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Interactive - Eure Musik
Montag, 25. Oktober 2010 um 18:38 Uhr

Mit dem Kopf durch die Wand oder einfach nur eigenwillig?

Jam & Albowholik -
Hassliebe
(2010)
Bewertung: 3,5 von 6
Label: Independent
www.myspace.com/albowholik

Das wirklich besondere an dem im Frühjahr 2010 erschienen Album Hassliebe der beiden HipHop-Acts Jam & Albowholik ist die Tatsache, dass es neben dem klein gehaltenen Vertriebsweg auch noch kostenlos und völlig legal auf Myspace im gängigen mp3-Format heruntergeladen werden kann. Das junge und noch relativ unbekannte Duo wird dabei wie man sich vermutlich denken kann von der Frankfurter Rap-Combo Randgruppe unterstützt, über die man auf Generation One schon mehr lesen und erfahren konnte.

Bei den 22 Songs auf der Platte handelt es sich natürlich um deutschen HipHop, der sich stark in Richtung Gangster-Rap neigt. Die beiden Young Guns aus Offenbache und Frankfurte erhoffen sich von dieser Platte mehr Anerkennung in der Szene und meiner Meinung hätten sie sich dies auch redlich verdient. Die Inhalte der Texte ergeben durchweg Sinn und werden instrumental begleitet, wobei die Begleitung sich perfekt an die Stimmung anpasst, die der jeweilige Inhalt verbreiten möchte. Mal nachdenklich, mal aggressiv, mal fröhlich oder überheblich.

FRANKFURT BLEIBT
HART ABER EHRLICH.


Hassliebe kann also jedem HipHop-Fan etwas bieten, solange man zuhört. Angefangen mit dem Lied Blick nach vorne, in dem sie den Verlauf ihres Lebens von der Schule an bis ins Hier und Jetzt beschreiben. Trotz der eher schlechten Erfahrungen, die sie in dieser Zeit gemacht haben, passt die fröhliche Musikausrichtung ins Bild. Sie bestätigt die Kernaussage, nämlich stolz auf das zu sein, was man bereits bewältigt hat und „seinen Blick stets nach vorne zu richten“ auf das, was einem das Leben noch zu bieten hat. Ein anderer ruhiger Track, der trotz aller versuchten Aufmunterung eher nachdenklich stimmt, ist Trauriger Clown. Im Hintergrund ist neben ruhigen Beats sogar eine Querflöte zu finden. Ungewöhnlich, aber gut.

Dass auch Albowholik ein normaler Mensch mit Gefühlen und Problemen ist und sich als Ghettojunge in der modernen Gesellschaft etablieren muss, zeigt der Song Kalte Zeit. So erzählen die realitätsnahen Lyrics von der Kindheit und von Schlüssen die Jam & Albowholik so aus ihrem vergangenem Leben gezogen haben. Nach diesem auch eher ruhigen Song zeigt der Track Zu gut für den Untergrund, dass sie auch ihren selbst gewünschten Platz im HipHop Business zu verteidigen wissen. Die etwas arroganten, aber wohl durchdachten Lyrics werden von tiefen Basstönen aus den Boxen geprügelt und bleiben wie Hassliebe als Gesamtwerk positiv im Ersteindruck. [SG]

Zusammenfassung der Review

Stefan Gilch ist der Meinung...
Das Album Hassliebe ist zwar kostenlos aber auf gar keinen Fall umsonst. Dass Jam & Albowholik noch so unbekannt sind, liegt auch ein Stück weit daran, dass sie gut und gerne unabhängig bleiben wollen und auf einen bindenden Plattenvertrag verzichten, was aber ihrem eigentlichen Talent keinen Abbruch tut. Man sollte ferner nicht gleich voreingenommen sein und sich einfach mal das Album in aller Ruhe anhören. Ich denke, es ist ein kleiner Geheimtipp für alle Rap-Freunde.

 
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