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Interactive - Eure Musik
Samstag, 28. Mai 2011 um 18:11 Uhr

Beatbox nun auch für Radiostationen geeignet.

Art Of Beatbox -
ARTcore
(2011)
Bewertung: 4,5 von 6
Label: Pink Crow Records
www.artofbeatbox.com

ARTcore von Art of Beatbox. Das beschreibt das Album eigentlich schon perfekt. Für jene die mit dem Begriff „Beatboxen“ nichts anfangen können, muss man einfach wissen, dass es sich hier um die wunderbare Kunst handelt, allein den Mund als umfangreiches und variables Musikinstrument zu gebrauchen. Sehr talentierte Künstler, so auch bei dieser Platte, können nahezu alle Töne nachahmen und das auch noch mehrstimmig!

Artur Balsam kommt zum ersten mal 1998 in Polen in Kontakt mit der damals noch ziemlich neuen Art Musik zu machen. Er gehört heute damit fast schon zu den alten Hasen in der Szene und dies merkt man auch. So stellt man sich beim Hören der Platte auch sehr oft die Frage, ob es sich hier wirklich nur um reines Beatboxen handelt. Verdächtig, aber das ist auch durchaus gewollt, denn der Künstler will – eigenen Angaben nach - Radiofähige Beatboxmusik produzieren und damit das Publikum begeistern. Für den Gesang, teilweise auch für die Beatboxeinlagen holt sich der Hamburger selbstverständlich Unterstützung. Dabei wahrt er stets seinen Ursprung und holt sich vorwiegend polnische Musiker mit ins Boot. Das führt letzten Endes dazu, dass von den 16 Tracks 10 gefeatured sind.

BESTE MUNDART
SOZUSAGEN.


Ein Song in Art's Landessprache ist zum Beispiel Urywki. Es handelt sich dem Sound nach um schwermütigen polnischen Rap. Dass man diese fremdsprachigen HipHop Lyrics nicht versteht, macht aber nichts, denn die Beats sind dafür um so besser. Was mir noch aufgefallen ist, es gib einen Song Alberto Skit, eben jener in der Youtube-Szene schon richtig berühmten Alberto von den Hamburger Hängern. Es geht dabei nicht wirklich um richtige Musik, sondern eine Aneinanderreihung verschiedener Beats in perfektem Übergang - eben ein klassisches Beatboxstück. TikTak Skit ist ein weiteres dieser Art. Ebenfalls ein guter Track ist Stell Dir vor feat. TemmyTon, quasi ein Mix aus einem höchst erfrischenden Rhythmus und durchweg heiteren Lyrics. Das Lied steht auch ein bisschen im Kontrast zum Rest des Albums, denn man hört am Schluss ein Trompetensolo für das dann tatsächlich ein richtiges Instrument verwendet wurde.

Besonders gefällt mir der Song Was ware wenn? feat. P!Jay. Mich faszieniert daran einfach der tolle Beat und die professionelle Ausführung. Auch die Message ist straight und gut durchdacht. Hier stellt sich der Künstler vor, wie es wohl wäre, wenn er nun berühmt und reich ist. Kein abwägiger Gedanke und bestimmt auch nicht neu in HipHop-Kreisen, aber immerhin ein wirklich überdurchschnittlich guter Song. [SG]



Zusammenfassung der Review

Stefan Gilch ist der Meinung...
Bei dem kleinen Kunstwerk ARTcore handelt sich wirklich um ein tolles Album, auch wenn das Genre HipHop nur als grober Anhaltspunkt dienen soll. Wen das Beatboxen von vornherein schon fasziniert, wird wahrscheinlich nicht mehr zu halten sein. Arts Plan, radiofähige Musik zu machen ist meiner Meinung nach komplett aufgegangen. Dieses Album ist wirklich eine gute Empfehlung an alle HipHop und Beatbox Fans.

 
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