich mit Rap beschäftigt und dessen Meinung Du Dir immer noch einholst? Fiva: „Es gibt sehr viele Menschen die ich befrage. Und ehrlich, am treffendsten sind zumeist die Menschen, welche nicht „hauptberuflich“ mit der Rapszene zu tun haben. Es gibt einen gewissen Kreis von Menschen, deren Meinung mir sehr wichtig ist und auf deren Kritik ich auch eingehe.“ Murray: Wie sieht es bei Dir selbst mit dem Deutschrap hören aus? Suchst Du nach Acts die Dich ansprechen oder lässt Dich Rap auf Deutsch zurzeit kalt? Fiva: „Naja, sicher suche ich noch... Und mit dem neuen Album von Dendemann bin ich nach langer Zeit auch wieder fündig geworden. Und letztendlich bringen wir auf unserem Label ja auch deutschen Rap raus, der uns sehr gut gefällt. Das ist Luxus und macht Spaß.“ Murray: Du und Radrum seid schon lange ein eingespieltes Team. Wie läuft Eure Zusammenarbeit ab? Fiva: „Nun ja, eigentlich ist das ganz unspektakulär und wahrscheinlich wie bei vielen anderen auch. Radrum kennt mich halt schon sehr lange und weiß, welche Beats ich brauche, bzw. welche Beats mir gefallen, um meine Texte zu schreiben. Also produziert er meist ein paar Beats-Skizzen vor und ich suche mir dann die Dinger aus, die mir von Anfang an gefallen.“ Murray: Was ist Deiner Meinung nach das besondere an seinen Beats?Fiva: „Radrum schafft es mit seinen Beats, ein perfektes Klangbett für meine Texte zu schaffen. Er vermittelt musikalisch genau die Stimmung, die ich mit meinen Texten ausdrücken möchte. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie gut dass klappt.“ Murray: Wie wird die Arbeit an Eurem Label Kopfhörer-Recordings aufgeteilt? Fiva: „Da ich ja bis vor kurzem mit meinem Diplom beschäftigt war, konnte ich mich noch nicht wirklich bei der Labelarbeit einbringen. Radrum hingegen geht darin richtig auf und hat in kürzester Zeit alle Strukturen aufgebaut und den ganzen Papierkram erledigt. Auch das Logo hat er selber entworfen und sich um die Internetpräsenz gekümmert. In Zukunft, wenn KHR weiter expandiert, werde auch ich meinen Teil dazu beitragen und mich um diverse Poetry-Projekte, sowie die Zusammenarbeit mit dem Menschenversand aus der Schweiz kümmern.“ Murray: Strebt Ihr es an ein Label zu sein, dass auch junge Künstler auf nimmt, kann man Euch also zum Beispiel Demotapes schicken? Fiva: „Sowohl als auch… Es ist für ein kleines Label wie uns eigentlich nicht machbar einen ganz neuen Künstler wirklich von null an aufzubauen. Momentan können wir das noch gar nicht, da wir für die meisten ja selbst noch ein ganz neues Label sind. Es macht für uns deshalb nur Sinn mit Künstlern zusammenzuarbeiten, die sich selbst schon eine kleine Fanbase aufgebaut haben und auch aus eigenem Antrieb schon versucht haben ihre Musik zu veröffentlichen. Aber dennoch sind wir natürlich immer offen für neue interessante Künstler, denen es auch hauptsächlich um die Musik geht, anstatt um das eigene Ego.“ Murray: Wird es eine Fiva & Radrum Tour durch Deutschland geben? Fiva: „Ja, aber eins nach dem andern. Bleibt dran und schaut auf fiva-radrum.de, da findet Ihr alles was Ihr braucht.“ <lacht> Murray: Danke für das Interview! Willst Du unseren Lesern noch etwas sagen? Fiva: „Allen Lesern danke ich für die Aufmerksamkeit! Hört Euch auf unserer MySpace-Seite das Snippet zu „Kopfhörer“ an und wenn es Euch gefällt, dann kauft Euch das Album! Besucht auch unsere Labelseite kopfhoerer-rec.de und informiert Euch über unsere anderen Releases! Das ist alles unüberhörbar gute Musik!“ Interview am 08.11.2006, Murray Schell (Generation One)
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Murray: Wie war das Feedback von Deinen Fans in den letzten Jahren? Hast Du gespürt, dass die Leute schon lange auf etwas Neues von Dir warten?
Murray: In dem Track „Unüberhörbar“ rappst Du „Wenn Rap euch nichts gibt, dann nennt’s doch einfach Musik“. Sicher lassen sich viele Hörer von dem Rap in den Medien abschrecken, obwohl ihnen die Musik so wie Ihr sie macht wahrscheinlich gefallen würde. Was würdest Du all diesen Leuten hier gerne sagen wollen?
Murray: Was ist Deiner Meinung nach das besondere an seinen Beats?



