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Interactive - Eure Musik
Montag, 04. April 2011 um 19:06 Uhr

Wenn ein Rapper gerne mit dem Feuer spielt...

Li - On Fire (2010)
Bewertung: 1,5 von 6
Label: Up&Down Records
www.uadr.de

Mit der Platte On Fire releast Li bereits sein drittes Album. Der Pressetext der Platte spricht eine klare Sprache: "Ziel war es, einfach ein gutes HipHop Album zu produzieren“. Ob das Li im dritten Anlauf tatsächlich auch gelungen ist? Dementsprechend gespannt legte ich die Platte ins Laufwerk. Die ersten 2 Minuten war ich noch sehr zuversichtlich. Tiefe, dunkle Beats und Lyrics, die sich hören lassen können.

Was dann allerdings folgt, ist leider Gottes mehr als ernüchternd. Der zweite Song der Platte (Hassliebe) liefert bereits nicht mehr das, was man im Intro geboten bekam. Flache Lyrics, die im Refrain mit den Zeilen „Du willst es, Du brauchst es, Du liebst es“ gipfeln, erinnern eher an einen Monolog aus einem Sexfilm als an eine ernst gemeinte Rap-Zeile. Schade eigentlich, denn die Beats haben schon einiges auf dem Kasten, wie ich finde. Auch der Song On Fire, der ja eines der Highlights des Albums darstellen sollte, wie man groß ankündigte, enttäuscht auf ganzer Linie. Denn auch der macht nur die ersten 40 Sekunden Spaß, genau so lange kann man nämlich die astreinen und Li-typischen Beats ohne abgedroschende Lyrics genießen.

FINGER VERBRANNT.

Natürlich gibt es auch echte „Highlights“ auf dem Album. So kann man den Namen des Titels Halt die Zeit an durchaus wörtlich nehmen, weil man sich als Hörer im Grunde genommen öfter solche „soliden“ Lyrics wie hier präsentiert wünscht. Mehr hätte es eigentlich auch nicht gebraucht, um das Album zu dem zu machen, was im Pressetext versprochen wurde „…ein einfach gutes HipHop Album zu produzieren.“ Auch die Aufmachung des Albums wirkt sehr professionell. Das Albumcover ist verziert mit Flammen und dem „Beatkönig“ Li, der mit ausgestreckten Armen und Benzinkanister sein brennendes Logo feiert.

Alles wie es sein sollte, alles perfekt, wie man es von einem guten Album gewöhnt ist. Nur eben mit schlechten Texten, wovon ein solches Album nun mal lebt. Bestes Beispiel für die Untermalung der Argumentation: Ein Stück meiner Seele, so heißt schließlich der 13. und somit letzte Titel des Albums mit vielversprechender erster Minute, die vermutlich nur deshalb unter die Haut geht - wer hätte das gedacht – weil der Song ohne Li´s Stimme auskommt. [FC]



Zusammenfassung der Review

Florian Czada ist der Meinung...
Schade, es steckt so viel Potenzial in dem Feuerteufel Li, das er sich aber durch seine monoton klingenden Lyrics leider selbst zerstört. Warum nicht die nackten Beats auf eine CD packen und nochmal auf den Markt bringen? Würde sich meiner Meinung nach öfter verkaufen als die Platte On Fire. Dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass Li nach dem verkohlten Album als Phoenix aus der Asche im nächsten Album aufersteht.

 
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