Blu-ray Disc
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| Movies - Blu-ray Disc | |||
| Montag, 13. Juni 2011 um 14:24 Uhr | |||
Willkommen im Anti-Social Network. Chatroom (2011)Bewertung: 3 von 6 Studio: Universum Film www.facebook.com/chatroom Ob Eltern wohl wissen oder auch nur den Hauch einer Ahnung haben, welchen Gefahren ihre Sprösslinge im Netz überhaupt ausgeliefert sind?! Immer wieder gibt es schockierende Bericht- erstattungen, investigativen Journalismus und pädagogisch wertvolle Empfehlungen zum Schutz einer leider nur allzu leicht beeinfluss- und angreifbaren Teenager Generation des 21. Jahrhunderts. Und doch verschließt sich die Riege der Erziehungsberechtigten oftmals vor den Problemen, verfolgen nur selten konkrete Lösungsansätze und entziehen sich viel zu oft ihrer Verantwortung. Alleine den Stecker zu ziehen oder kurzfristige Nutzungsverbote offen- baren sich dabei als wenig nachhaltige Reaktionsschemata. Politisch wird nebenbei ohne jeglichen Bezug zur traurigen Realität diskutiert und bei allen formalen, rechtlichen Grundlagen wie beispielsweise das Jugendschutzgesetz vorgibt, vergisst man doch oft die Kernpunkte jugendlicher Bedürfnisse und individueller Entwicklungsformen. Jeder Leser, der an dieser Stelle gerne in eine generelle Debatte einsteigen würde, darf sich gut und gerne zur eigentlichen Zielgruppe des viel umstrittenen neuen Werks Chatroom des Regisseurs Hideo Nakata (bekannt durch seine Horrorstreifen Ringu bzw. The Ring) zählen. Worum es geht... Der 17-jährige Hauptdarsteller William (Aaron Johnson) gründet im World Wide Web einen eigenen Chatroom mit dem Titel „Chelsea Teens!“ um sich mit Gleichaltrigen über die typischen Problembelasteten Belange eines Teenagers auszutauschen. Schnell findet sich eine kleine Gruppe, die nach kurzweiligem Anfangsgeplänkel doch sehr schnell überaus intime Geheimnisse aus ihrem Leben preisgeben. Da hätten wir eine leicht gekränkte Eva (Imogen Poots), die irgendwo zwischen ihrem Selbstdarstellungsbedürfnis und der eigenen Kritik an einer oberflächlichen Welt nach ihrer wahren Identität sucht, den ob seiner (pädophilen) romantischen Gefühle für die kleine Schwester seines besten Freundes verwirrten Mo (Daniel Kaluuya), eine von ihren Eltern vernachlässigte Emily (Hannah Murray), die alles dafür tun würde, um die elterliche Aufmerksamkeit zu bekommen und der wohl wichtigste Charakter für die Handlung von Chatroom: der depressive und zutiefst verschüchterte Jim (Matthew Beard). Nach und nach erfährt man mehr zu den „Einzelschicksalen“, was den Zuschauer – und dieser Umstand ist ein wenig schockierend – größtenteils kalt lässt, weil es sich um wenig überraschende Stereotypen der modernen Gesellschaft handelt. So verwundert es letzten Endes auch nicht, dass William bei aller gespielten Empathie und wohlwollender Hilfestellung für seine neuen Onlinefreunde in Wahrheit äußerst perfide Pläne hegt und sich dessen Charakter zwanghaft sadistischem Voyeurismus unterliegend als manipulativer Psychopath darstellt. Er sucht und findet die Schwachstellen seiner beeinflussbaren Opfer und drängt sie zielgerichtet so weit in die Enge, bis es nur noch einen logischen Ausweg zu geben scheint: dem eigenen erbärmlichen Leben mittels Suizid ein Ende zu bereiten - die offensichtliche Lösung aller Probleme. Alles Fiktion? Leider nein, denn sämtliche Hinter- gründe von Chatroom resultieren aus erschütter- nden Gegebenheiten der Wirklichkeit. Popcornkino aus Hollywood sieht anders aus und viele wird die Bildgewaltige, oftmals unruhige Darstellung eher verstörend abschrecken als begeistern, aber zum Nachdenken regt der Blockbuster auf alle Fälle an. Hideo Nakata schafft es dann doch, eine gewisse Grunddynamik zu erzeugen, die selten abzubrechen droht und Schritt für Schritt zu einem unweigerlich vorhersehbaren Höhepunkt führt. Seien es nun die visuellen Umsetzungen technischer Gegebenheiten des Internets – mehr oder weniger ausgestattete und gestaltete Hotelzimmer als Chat-Räume, Türschlösser symbolisieren passwortgeschützte Bereiche, Fernseher den YouTube Kanal - oder einige bizarre Gestalten, denen man im Web so begegnen mag (man denke dabei nur an sämtliche politische, religiöse aber vor allem sexuelle Vorlieben), Chatroom zeichnet ein präzises Bild der vernetzten Community der Neuzeit. Auch moderne Mobbingstrukturen werden thematisiert und wie so oft greift die „Netz-Polizei“ erst viel zu spät ein. Nun möchte man nur hoffen, dass für Jim die Rettung diesmal rechtzeitig kommt, das Ende des Films wird hier aber bewusst nicht verraten. [AR] Zusammenfassung der ReviewAlexander Riede ist der Meinung... Wer sich an visuellen Überladungen und einer äußerst gewagten Grundthematik nicht großartig stört, dafür aber gerne durch einen Film zum gesellschaftskritischen Reflektieren angeregt wird, dürfte mit Chatroom schon gar nicht mal so falsch liegen. Ein Massenpublikum wird Hideo Nakata's Darstellung eines vielleicht nicht ganz so sozialen Netzwerks mit allerhand Gefahrenpotenzial wohl kaum ansprechen, denn viele schauen lieber weg, wenn es um Schicksale anderer Menschen geht. Einmal gesehen haben sollte man ihn aber zumindest doch, um bei den nächsten Internet-Debatten mitreden zu können. Bewertung der ReviewEure Meinung ist uns ebenfalls wichtig, deshalb bewertet bitte unsere Artikel oder hinterlasst einen Kommentar.
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Chatroom (2011)
Alleine den Stecker zu ziehen oder kurzfristige Nutzungsverbote offen- baren sich dabei als wenig nachhaltige Reaktionsschemata. Politisch wird nebenbei ohne jeglichen Bezug zur traurigen Realität diskutiert und bei allen formalen, rechtlichen Grundlagen wie beispielsweise das Jugendschutzgesetz vorgibt, vergisst man doch oft die Kernpunkte jugendlicher Bedürfnisse und individueller Entwicklungsformen. Jeder Leser, der an dieser Stelle gerne in eine generelle Debatte einsteigen würde, darf sich gut und gerne zur eigentlichen Zielgruppe des viel umstrittenen neuen Werks Chatroom des Regisseurs Hideo Nakata (bekannt durch seine Horrorstreifen Ringu bzw. The Ring) zählen. Worum es geht... Der 17-jährige Hauptdarsteller William (Aaron Johnson) gründet im World Wide Web einen eigenen Chatroom mit dem Titel „Chelsea Teens!“ um sich mit Gleichaltrigen über die typischen Problembelasteten Belange eines Teenagers auszutauschen. Schnell findet sich eine kleine Gruppe, die nach kurzweiligem Anfangsgeplänkel doch sehr schnell überaus intime Geheimnisse aus ihrem Leben preisgeben.
Da hätten wir eine leicht gekränkte Eva (Imogen Poots), die irgendwo zwischen ihrem Selbstdarstellungsbedürfnis und der eigenen Kritik an einer oberflächlichen Welt nach ihrer wahren Identität sucht, den ob seiner (pädophilen) romantischen Gefühle für die kleine Schwester seines besten Freundes verwirrten Mo (Daniel Kaluuya), eine von ihren Eltern vernachlässigte Emily (Hannah Murray), die alles dafür tun würde, um die elterliche Aufmerksamkeit zu bekommen und der wohl wichtigste Charakter für die Handlung von Chatroom: der depressive und zutiefst verschüchterte Jim (Matthew Beard). Nach und nach erfährt man mehr zu den „Einzelschicksalen“, was den Zuschauer – und dieser Umstand ist ein wenig schockierend – größtenteils kalt lässt, weil es sich um wenig überraschende Stereotypen der modernen Gesellschaft handelt. So verwundert es letzten Endes auch nicht, dass William bei aller gespielten Empathie und wohlwollender Hilfestellung für seine neuen Onlinefreunde in Wahrheit äußerst perfide Pläne hegt und sich dessen Charakter zwanghaft sadistischem Voyeurismus unterliegend als manipulativer Psychopath darstellt. Er sucht und findet die Schwachstellen seiner beeinflussbaren Opfer und drängt sie zielgerichtet so weit in die Enge, bis es nur noch einen logischen Ausweg zu geben scheint: dem eigenen erbärmlichen Leben mittels Suizid ein Ende zu bereiten - die offensichtliche Lösung aller Probleme.
Alles Fiktion? Leider nein, denn sämtliche Hinter- gründe von Chatroom resultieren aus erschütter- nden Gegebenheiten der Wirklichkeit. Popcornkino aus Hollywood sieht anders aus und viele wird die Bildgewaltige, oftmals unruhige Darstellung eher verstörend abschrecken als begeistern, aber zum Nachdenken regt der Blockbuster auf alle Fälle an. Hideo Nakata schafft es dann doch, eine gewisse Grunddynamik zu erzeugen, die selten abzubrechen droht und Schritt für Schritt zu einem unweigerlich vorhersehbaren Höhepunkt führt. Seien es nun die visuellen Umsetzungen technischer Gegebenheiten des Internets – mehr oder weniger ausgestattete und gestaltete Hotelzimmer als Chat-Räume, Türschlösser symbolisieren passwortgeschützte Bereiche, Fernseher den YouTube Kanal - oder einige bizarre Gestalten, denen man im Web so begegnen mag (man denke dabei nur an sämtliche politische, religiöse aber vor allem sexuelle Vorlieben), Chatroom zeichnet ein präzises Bild der vernetzten Community der Neuzeit. Auch moderne Mobbingstrukturen werden thematisiert und wie so oft greift die „Netz-Polizei“ erst viel zu spät ein. Nun möchte man nur hoffen, dass für Jim die Rettung diesmal rechtzeitig kommt, das Ende des Films wird hier aber bewusst nicht verraten. [AR]
Zusammenfassung der Review