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Games - Xbox 360
Mittwoch, 13. Oktober 2010 um 15:53 Uhr

Spielerpersönlichkeiten gesucht...
ein neuer Angriff auf den Thron der Fußballsimulationen.

FIFA 11 (2010)
Bewertung: 4,5 von 6
Hersteller: Electronic Arts
www.fifa.ea.com/fifa11

Es ist mal wieder einmal soweit. EA bringt mit FIFA 11 einen weiteren Teil ihrer erfolgreichen Fußballsimulation auf den Markt. Was ist neu? Was wurde verbessert? Lohnt es sich überhaupt das neue FIFA 11 zu kaufen? Generation One hat es auf Herz und Nieren, oder sagen wir besser Stutzen und Stollen getestet. Das Grundprinzip dürfte wohl jedem klar sein. 22 Spieler, 1 Ball und 2 Tore... und dann versuchen, das runde Leder so oft wie möglich im Kasten des Gegners unterzubringen.

Dies kann man nun in vielen verschiedenen Modi tun. Ob Online, im Managermodus, im Be-a-Pro Modus oder im Anstoß-Modus gegen einen Freund an einer Konsole. Einmal wie Oliver Kahn, Manuel Neuer und Co. den Kasten sauber halten. FIFA 11 macht sogar das möglich, denn im verbesserten Be-a-Pro Modus kann der Spieler jetzt sogar in die Rolle des Keepers schlüpfen. Auch im Managermodus hat sich viel getan. So kann man nun am Anfang seiner Karriere entscheiden, ob man ausschließlich als „Manager“ auf Trophäenjagd gehen oder als Spieler bzw. Spielertrainer sein Team zum Sieg führen möchte. Dies kann man nach Erstellen seines Virtual Pros tun. Dieser hat zu Beginn seiner Karriere noch ein niedriges Fähigkeitslevel, kann allerdings durch Spielpraxis und Training in der Arena immer weiter verbessert werden, was wohl weiterhin den größten Reiz darstellen dürfte.

Insgesamt wirkt der komplette Managermodus einfach realistischer: keine absurden Transfers mehr, Champions League-Spiele finden am Abend statt, bei Spielen im Winter kann es auch mal zu Schneefall kommen, der Verhandlungsprozess bei Transfers wurde überarbeitet usw. Hier merkt man, dass sich EA Sports die Kritik, die an FIFA 10 geübt wurde, sehr zu Herzen nahm. Auch Tom Bayer und Sebastian Hellmann, die Kommentatoren von einst wurden pensioniert und durch Manni Breuckmann als Haupt- und Frank Buschmann als Cokommentator ersetzt. Über diesen Schritt lässt sich streiten. Der aus Schlag den Raab bekannte Frank Buschmann kommentiert im Großen und Ganzen sehr solide und realistisch. Manni Breuckmann hingegen fällt mit Sprüchen wie „Oh ein Pass wie eine Beethoven Sonate“ oder „Das sollte eine Bananenflanke werden, war allerdings nur Fallobst.“ immer wieder negativ auf. Dann doch lieber den Kommentar leiser stellen, um den Fangesängen der Fans zu lauschen. Herrlich. Wie schon im Vorgänger ist die Auswahl der Menümusik wieder einmal sehr gut. Da ist für fast jeden Musikgeschmack etwas dabei.

Was hat sich aber in Sachen Gameplay getan? Das neue Pass-System fordert den Spieler mehr als je zuvor und bringt auch mal den einen oder anderen Fehlpass mit sich. Wo man bei FIFA 10 nur auf die A-Taste drücken musste und zusehen konnte, wie der Ball mit perfekter Prozession und Stärke den Mitspieler erreichte, muss man in FIFA 11 die Richtung und Stärke des Passes schon noch selbst bestimmen. Passt man zu fest, hat der Mitspieler Probleme beim annehmen. Spielt man den Pass allerdings zu lasch, besteht die Gefahr, dass sich ein Gegenspieler die Kugel schnappt.  Das gibt dem Spiel eine gewisse Würze. Grafisch hat sich nicht viel getan, was allerdings auch nicht zu erwarten war. EA kann schließlich nicht in jedem FIFA eine komplett neue Engine zeigen. Allerdings wurde den einzelnen Spielern mit kleinen Details mehr Persönlichkeit eingehaucht. Sei es der zelebrierte Freistoß von Christiano Ronaldo, die nach hinten weg gestreckte Hand beim Sprint von Bastian Schweinsteiger oder der Kantige Laufstil eines Mario Gomez. Es sieht einfach unglaublich gut aus!

Leider muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass es wieder Spieler gibt, die so gar nicht wie ihre echten Kollegen aussehen. Paradebeispiel hierfür sind unsere WM-Helden. Ob Özil, Khedira oder Müller. Man muss schon viel Fantasie besitzen um zu erkennen, um wem sich es nun handelt. Schade! Gut sind EA dagegen die Schiedsrichter gelungen. Diese sind nämlich nicht mehr penibel genau und pfeifen jede Aktion gleich ab. Nein, die Referees in FIFA 11 besitzen nun viel mehr Persönlichkeit. So kann es bei einem sehr strengen Schiedsrichter schon einmal eine gelbe Karte bei einem hamlosen Zweikampf am Mittelkreis geben. Bei einem sehr kulanten Mann in Gelb kann es dagegen durchaus sein, dass ein klares Foul ungestraft bleibt. Genial. [FC]



Zusammenfassung der Review

Florian Czada ist der Meinung...
FIFA 11 macht vieles von dem richtig, was der Vorgänger noch falsch gemacht hat. Natürlich ist es noch immer keine absolut perfekte Fußballsimulation – wie man sich dies wünschen würde – aber man merkt, dass EA sich den Kritiken der Spieler stellt, um so weiter am Spielkonzept zu feilen. Trotzdem ist FIFA 11 so gut wie nie zuvor und garantiert Spielspaß pur! Eine klare Kaufempfehlung für jeden Sportfan. Also Trikot überstreifen, Fußballschuhe binden und los geht’s: We are 11.

 
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