Xbox 360
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| Games - Xbox 360 | |||
| Donnerstag, 30. Juni 2011 um 13:47 Uhr | |||
Ein Sturz ins Kaninchenloch mit hartem Aufprall. Alice: Madness Returns (2011)Bewertung: 3,5 von 6 Hersteller: Electronic Arts www.ea.com/alice Den meisten dürfte die Geschichte von Alice im Wunderland wohl am ehesten in der Disney-Version bekannt sein: ein blondes Mädchen folgt einem weißem Kaninchen und landet in einem bunten Reich der Fantasie. Im Spiel Alice: Madness Returns wurde aber aus dem blondem Mädchen ein verstörtes Emo-Girl, dessen Haare so schwarz sind wie ihr Gemüt, und das zuckersüße Wunderland ist zu einem Albtraum verkommen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da es sich bei dem Wunderland nur um einen Spiegel von Alice's Psyche handelt. Und die wird bestimmt vom Tod ihrer Eltern, an dem sie sich selbst die Schuld gibt. So beginnt Alice: Madness Returns auch mit einer Sitzung beim Psychiater, der Alice rät, am besten alles zu vergessen. Leider ist das nicht so einfach und sie findet sich schneller als ihr lieb ist wieder in ihrer kleinen, morbiden Fantasiewelt. Diese besticht durch einen Mix aus Kindermärchen à la Disney und Fantasien eines Massenmörders. Die Graphiker haben sich dabei sehr viel Mühe gegeben, die gespaltene Persönlichkeit eines verstörten Teenagers zu reflektieren. Bunte Gärten, in denen ein blutroter Bach fließt oder eine leuchtende Unterwasserwelt, in deren Zentrum ein finsterer Friedhof thront. In diesem Setting werden originell gestaltete Gegner von der Protagonistin mit wehendem schwarzen Haar und fantasiereichen Waffen, wie einer Pfeffermühlen-MG, aus dem Unterbewusstsein getilgt. Dass unsere Alice dabei ähnlich steif über den Bildschirm läuft wie einst Forrest Gump, kann dabei schon mal leicht übersehen werden. Immerhin gibt es viel Interessanteres für das Spielerauge zu entdecken. Zum Beispiel fliegende Schweineschnauzen, die durch Abschießen neue Wege oder Items freigeben oder der Schrumpfmodus. Der nämlich hilft Alice nicht nur beim Durchqueren von kleinsten Löchern, sondern ähnlich dem Detektivmodus bei Batman: Arkham Asylum, auch beim Lösen von Rätseln und beim Finden diverser Boni. Leider hören die Innovationen in Alice: Madness Returns dann auch schon auf. Der Rest ist mäßig. Die Kämpfe sind dank der schrecklichen Kameraführung unübersichtlich. Es gibt einen riesigen toten Winkel, wodurch man bei Gruppen von Gegnern ständig die Übersicht verliert, was dann beim Ausweichen von Angriffen ein echtes Handicap darstellt. Glücklicherweise gibt es, sobald die Lebenskraft fast leer ist, den „Hysteriemodus“, der Alice für ein paar Sekunden stärker und unverwundbar macht. Eine echte Hilfe, wenn der eigentliche Gegner der Kamerawinkel ist. Bei den zahlreichen akrobatischen Abschnitten hilft dieses Gimmick aber nicht. Seine Plattform zu verfehlen und in den Tiefen von Alice's Unterbewusst- sein zu verschwinden, wird leider zu einem festen Bestandteil des Spieles. In die Tiefen der Story kann man sich dagegen kaum fallen lassen. Die Dialoge wurden so auf mysteriös und schräg getrimmt, dass sie wenig fesseln, oft nichts aussagen und die Geschichte kaum vorantreiben, sondern eher unbeabsichtigte Verwirrung stiften. Immer wieder wird dabei Alice's düstere Vergangenheit thematisiert. So sammelt man, ähnlich wie bei Batman: Arkham Asylum oder auch Bioshock, kleine Audioausschnitte, die etwas zur Vorgeschichte erzählen sollen. Allerdings sind diese relativ kurz geraten und einfach langweilig. So motivieren weder die Geschichte noch die Kämpfe groß zu einem weiterspielen. [VS] Zusammenfassung der ReviewSven Sauerhammer ist der Meinung... Und wenn sie nicht gefallen ist… dann würden wir keinen Psychiater brauchen. Denn Alice: Madness Returns macht seinem Titel alle Ehre. Bei den vielen Abstürzen kann man schon mal verrückt werden. Mehr als einmal musste ich mich arg zurücknehmen, um den Controller nicht in den Fernseher zu werfen. Dabei hätte die Spielidee durchaus Potenzial: das wunderbar morbide Setting, das wie eine Karikatur zu Disneys Version wirkt; eine Hauptfigur, die das Gegenteil zu den langweiligen, oberflächlichen Machos der Sorte Kratos ist. Das alles hat Lust auf mehr gemacht. Wenn man aber zum fünften Mal an derselben Stelle scheitert, dann sehnt man sich wieder nach Disneys heiler Märchenwelt oder versucht einfach zu vergessen.
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Alice: Madness Returns (2011)
So beginnt Alice: Madness Returns auch mit einer Sitzung beim Psychiater, der Alice rät, am besten alles zu vergessen. Leider ist das nicht so einfach und sie findet sich schneller als ihr lieb ist wieder in ihrer kleinen, morbiden Fantasiewelt. Diese besticht durch einen Mix aus Kindermärchen à la Disney und Fantasien eines Massenmörders. Die Graphiker haben sich dabei sehr viel Mühe gegeben, die gespaltene Persönlichkeit eines verstörten Teenagers zu reflektieren. Bunte Gärten, in denen ein blutroter Bach fließt oder eine leuchtende Unterwasserwelt, in deren Zentrum ein finsterer Friedhof thront. In diesem Setting werden originell gestaltete Gegner von der Protagonistin mit wehendem schwarzen Haar und fantasiereichen Waffen, wie einer Pfeffermühlen-MG, aus dem Unterbewusstsein getilgt. Dass unsere Alice dabei ähnlich steif über den Bildschirm läuft wie einst Forrest Gump, kann dabei schon mal leicht übersehen werden.
Immerhin gibt es viel Interessanteres für das Spielerauge zu entdecken. Zum Beispiel fliegende Schweineschnauzen, die durch Abschießen neue Wege oder Items freigeben oder der Schrumpfmodus. Der nämlich hilft Alice nicht nur beim Durchqueren von kleinsten Löchern, sondern ähnlich dem Detektivmodus bei Batman: Arkham Asylum, auch beim Lösen von Rätseln und beim Finden diverser Boni. Leider hören die Innovationen in Alice: Madness Returns dann auch schon auf. Der Rest ist mäßig. Die Kämpfe sind dank der schrecklichen Kameraführung unübersichtlich. Es gibt einen riesigen toten Winkel, wodurch man bei Gruppen von Gegnern ständig die Übersicht verliert, was dann beim Ausweichen von Angriffen ein echtes Handicap darstellt. Glücklicherweise gibt es, sobald die Lebenskraft fast leer ist, den „Hysteriemodus“, der Alice für ein paar Sekunden stärker und unverwundbar macht. Eine echte Hilfe, wenn der eigentliche Gegner der Kamerawinkel ist.
Bei den zahlreichen akrobatischen Abschnitten hilft dieses Gimmick aber nicht. Seine Plattform zu verfehlen und in den Tiefen von Alice's Unterbewusst- sein zu verschwinden, wird leider zu einem festen Bestandteil des Spieles. In die Tiefen der Story kann man sich dagegen kaum fallen lassen. Die Dialoge wurden so auf mysteriös und schräg getrimmt, dass sie wenig fesseln, oft nichts aussagen und die Geschichte kaum vorantreiben, sondern eher unbeabsichtigte Verwirrung stiften. Immer wieder wird dabei Alice's düstere Vergangenheit thematisiert. So sammelt man, ähnlich wie bei Batman: Arkham Asylum oder auch Bioshock, kleine Audioausschnitte, die etwas zur Vorgeschichte erzählen sollen. Allerdings sind diese relativ kurz geraten und einfach langweilig. So motivieren weder die Geschichte noch die Kämpfe groß zu einem weiterspielen. [VS]
Zusammenfassung der Review