Interaktiv
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| Interactive - Eure Musik | |||
| Samstag, 07. August 2010 um 13:15 Uhr | |||
Kopf oder Herz? Am Ende entscheidet das Gefühl und der positive Eindruck dreier österreichischer MCs. MA 21 - Kopf oder Herz (2010) Bewertung: 5 von 6 Label: Magistrat Musik www.ma21.at Wenn man sich einer Sorge ganz und gar nicht stellen muss, dann ist es die Befürchtung, Österreich hätte noch Nachholbedarf in Sachen HipHop-Kultur. Vielleicht mag ich mich auch irren, aber bis dato erreichte uns in der Redaktion noch kein einziges schlechtes Release aus unserem Nachbarland. Beinahe beängstigend, aber eine positive Entwicklung in meinen Augen. Auch eher unscheinbar nahm ich folglich die Bemusterung mit dem Debütalbum Kopf oder Herz der Wiener Rapgruppe MA 21 zur Kenntnis und war nach der ersten Hörprobe positiv überrascht bis hellauf begeistert. Wer aber sind MA 21? Beinahe unwichtig im Vorfeld, denn Smaug (MC), Pierre (MC), Donnie Rico (MC und Produzent) sowie DJ Playmaka als Unterstützung bei Live-Auftritten stellen sich auf ihrem kleinen Meisterwerk zugleich selbst vor. Was man vielleicht am Rande wissen sollte: die drei Freunde, die Ende der Neunziger ihre Leidenschaft für Musik entdeckten, gründeten 2001 kurzerhand MA 21 und schießen gerade jetzt wie Phoenix aus der Asche. Gemeinsam ging man schon durch gute wie schlechte Zeiten und ist vereint in Erinnerungen und Freundschaft. GZSZ wirkt authentisch und ehrlich, straight aus dem Herzen. FRESHE BEATS, DOPE FLOWS, CLEVERE TEXTE. Die drei MCs unterstützen ihre pointierten Reime sehr gut gegenseitig und stellen den Spaß an ihren Songs sehr deutlich in den Vordergrund. Man spürt mit fortschreitender Spieldauer von Kopf oder Herz, dass die Jungs tatsächlich im HipHop tief verwurzelt sind und mit 4/4 Takt Herzschlag leben. Könnte es eine bessere Metapher geben?! Auf dem Track 3 zu 1 darf auch DJ Playmaka mit seinen feinen Cuts glänzen. Mit Auto Aggression treffen wir auf einen alten Bekannten: MAdoppelT, dessen neues Werk Hybrid ich erst kürzlich reviewen durfte. “Du bist ein Mensch, der Schmerz fühlt und blutet.” - intelligenter Battlerap, der ausnahmsweise mal auf eine andere Art trifft. “Bin ich glücklich, was zählt wirklich? / Ich glaub das ist es – nein ich werd' verrückt es / stimmt mich fröhlich und gleichzeitig traurig / die Antwort auf die Frage, ich kenn sie auch nicht.” Hier zeigt uns der Baum der Erkenntnis sehr deutlich, dass wir bei aller Oberflächlichkeit nicht den Fokus auf das Wesentliche im Leben verlieren sollten: das Leben selbst. Bilder als Erfahrungen sind die eine Sache, das Leben im hier und jetzt eine ganz andere! Sie stimmen in der Tat nachdenklich, diese Momentaufnahmen. Beim Song Himmel auf Erden muss man nach gehörtem Storytelling erst einmal schlucken und es rasen einem blutige Bilder durch den Kopf. Schockierend, aber bittere Realität. Weine wenn Du willst, denn Tränen lügen nicht. Fesselnde Spannung und ein Album, das auf ganzer Linie überzeugt. Daumen hoch. [AR] Zusammenfassung der ReviewAlexander Riede ist der Meinung... Ich liebe ja Überraschungen, aber ein so erstklassiges Album hätte ich auf den ersten Blick nun wirklich nicht erwartet. Wenn das so weitergeht, wandere ich noch nach Österreich aus, musikalische Willkommensgeschenke bekomme ich schließlich jetzt schon. Kopf oder Herz kann ohne Einschränkungen jedem HipHop-Head empfohlen werden: freshe Beats, dope Flows, clevere Texte. Mein Herz schlägt jedenfalls höher... die Platte läuft momentan im Dauerloop, wenn mal keine anderen Themen anstehen.
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Zusammenfassung der Review