HipHop
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Ob es für die Münchener Veteranen von Blumentopf auch nur fürs kleine Finale reicht, zeigt diese Review.
Blumentopf - Wir (2010) Bewertung: 3 von 6
Label: Virgin (EMI)
www.blumentopf.de
Wir, der sechste Longplayer der fünf Münchner, 52 Minuten lang, 15 Songs stark mit Janna als einzigem Featuregast ist der Nachfolger des aus meiner Sicht beinahe tragischen Totalausfalls Musikmaschine. Ich bin skeptisch. Ich bin mit Blumentopf aufgewachsen. Mein persönliches Albumhighlight war Eins A im Jahr 2001. Gern Geschehen wusste bei mir immer noch zu überzeugen, aber hat sich nicht mehr in mein Herz gefressen.
Dann kam die Musikmaschine und ich habe mich von Blumentopf abgewendet. Ich war mir zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob es an Blumentopf oder mir lag. Das kann ich nach dem Hören von Wir immer noch nicht sagen. Das flaue Gefühl ist leider geblieben. Klanglich ist Wir deutlich rockiger geworden als jedes vergangene Blumentopf Album. Ob man das als positiv empfindet oder nicht, ist Geschmacksabhängig. Mein Geschmack ist es eher nicht. Schon Dendemanns aktueller Longplayer bewegt mich musikalisch nicht und auch Wir sind Rock schafft das nicht. Wirkt bei mir alles ein bisschen wie „Echter Rock in langweilig“.
LIVE MIT SICHERHEIT WIEDER
EINE SPANNENDE SACHE.
EINE SPANNENDE SACHE.
Für HipHop-Hörer, die sich aus ihrem Genre nicht heraus bewegen, sicher spannend. Für einen Alleshörer unspektakulär. Somit wäre gesagt, was Wir nicht kann. Was kann Wir also? Die Stärken von Blumentopf waren und sind zum einen ein überzeugendes Storytelling abliefern und zum anderen livetaugliche Bretter basteln. Mit diesem Album erweitern die fünf Herren in beiden Punkten ihr Repertoire. Wenn man mit Liveband auftritt, ist das Album höchstwahrscheinlich ein großer Spaß. Von fünfzehn Songs musste ich acht skippen weil ich es nicht geschafft habe, sie durchzuhören. „Eins, Zwei, Drei, wir / sind zurück hier im Revier“. Fremdscham pur. Die verbleibenden Anspieler waren bei mir ok, aber es ist nichts hängengeblieben.
Blumentopf liefern ordentliches Handwerk ab, aber es werden keine Gefühle transportiert. Das Album liefert diesbezüglich sogar ein Vergleichsbeispiel ab: Ausmisten. Thema: „Weg mit dem Alten, her mit dem Neuen“. Ein handwerklich gut gemachtes Stück Musik. Das Vergleichsobjekt: Alles Neu von Peter Fox. Thema: „Weg mit dem Alten, her mit dem Neuen“. Ein musikalisches Feuerwerk, das mich Herz- und Bauchmäßig dermaßen berührt, dass ich sogar nach dem 100sten Hören ausrasten könnte. Ich kann folglich den Kauf des Albums ruhigen Gewissens nicht uneingeschränkt empfehlen, aber möchte dem Hörer den Kauf einer Konzertkarte nahelegen. [RC]
Zusammenfassung der ReviewArno Papenheim ist der Meinung...
Nach Musikmaschine ein zumindest kleiner Lichtschein am Topf-Horizont. Blumentopf mixen Rap mit Rock und liefern so eine für deutschen HipHop ungewöhnliche, aus musikalischer Sicht jedoch durchschnittliche Platte ab. Alte Stärken wie Storytelling und Livetauglichkeit bleiben den fünf Münchnern erhalten. Auch wenn die Songs mich auf Albumlänge nicht überzeugen, bin ich sicher, live geht da einiges.
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