Review | Kritik | Bewertung @ Generation One
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| Artists - Interviews | |
| Dienstag, 24. März 2009 um 10:55 Uhr | |
Fiva (März 2009) Erneut war es eine ganze Zeit lang sehr still geworden um die Münchener Rap-Künstlerin Fiva, die als Radiomoderatorin und Buchautorin in dieser Zeit gewiss nicht untätig blieb. Umso mehr können sich ihre Fans nun über ein neues Albumrelease mit dem Titel „Rotwild“ freuen. Ganz ungewohnt diesmal nicht mit ihrem langjährigen Wegbegleiter und Kopfhörer Recordings-Kollegen DJ Radrum an den Reglern. Mehr Hintergrundinfos wie gewohnt in unserem Interview. Kevin: Hallo Fiva! Ich gratuliere ganz herzlich zur Veröffentlichung Deines dritten Langspielers „Rotwild“. Seitdem der Albumname „Rotwild“ bekannt gemacht worden war, starteten Vermutungen, warum Du das Album mit diesem Namen betitelt hast. Deswegen interessiert mich und höchstwahrscheinlich auch eine Vielzahl Deiner anderen Hörer, wie es überhaupt zum Namen „Rotwild“ kam oder was sich eigentlich genau hinter diesem Namen verbirgt. Kannst Du es uns verraten? Fiva: „Zum einen wollte ich wie schon bei den vorherigen Alben wieder einen Titel, der aus zwei Wörtern besteht. Vielleicht aus Aberglaube, aber eher wegen dem Klang. Und Rotwild klingt gut, wie ich finde. Zudem komme ich mir, wenn ich mich nicht auf der Bühne befinde, zwischen all den Rappern vor wie ein Reh. Halt irgendwie normal und entspannt. Und irgendwann habe ich mir gedacht, na wenn Du ein Reh bist, bist Du zumindest Rotwild. So war das!“ Kevin: Dein neues Album ist nun schon seit dem 20. Februar dieses Jahres auf dem Markt. Wie fiel die bisherige Resonanz aus? Bist Du zufrieden? Fiva: „Yoh. Man soll es nicht verschreien. Aber wir sind sehr froh und auch ein bisschen überrannt. Und auch wenn es erst der Anfang des Interviews ist, hier gleich Mal: Danke Leute fürs kaufen. Fürs im Radio spielen und darüber schreiben!“ Kevin: Das komplette Album wurde diesmal von Flip (Texta) produziert. Wie kam der Kontakt zustande und wie gefiel Dir vor allem die Zusammenarbeit mit ihm? Fiva: „Da Radrum sein Studium abschließt und sich hauptsächlich um das Label kümmert, konnte er dieses Mal nicht beim kreativen Prozess dabei sein. Ich hatte „Paroli“ von Texta gehört, und war schwer beeindruckt von den Beats. Und als Texta dann in München gespielt haben, bin ich zum Flip hin und habe ihn gefragt, ob er mein neues Album produziert. Und so lief es dann auch. Die Zusammenarbeit war ähnlich unkompliziert. Ich war in Linz im Studio und habe extrem von der langjährigen Erfahrung von Flip als Produzent und Rapper profitiert.“ Kevin: Beim Verbreiten des Snippets für „Rotwild“ erhielt ich von vielen Leuten positive Rückmeldungen. Allerdings gab es auch Leute, die mir mitteilten, dass sie mit weiblichem Sprechgesang nichts anfangen könnten. Für mich ist diese Aussage nicht richtig nachvollziehbar. Liegt es einfach an der Ungewohnheit, da weibliche Künstler im deutschen HipHop ja eher nicht so zahlreich vertreten sind, oder wo siehst Du die Ursachen dafür? Fiva: „Das kann ich Dir leider nicht sagen. Keine Ahnung.“ Kevin: Im Song „Kleinkunst“ erzählst Du von drei Menschen, die ihr Alltagsleben satt haben, davon träumen, in einer Band zu spielen und diesen Traum letztendlich auch wahr werden lassen. Wie lange brauchst Du eigentlich, um so eine schöne Kurzgeschichte fertigzustellen? Gehen Dir manche Themen leichter von der Hand oder hält sich das eher im Gleichgewicht? Fiva: „Also auf Kleinkunst bin ich schon ein wenig stolz, aber solche Geschichten dauern bis sie auf dem Papier stehen. Ich hatte vor längerer Zeit diese Idee. Und dann habe ich ein paar Skizzen geschrieben und eine Menge recherchiert. Und dann angefangen zu schreiben. Und wenn ich dann mal dran sitze, geht es recht schnell voran. Die Vorarbeit ist da wesentlich zeitintensiver.“ Kevin: Irgendwo musst Du ja auch die Inspiration für das Schreiben Deiner Texte hernehmen. Wovon lässt Du Dich am meisten inspirieren? Rührt ein Song wie beispielsweise „Lila“ womöglich auch aus eigenen Erlebnissen her? Fiva: „Naja, ein bisschen Eigenes steckt überall drin. Aber es wäre falsch zu denken, ich hätte die Geschichten aus meinem Tagebuch geschält. Ich sauge halt viel aus meinem Umfeld auf. Höre zu, lese viel, schau mir Filme an, Und aus all dem mischen sich dann Geschichten zusammen.“ Kevin: Mit Ryoma, mnemonic, Donato, Inferno79 und Wuakyla Styles habt Ihr Euch fantastische Künstler mit ins Boot geholt. Wieso aber kommt keiner dieser Künstler auf „Rotwild“ zu Wort? Es fällt generell auf, dass seit „Spiegelschrift“ die Vielfalt an Features stark zurückgegangen ist. Woran liegt‘s genau? Zufall? Fiva: „Nein. Ich kann das gar nicht so beantworten. Ich habe selten Features auf meinen Alben. Ich arbeite an den Texten als ganzes und finde manchmal wenig Sinn darin, Feature-Gäste einzuladen, um eine andere Stimme auf dem Album zu haben. Es hat auch ein wenig mit der Organisation zu tun. Denn wenn ich schon ein Lied mit jemandem schreibe, möchte ich das mit ihm zusammen tun. Und über die Idee gemeinsam nachdenken und das Lied zusammen aufnehmen. Das kostet Zeit und natürlich auch Geld. Ich bin nicht so für die „rap mal ein und schick mir Deinen Part“-Geschichte.“ Kevin: Gerade Du darfst Dich aus meiner Sicht zu den namenhaftesten Künstlern im deutschen HipHop zählen. Du bist doch mit Sicherheit schon des Öfteren von diversen Leuten gefragt worden, warum Du nicht einfach mal Songs mit Größen wie etwa Samy Deluxe oder Jan Delay startest, oder? Dies würde Dich selbst und Euer Label jedenfalls sehr viel mehr in den Vordergrund rücken. Kämen solche Überlegungen in Zukunft für Dich in Frage oder kannst Du sehr gut auf diese namenhaften Features verzichten?Fiva: „Naja, vieles dazu habe ich schon gesagt. Ich muss die Leute zum einen kennen und es muss sich ergeben. Ich will keinen über sein Management anfragen.“ Kevin: Wie kam eigentlich Dein erstes Buch „Klub Karamell“ bei den Leuten an? Wird es in Zukunft etwas Neues von Dir zu lesen geben? Fiva: „Ich glaube gut. Ich habe den Luxus, einen Verlag zu haben, der sich um alles kümmert. Und da ich an einem neuen Buch sitze, kann es gar nicht so schlecht gelaufen sein. Ich hatte ein paar schöne Lesungen, und es hat Spaß gemacht, sich das alles mal aus der Nähe anzusehen.“ Kevin: In „Sowieso ich“ erzählst Du davon, wie sehr Dir neunmalkluge Leute bzw. Wichtigtuer in Deiner Studienzeit auf den Geist gingen. Diese Leute begegnen einem heute ja überall. Woran könnte es denn Deiner Meinung nach liegen, dass sich viele Menschen ihren Mitmenschen gegenüber so sehr beweisen müssen, nur um im Endeffekt mitteilen zu wollen, dass sie „besser“ seien? Fiva: „Ich könnte jetzt mit gesellschaftlichen Druck, Erziehung und dem Schulsystem ankommen. Aber ehrlich, ich habe da keine Grundtheorie. Es ist einfach nur, dass ständiges Gemäkel und Gerede von Leuten, die selbst nichts machen auf Dauer sehr anstrengend ist. Und man muss die Kunst lernen, sich davon zu distanzieren und zu sagen: Hey, ich mach das so, weil ich da Bock drauf hab. Und gut ist!“ Kevin: Ist eine Tour quer durch Deutschland geplant, werden lediglich nur ein paar Städte besucht oder wird diesmal sogar ganz auf Live-Konzerte verzichtet? Fiva: „Nein, wir verzichten sicher nicht auf Live Show. Wir spielen dieses Jahr viele schöne Gigs, nachzulesen auf www.fivasolo.de.“ Kevin: Ist in naher Zukunft vielleicht auch mal ein Projekt wie etwa eine Compilation von Kopfhörer Recordings geplant? Fiva: „Mal sehen. Genaues weiß man noch nicht.“ Kevin: Ich danke Dir vielmals für dieses kurze Interview und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und alles Gute! Hast Du noch ein paar letzte Worte für die Leute da draußen übrig? Fiva: „Bitte weiter Platten kaufen! Und danke dafür!“ Interview am 24.03.2009, Kevin Frese (Generation One)
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Fiva
Kevin: Das komplette Album wurde diesmal von Flip (Texta) produziert. Wie kam der Kontakt zustande und wie gefiel Dir vor allem die Zusammenarbeit mit ihm?
Kevin: Gerade Du darfst Dich aus meiner Sicht zu den namenhaftesten Künstlern im deutschen HipHop zählen. Du bist doch mit Sicherheit schon des Öfteren von diversen Leuten gefragt worden, warum Du nicht einfach mal Songs mit Größen wie etwa Samy Deluxe oder Jan Delay startest, oder? Dies würde Dich selbst und Euer Label jedenfalls sehr viel mehr in den Vordergrund rücken. Kämen solche Überlegungen in Zukunft für Dich in Frage oder kannst Du sehr gut auf diese namenhaften Features verzichten?



