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Games - Xbox 360
Sonntag, 05. Juni 2011 um 15:08 Uhr

Ehrliche Polizeiarbeit in den späten 40er Jahren.

L.A. Noire (2011)
Bewertung: 4,5 von 6
Hersteller: Rockstar Games
rockstargames.com/lanoire

Ein Jahr und einen Monat mussten Rockstar-Fans nach dem Release des letzten Ablegers von Grand Theft Auto und Red Dead Redemption warten, bis sie nun endlich den nächsten Blockbuster aus dem Hause Rockstar ins Laufwerk schieben durften. Die Ansprüche an L.A. Noire waren von Anfang an extrem hoch. Jeder Screenshot, jeder Teaser- oder Gameplaytrailer wurde von der Gamercommunity mit argwöhnischen Augen analysiert und gnadenlos bewertet. Mal positiver, mal negativer.

Viele gaben sich nach dem 2K Erfogstitel Mafia II (Anm. der Red.: ebenfalls von Generation One getestet) sogar schon ein wenig müde ob des 40er/50er Jahre Settings. Auch die Stories sind verblüffend ähnlich, was bei einer generellen Mafiosi Thematik aber auch irgendwie zu erwarten war. Ein Kriegsheld kommt nach Hause, um dann in seiner Heimatstadt Kariere zu machen. In L.A. Noire aber auf die saubere, nicht wie in Mafia II auf die schmutzige Art und Weise. Aber eins nach dem anderen... Der Protagonist von L.A. Noire ist der US-Soldat Cole Phelps, der nach seinem Japan-Einsatz in die Stadt der Engel (Los Angeles) heimkehrt, um dort beim LAPD (Los Angeles Police Department) seinen künftigen Lebensunterhalt zu verdienen. Man beginnt nun also als einfacher Streifenpolizist sich einen respektablen Ruf beim Department zu erarbeiten. Dies funktioniert anfangs auch ziemlich gut. Phelps löst mit unserer Hilfe einige knifflige Fälle, und wird in der Folge am laufenden Band befördert: vom Streifenpolizisten zum Verkehrsdezernat über die Mordkommission bis hin zum Sittendezernat. Die letzte „Beförderung“ möchte ich hier wegen Spoilergefahr nicht nennen.

Aber wie läuft das Lösen der Fälle denn nun konkret ab? Ehrlich gesagt sehr geradlinig und leider immer ein gleiches Muster verfolgend. Man befindet sich mit seinem Partner - der übrigens bei jeder Beförderung wechselt - im Team-Raum des momentanen Departments und bekommt von seinem (meist pampigen) Polizeichef die Fakten zum momentanen Fall präsentiert. Danach fährt man je nach Belieben selbst zum Tatort oder man lässt sich bequem von seinem Partner kutschieren und untersucht alles, was wichtig sein könnte oder auch nicht – das stellt sich erst später heraus. Dabei helfen uns die Jungs von Rockstar Games insofern weiter, dass das Gamepad vibriert, wenn man über wichtige Indizien stolpert. Trotzdem ertappte ich mich selbst oft auch dabei, wie ich wie ein Verrückter auf die A-Taste meines Gamepads einhacke und dabei Phelps über den Tatort steuere, um ja kein Beweisstück zu übersehen. Die andere große Tätigkeit bei L.A. Noire ist es, Verdächtige oder Zeugen zu verhören. Diese sind zum Glück um einiges ästhetischer als die Beweissuche gestaltet und hier spielt Rockstar Games eindeutig den besten Trumpf aus: die Gesichtsanimationen. In perfekt animierten Gesichtern gilt es dann abzulesen, ob die gerade getroffene Aussage des Gegenübers der Wahrheit entspricht oder eine dreiste Lüge war.

Letzteres gilt es dann mit vorher gesammelten Beweisen zu wiederlegen. Auf die direkte Antwort von Phelps hat man dann aber keinen Einfluss mehr. Zwischendurch kann man auf den ein oder anderen Funkspruch der Zentrale über ein gerade verübtes Verbrechen in Los Angeles antworten und anschließend die Sache selbst in die Hand nehmen. Dies sind dann aber meist kleinere Schießereien, Prügeleien oder Verfolgungsjagden – dennoch eine willkommene Abwechslung. Das ist auch leider das einzige, was in dieser tollen Open-World Stadt geboten ist, denn es gibt kaum ein Schaufenster, das nicht mit eigens designten (teils witzigen) Auslagen bestückt ist. Eine Detailverliebtheit, die auf jeden Fall begeistert findet man auch bei der gigantischen Auswahl an Fahrzeugen im Spiel. Es gibt sogar einen Auto Showroom im Menü, wo sich alle gefahrenen Karossen noch einmal ganz genau betrachten lassen. Die Notwendigkeit einer solchen Funktion bleibt allerdings trotzdem fraglich. Fazit: L.A. Noire wäre ein wahnsinnig tolles Spiel, würde es nicht so hohen Ansprüchen der Vorgänger gerecht werden müssen. [FC]



Zusammenfassung der Review

Florian Czada ist der Meinung...
Während des Spiels habe ich mir oft gedacht, ob man die Zeit für kleine Spielereien nicht besser in das Gestalten abwechslungsreicherer Ermittlungsarbeiten investiert hätte... L.A. Noire macht seine Sache grundlegend gut, aber auch nicht mehr. Ich finde die Strategie von Rockstar Games aber sehr mutig, bemerkenswert und richtig, sich nicht auf den Lorbeeren der hauseigenen Spieleblockbuster auszuruhen, um dann jährlich mit eingeschränkter Sichtweise der Dinge einen neuen Ableger herauszubringen, wie beispielsweise die Call Of Duty Reihe. Deshalb auch die positive Bewertung.

 
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