Review | Kritik | Bewertung @ Generation One
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| Artists - Interviews | |||
| Freitag, 15. Juni 2007 um 10:45 Uhr | |||
Creme Fresh (Juni 2007) Wo einige Veteranen der Szene etwas schwächeln, treten gerade Newcomer wie Creme Fresh den Vormarsch an, um einen musikalischen Sieg für die Rapkultur zu erringen. Mit ihrem Debütalbum „Hast Du Feuer?!“ – das nächste 58 Beats Release der jüngsten Erfolgsgeschichte - legten sie dabei gleich mal so stürmisch los, dass wir für weitere Veröffentlichungen glatt eine neue Bewertungsskala bräuchten… Noch mehr Positives von den Münchnern gibt es im exklusiven Interview zu erfahren. Christian: Wunderschönen guten, stellt Euch doch bitte erst einmal für die Unwissenden vor. Wer versteckt sich hinter Creme Fresh? Fatoni: „Hinter mir verstecken sich oft irgendwelche Straftäter, die von der Polizei gesucht werden, dank meines breiten Umfanges kann ich die ganz gut verdecken. Ich bin Rapper.“ Bustla: „Zuständig für Beats, Mixes und Live-DJ.“ Keno: „Ich bin auch Rapper.“ Christian: Wie ist die Lage bei Euch? In einigen Tagen erscheint nun „Hast Du Feuer?!“, wie sind Eure Erwartungen? Bustla: „Dass die Leute merken, wie viel Arbeit darin steckt.“ Fatoni: „Wir sprechen mit dem Album viele Leute an, die keinen Bock auf den momentan erfolgreichen deutschen Rap haben. Es ist ein neuer Sound, eine Alternative. Ich denke, wir treffen den Zeitgeist und in ca. 10 Jahren wird unsere Erfolgsgeschichte verfilmt. Ich denke, wir werden Scorsese als Regisseur beauftragen, ich bin mir nur noch nicht sicher, wer mich spielen soll.“ Keno: „Ich denke, eine gute Idee wäre der Typ, der den King of Queens spielt, oder?“ Christian: Ihr selbst bezeichnet Euch auf “Hast Du Feuer?!” als die “Zukunft des Rap”. Wie sieht Eurer Meinung nach die Zukunft aus? Bustla: „Vielfältiger, größer und weniger Szenebezogen.“ Fatoni: „Übergewichtig und Tunnelblickbefreit.“ Keno: „Ich will ja nicht pessimistisch rüberkommen, aber ich glaube, dass sie bereits bei unseren Kindern anfangen werden, Chips zu implantieren, und... Ach so, es geht um Rap, richtig?“ Christian: Auf „Public Relations“ wird das Thema Globalisierung behandelt, was auch auf dem G8-Gipfel ein wichtiges Thema darstellte. Wie steht Ihr zu der Diskussion um die Notwendigkeit der Verhandlungen in Heiligendamm?Keno: „Also ich werde jetzt hier sicher keine politische Abhandlung über das Thema “Heiligendamm” abliefern, das ist nicht mein Ding. Das hörst Du auch in dem Track, ich möchte Leute wachrütteln, sich selbst Gedanken zu machen. Ich mache keinen Aktivisten-Rap, der Dir sagt, wie genau Du alles machen sollst. Notwendig ist es natürlich, dass sich mal ein paar Mächtige zusammensetzen und was Nützliches entscheiden. Aber ich bezweifle, dass sie es tun werden, weil sie in ihrem Machtgefüge kaum Spielraum haben. Wenigstens hat Bush zugegeben, dass der Klimawandel vielleicht doch etwas mit den Menschen zu tun haben könnte... Aber natürlich mit den Irakern.“ Fatoni: „Ich kann an dieser Stelle leider nur einen sehr verwirrten Anrufer einer Münchner HipHop-Radiosendung zitieren: “Hallo, ähm ich wollt nur sagen ich scheiß auf den ganzen G8-Scheiß und so… und Nato.“ - Wahre Worte mein Freund.“ Christian: Sollte Rap Eurer Meinung nach etwas politischer zur Tat schreiten? Im Titeltrack heißt es „Es ist echtes Talent, nicht dieses Familybusiness / Fernab von dummen Images, Backpacker-Gangstergedisse, vergiss es / Es ist etwas Menschliches“. Ist Rap schon zu sehr Kommerz geworden, um frei und rebellisch / menschlich sein zu können? Keno: „Das liegt echt bei den Leuten selbst. Entweder Du entscheidest Dich dafür, ein Leben zu haben und auch davon zu erzählen oder Du machst den ganzen Tag nur noch Business und erzählst auch nur davon. Für mich wird’s dann allerdings langweilig.“ Fatoni: „Kommerz und Politik oder auch “Rebellion” ist kein Widerspruch. Für mich gilt grundsätzlich: Du kannst was aussagen, musst Du aber nicht. Jeder soll doch bitte machen, worauf er Bock hat.“ Bustla: „Rebellisch sein kann man immer, wenn man das unbedingt will, heute muss man nur anders provozieren. Freiheit ist etwas, das man sich nehmen muss, indem man sich herausnimmt, auf das zu scheißen, was andere sagen.“ Christian: Ihr habt neben Holundermann keine weiteren Features. Why? Keno: „Wir wollen mit dem überzeugen, was wir können, nicht mit dem, was andere können.“ Bustla: „Weil wir nur echte Atzen featuren.“ Fatoni: „Wir sind nicht die größten Fans von unendlichen Featurelisten, ich bedauere allerdings, dass wir es nicht geschafft haben, mit unserem Homie Juse Ju einen Track für das Album zu machen. Es gibt außerdem noch einen weiteren Gastauftritt auf dem Album, musst Du wohl erst suchen (Nico Suave spricht einen Skit; Anm. d. Red.).“ Christian: Auf „Zukunft des Rap!?“ mit Holundermann findet ein lustiges Generationenbattle zwischen Euch statt. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?Fatoni: „Das ist eines der Themen, die aus dem Freestylen entstanden sind, wir hatten mal einen Gig mit Blumentopf, bei der gemeinsamen Freestylesession haben wir angefangen, uns auf das Alter zu beziehen und zu battlen. Dieses Thema ist eines der ältesten der Welt: Jung gegen Alt, Alt gegen Neu, Padavan gegen Jedi Meister, Cola gegen Pepsi. Ich möchte hier aber noch einmal klarstellen: Nein, wir sind nicht die neuen Blumentöpfe, Blumentopf ist dope, wir sind dope, aber anders!“ Christian: Denkt Ihr, dass bald von den Medien gehypete Newcomer den Old School’ern kaum noch eine Chance lassen, gehört zu werden oder haben „die Alten“ einfach nur nachgelassen? Fatoni: „Ich denke, diese Entwicklung ist schon passiert, durch das Entstehen neuer „Rapsparten“ in Deutschland in den letzten Jahren. Aber innerhalb der Sparte, in die wir gesteckt wurden, kann ich so etwas noch nicht erkennen. Mir kommt es so vor, als wären viele Fans einfach faul. Ich sehe Fans von bestimmten Bands und denke mir irgendwie „Hey Ihr müsstet eigentlich auch unsere Fans sein“, nur dass diese Leute eben keine Bands wie uns suchen, sondern warten, bis sie ihnen vorgestellt werden, deswegen ist es als Newcomer immer schwierig, egal wie gut Du bist. Das Zauberwort heißt wohl: Promotion. Einige alte Hasen haben in meinen Augen vielleicht nicht unbedingt nachgelassen, aber sich nicht entwickelt. Ich will die dann nicht mehr hören.“ Bustla: „Alle werden essen… Halt, ich bin als Erster dran!“ Christian: Auf “Flashback” sprecht Ihr anschließend über die gute alte Zeit - Mitte der 90er bis zum Millennium. Was vermisst Ihr derzeit im Rapgeschehen? Bustla: „Eigenständigkeit, was den Sound angeht. Den Mut, deutschen Rap zu machen, der nicht so klingen soll wie Ami-Rap.“ Fatoni: „Den Mut, deutschen Rap zu machen und dazu zu stehen - Verdammte Scheiße, ja ich mache deutschen Rap.“ Keno: „Ich finde deutscher Rap wollte schon immer so klingen wie Ami-Rap, das ist nichts Neues, aber Ihr habt trotzdem recht.“ Christian: Wie lange habt Ihr für das Album im Studio gesessen und wie gestaltete sich die Produktionsarbeit? Keno: „Wir saßen fast zwei Jahre im Studio, deshalb sind wir auch so bleich.“ Christian: Mit einer Wertung von 6 Heads habt ihr 2007 erstmalig den Highscore bei uns erreicht. Eine Qualitätssteigerung wird sich demnach relativ schwierig gestalten, schon Überlegungen, wie Ihr das anstellen wollt? Bustla: „Nicht zu viel über so etwas nachdenken ist glaub’ ich das beste Rezept.“ Keno: „Ganz einfach, Ihr werdet mit der Veröffentlichung unserer nächsten Scheibe zwangsläufig zwei oder drei Heads mehr einführen müssen.“ Christian: Bustla, Du bist der Mann, der hinter den Instrumentals steckt. Ein Markenzeichen war für mich bisher kaum erkennbar, alles klingt sehr innovativ und ideenreich. Wie bist Du an die Instrumentals herangegangen? Bustla: „Eigentlich war es meistens so, dass ich bewusst jedes Mal anders angefangen habe.“ Christian: In Deutschland kann man in den letzten Monaten eine Art Producer-Hype feststellen, die Schrauber stehen nun nicht mehr nur im Hintergrund. Wer ist Dein Favorite und wieso? Bustla: „Also einer meiner absoluten Favoriten ist Mathew Herberts - sollte sich jeder mal anhören, ist irgendwo zwischen Jazz und Electronic, aber noch viel mehr als das. Wenn Du mich nach Rapproduzenten fragst, muss ich, obwohl das nichts Neues ist, „leider“ Dilla und Timbo sagen. Dilla, was die Grooves und seine Vielseitigkeit betrifft, Timbo wegen der selbst aufgenommenen und extrem fetten Sounds. Sonst mag ich auch DJ Vadim, RJD2, Dizzee Rascal und noch viele andere.“ Christian: Ihr seid nebst der hervorragenden Arbeit, die Ihr im Studio leistet, auch sehr begeisterte Live-Performer. Was erwartet die Glücklichen, die am 30. Juni auf der Releaseparty am Start sind?Fatoni: „Oh mein Gott, das wird krass, ich glaub, auf so ’ne Party hat München lang gewartet. Wir haben alleine schon sehr sehr gute Supportacts: Juse Ju, Black and Proud (a.k.a. Bonzi Stolle & Mr. Schwarz; Anm. d. Red.) und die Demograffics.“ Bustla: „Innerhalb unserer Show wird es nicht nur wie gewohnt von unserer Seite viele Banger, Nicker, Flows, Sketches und Texte geben, sondern zusätzlich Gäste wie Nico Suave, Holundermann vom Topf und eine Bigband (Foobirds Bigband; Anm. d. Red.) aus Bayreuth, mit der wir einen Track aufgenommen haben.“ Keno: „Das wird ein großes Spektakel.“ Christian: Sicherlich wird es auch ein Open Mic geben. Fatoni: „Nein auf gar keinen fucking Fall, Open Mic endet grundsätzlich immer und ohne Ausnahme im Chaos. Wenn Du allerdings meinst, dass wir und geplante Gäste in unserer Show freestylen werden, dann, ja natürlich, wer sollte Freestylerap retten wenn nicht wir?“ Keno: „Word!“ Christian: Ihr seid in letzter Zeit nicht besonders oft auf Freestyle-Battles anzutreffen, how come? Keno: „„Undisputed“ ist einfach ein schöner Titel. Außerdem freestyle ich einfach zurzeit lieber auf Toiletten und besoffen vor Clubs.“ Fatoni: „Man soll eben aufhören, wenn es am schönsten ist. Es ist außerdem so, dass die Rapper, die bei Battles mitmachen, oft nix anderes machen, keine Alben und so und dass die einen unfickbaren Vorrat an Punchlines haben, ich kann da im Moment gar nicht mithalten.“ Christian: Was kommt nach den anstehenden Gigs und der Releaseparty von Munich’s Finest? Keno: „Ich hoffe dann bekommen wir erstmal eine goldene Platte und können uns ein neues Studio kaufen - eines, in das Sonnenlicht hineinkommt.“ Fatoni: „Wir gehen im September mit 58 Beats (Main Concept und 421; Anm. d. Red.) auf Tour, darauf freuen wir uns sehr.“ Christian: Dann wünsch ich Euch noch viel Erfolg mit Eurer Platte. Irgendwelche letzten Worte? Keno: „Jetzt ist ganz offiziell alles vorbei... Tchia!“ Fatoni: „Kauwabanga mutschikatos, seid immer lieb zueinander, Ihr wisst nicht, was Ihr sonst verpasst.“ Bustla: „Wir werden in die Berge ziehen und uns die Kastelruther Spasten nennen.“ Interview am 15.06.2007, Christian "Monk.E" Wolking (Generation One)
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Creme Fresh
Christian: Auf „Public Relations“ wird das Thema Globalisierung behandelt, was auch auf dem G8-Gipfel ein wichtiges Thema darstellte. Wie steht Ihr zu der Diskussion um die Notwendigkeit der Verhandlungen in Heiligendamm?
Christian: Auf „Zukunft des Rap!?“ mit Holundermann findet ein lustiges Generationenbattle zwischen Euch statt. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?
Christian: Ihr seid nebst der hervorragenden Arbeit, die Ihr im Studio leistet, auch sehr begeisterte Live-Performer. Was erwartet die Glücklichen, die am 30. Juni auf der Releaseparty am Start sind?



