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Games - Wii
Donnerstag, 11. Juni 2009 um 13:36 Uhr
Indiana Jones und der
Stab der Könige
(2009)
Bewertung: 3 von 6
Hersteller: Lucas Arts
lucasarts.com/indianajones

Indiana Jones startet in ein neues Abenteuer! Der promovierte Archäologe Dr. Henry Walton Jones, Jr. erlebte seinen fulminanten Einstand im Jahre 1981 mit dem Blockbuster „Jäger des verlorenen Schatzes“ und zählt noch heute zu den faszinierendsten und wohl berühmtesten Actionhelden der Filmgeschichte. Was folgte, waren drei weitere Kinoproduktionen, zahlreiche Romane und Comics, eine Fernsehserie und ein ganzes Dutzend an Videospielen.

Es ist bereits ein Jahr vergangen seit dem vierten Teil „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“, die Fans sind noch hungrig und Lucas Arts beschert ihnen mit „Indiana Jones und der Stab der Könige“ ein vermeintlich weiteres spannendes Kapitel, nicht für die beiden großen HD-Konsolenableger, sondern speziell auf die interaktiven Steuerungsmöglichkeiten der Nintendo Wii zugeschnitten. Beim Versuch, das mysteriöse Verschwinden seines Freundes Archie Tan aufzuklären, stößt Indy auf einen alten Bekannten aus seinen Studienjahren und einige interessante Aufzeichnungen betreffend eines weiteren Schatzes von unsagbarem Wert: der Stab der Könige. Selbstverständlich ist auch sein jetziger Erzrivale Magnus Völler mitsamt deutscher Soldatenschar hinter diesem Heiligtum her, mit dem Moses einst das rote Meer teilte.

Die gewohnt abenteuerliche Reise von Jones, Jr. führt ihn zu einer Vielzahl an schillernden Schauplätzen rund um den Globus: Sudan, Chinatown, San Francisco, Panama, Istanbul und Nepal – sei es zu Fuß, zu Pferd, mit dem Fahrzeug, im Wasser oder in der Luft, es scheint jedes Mittel recht, das ihn der Lösung seines nächsten Rätsels ein Stück weit näher und schnell von den lästigen Nazi-Schergen entkommen lässt. Oft genug kommt es aber zur direkten Konfrontation und der Kampf scheint unausweichlich. Zum Glück hat Indy seine Peitsche schnell zur Hand und weiß sie geschickt einzusetzen. Schwere Gegenstände können damit ins Wanken gebracht sowie Gegner getroffen, entwaffnet  und näher herangezogen werden. Eine sehr effektive und tolle Waffe, die mit Hilfe der Wii Fernbedienung halbwegs präzise gesteuert werden kann und sehr viel Spaß mit sich bringt.

Zwar beherrscht Indiana Jones auch den Faustkampf mit einigen treffsicheren Hacken und schweren Uppercuts, allerdings streikt die Eingabeerkennung von Wii Remote und Nunchuk an manchen Stellen sehr gewaltig, reagiert also entweder viel zu spät oder erst gar nicht. Ärgerlich. Da sammelt man besser allerhand herumliegende Gegenstände auf und nutzt diese als zusätzliche Schlaginstrumente oder Wurfgeschosse. Wenn man von der reaktionsschwachen Steuerung einmal absieht, so wird einem der lineare Spielverlauf dann doch sehr einfach gemacht und lässt wenig Spielraum für geistige Exploration. Rätsel, die einem bewusst so leicht gemacht werden, kennt man eigentlich nicht von der Serie. Nach ca. 8 Stunden Gesamtspielzeit, die man für die Erlangung des königlichen Stabes investieren muss, wird man mit einem kleinen aber feinen Bonus entlohnt. Insbesondere Fans werden sich über das legendäre Point-and-Click-Adventure „Indiana Jones And The Fate Of Atlantis“ freuen, das sich freischalten und anschließend auf der Wii spielen lässt. Nostalgie aus den Neunzigern.

Als Fazit des abenteuerlichen Ausflugs bleibt mir nur zu resümieren, dass das Game trotz massenhaft verbreitetem Enthusiasmus seitens der Entwickler beinahe den Anschein erweckt, als wäre es in seiner noch unfertigen Fassung so lästig geworden, dass es jetzt endlich auf den Markt kommen muss. Ungeachtet vieler versteckter Fehler, die man gewiss noch hätte ausmerzen können – man denke dabei beispielsweise an einige flüchtige Übersetzungsfehler der deutschen Synchronisation. Erneut gilt: ärgerlich und irgendwie schade, das man solch großes Potential einfach zu verschwenden wusste. [AR]