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Games - PC
Donnerstag, 15. Januar 2009 um 09:05 Uhr
Der Herr der Ringe:
Die Eroberung
(2009)
Bewertung: 2 von 6
Hersteller: Electronic Arts
www.die-eroberung.de

Wenn ich mir einige Parts der gigantischen “Herr der Ringe”-Trilogie auf DVD immer wieder gerne anschaue, dann sind es gerade die intensiven Kampf- sequenzen und geradezu epischen Schlachtszenarien. Regisseur Peter Jackson bewies sich hier als wahrer Meister seines Fachs. Nun stellt sich die Frage, ob das Entwicklerteam von Pandemic auch spielerisch das umsetzen kann, was Story, Bild- und Tonmaterial an verheißungsvollem Potenzial hergeben.

Angeblich soll man ja in “Der Herr der Ringe: Die Eroberung” alle Schlachten der Filmvorlage quasi live miterfahren und durch das eigene Kampfgeschick aktiv beeinflussen können. Helms Klamm, Minas Tirith, Moria, der Schicksalsberg und das schwarze Tor sind die Schauplätze des Geschehens. Neben der Sofortaction, die sich mit den verschiedenen Modi Team-Deathmatch, Eroberung und Finde den Ring besonders für den Online-Multiplayer-Bereich (leider etwas mager ausgelegt für nur bis zu 16 Spieler) eignen. Reizvoll sind auch die beiden längeren Kampagnen: Hier kann man entweder die Armeen des Westens zum finalen Sieg über Sauron führen (Ringkrieg) oder selbst der bösen Seite beitreten, um mit den dunklen Heerscharen ganz Mittelerde zu zerstören (Saurons Aufstieg).

Egal für welche Seite man sich schlussendlich entscheidet, das Spielprinzip bleibt gleich. Es gibt nämlich vier grundlegende Charakterklassen, denen es leider etwas an Balance mangelt. Der Nahkampf erprobte Krieger, der auf Distanz sehr effektive Bogenschütze, der Truppen schützende Magier und zu guter Letzt der hinterhältige Späher können zwar je nach taktischem Bedarf an gewissen Checkpoints angewählt werden, aber die hier suggerierte Abwechslung ist bei weitem nicht so notwendig. Allzu schnell spielt man sich auf eine oder maximal zwei Charakter ein und metzelt sich entweder mit dem Krieger in bester Hack'n'Slay-Manier durch die gegnerischen Horden oder verteilt gezielt tödliche Treffer mit dem Bogenschützen.

Dauerhafter Spielspaß stellt sich aufgrund redundanter Spielszenarien mit marginal veränderter Optik der Umgebung kaum ein und wird durch den recht spärlich ausfallenden Einsatz der angepriesenen Helden des Films nur an bestimmten Punkten der Storyline auch nicht gerade angehoben. Zusätzlich getrübt wird er darüber hinaus durch gewisse grafische Mängel mit denen Filmadaptionen aufgrund des Mangels an Entwicklungszeit normalerweise immer zu kämpfen haben... aber bitte nicht ganze 8 Jahre nach der Kinoerstausstrahlung! Das Spiel wirkt insgesamt etwas altmodisch und es wird zu wenig aus den gegebenen Möglichkeiten gemacht. Gar unverzeihlich sind einige Bugs während des Spiels, durch die man beispielsweise mehr oder weniger dramatisch oft hilflos zusehen muss, wie man in einem unachtsamen Moment von Gegnern in einen tödlichen Abgrund gestoßen wird, von den eigenen Truppen keinerlei halbwegs intelligente Unterstützung bei Angriffs- oder Deckungsmanövern erhält oder sich wehrlos den Komboangriffen der mächtigeren Gegner ausgesetzt sieht.

Klare Frustmomente, die letztendlich dafür sorgten, dass ich „Der Herr der Ringe: Die Eroberung“ schon nach ein paar wenigen Stunden des Testberichts aus dem PC in den Redaktionsschrank der weniger beliebten Titel verbannte. Sehr schade. [AR]