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Review, Test, Kritik @ Generation One

Movies - Filmkritiken

Wo Crank aufhört, macht Gamer weiter. Die Review zum neuesten Geniestreich des Produzentenduos Neveldine/ Taylor.

Gamer (2010)
Bewertung: 4,5 von 6
Studio: Lakeshore Ent.
www.gamer-derfilm.de

„Ein Online-Game wird zur grausamen Wirklichkeit: Sträflinge kämpfen in einer Arena als moderne Gladiatoren um Leben und Tod. Dabei werden Sie von Computerspielern fremdge- steuert.“ Was sich hier im ersten Moment noch relativ absurd anhört, könnte in der Tat eine Art ernst zu nehmende Zukunftsprognose darstellen. Was ein Film wie Gamer ferner versucht zu sein, ist dann als waschechte Gesellschaftskritik zu verstehen. Wer die vergangenen Regiearbeiten des dynamischen Duos Mark Neveldine und Brian Taylor etwas genauer verfolgt hat, wird vermutlich in so manchem skurillen Bilderwahnsinn den rebellischen Mittelfinger entgegen heutiger Gesellschaftsformen bemerkt haben.

Fans von Crank werden vermutlich auch Gamer recht schnell in ihre Herzen schließen. Kommen wir aber zurück zur Handlung… Wir schreiben Zukunfts- geschichte oder besser gesagt eine Zukunft, die ein kreatives Genie wie der Multimillionär Ken Castle (grandios gespielt von Michael C. Hall, den man als sympathischen Serienkiller aus der Erfolgsserie Dexter kennen müsste) maßgeblich beeinflusst. Er ist der Erfinder des sog. „Nanex“, einer Nanozelle, die im motorischen Kortex des menschlichen Gehirns eingepflanzt wird, um sich dort zu vermehren und den Träger (oftmals entgegen seines Willens) extern steuerbar macht. „Die meisten einfachen Menschen sehnen sich nach etwas Kontrolle.“ ist das legitimierende Statement von Castle.

Wie sich damit Geld verdienen lässt, liegt auf der Hand… Wie wäre es, wenn heutzutage virtuelle Avatare der Referenzspiele Social Life oder Die Sims mit echten Menschen ersetzt werden könnten? Dann wäre ein Reallife-Game wie „Society“ womöglich nur die Spitze des Eisbergs. In einer strukturellen Zweiklassen-Gesellschaft gilt von nun der Leitspruch: „Du wirst bezahlt, um kontrolliert zu werden oder Du bezahlst, um zu kontrollieren.“ So verdienen neuartige Schauspieler ihren Lebensunterhalt damit, dass geschmacklos pervertiert dargestellte Enduser ihrem verwerflichen Vergnügen nachgehen können. Grenzen scheint es keine mehr zu geben. Die eigentliche Geschichte von Gamer hat damit noch nicht einmal begonnen…

Denn Ken Castle wäre nicht die verrückte Persönlichkeit, die Michael C. Hall darstellen soll, wenn er nicht ein viel bahnbrechenderes TV-Ereignis wie „Slayers“ aus dem Boden stampfen könnte. Wer Running Man gesehen hat, dürfte sich mit der Materie vertraut fühlen: Eine Kampfarena voller verurteilter Mörder, die ihrer Todesstrafe nur durch die Teilnahme an dem nicht minder tödlichen Wettstreit entgehen könnten. Zu überstehen sind 30 Level bis zur Freiheit. Gerard Butler (300) übernimmt die Rolle von Kable, dem unangefochtenen Helden des brutalen Spiels, der kurz vor seiner Begnadigung steht. Gesteuert wird dieser von einem – wie soll es auch anders sein - Teenager namens Simon (Logan Lerman), der erst lernen muss, dass man manchmal die Kontrolle abgeben muss, um zu gewinnen. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten...

Bleibt einzig das Fazit: Auch wenn die visuelle Gestaltung des Films in gewohnt hektischer und teilweise bewusst überzogener Manier ausfällt, so weiß das Regisseur-Duo Neveldine/Taylor wieder recht treffsicher mit ihrer Mischung aus knallharter Action und provokativen Trash-Szenen zu gefallen. [AR]



Zusammenfassung der Review

Alexander Riede ist der Meinung...
Trash muss nicht schlecht sein. Das haben Neveldine und Taylor mit ihrem Erfolgshit Crank bereits unter Beweis gestellt. Gamer erhebt neben krachenden Actionszenen dann auch noch den Anspruch, sozialkritisch zu sein... mit Erfolg. Im Grunde ist die Story von Gamer zwar nicht neu, aber der Film lebt von seinen visuellen Effekten und ist allemal eine Empfehlung wert.

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