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Movies - Blu-ray Disc
Montag, 04. Juli 2011 um 10:44 Uhr

Manchmal kommt man eben nur schwer aus seiner Haut.

Black Swan (2011)
Bewertung: 5,5 von 6
Studio: Twentieth Century Fox
www.blackswan-derfilm.de

Welcher erwachsene Mann würde sich schon freiwillig einen Tanzfilm ansehen, noch dazu wenn es um etwas so kindlich unschuldiges wie das Ballett geht? Dass diese ebenso naïve wie vorschnell geurteilte Annahme so grundlegend falsch sein kann, offenbart uns nun der Oscar prämierte Hollywoodstreifen Black Swan in seiner ganzen bildschönen Grausamkeit.

Vom eigenen, aber auch von der Mutter aufdiktierten Ehrgeiz angetrieben, trainiert die junge Tänzerin Nina (Natalie Portman) täglich hart bis an die Schmerzgrenze und oftmals darüber hinaus für ihr persönliches Ziel: eine Hauptrolle am Theater. Die Chancen stehen nicht schlecht, als der exzentrische Choreograf und Regisseur Thomas Leroy (Vincent Cassel) für die Neuinszenierung des Klassikers Schwanensee eine neue, herausragende Persönlichkeit sucht, die die weltberühmte Doppelrolle des weißen und schwarzen Schwanes nicht nur tanzen, sondern darüber hinaus auch verkörpern soll. Keine leichte Aufgabe, ganz besonders nicht für Nina, die mit selbstloser Disziplin ein Musterbeispiel für den scheinbar so erstrebenswerten Perfektionismus abgibt, dafür auch die nötige Anerkennung erntet, aber von Thomas zunächst mangels Leidenschaft und einer dunklen Facette ihres Erscheinens desinteressiert abgelehnt wird.

Der Traum scheint zerplatzt, doch Nina gibt sich kämpferisch gegenüber ihrer wohl härtesten Konkurrentin Lilly (Mila Kunis), die mit lässiger und weitaus weniger lasterloser Attitüde leicht das offensichtliche Ebenbild des schwarzen Schwanes darstellen könnte. Thomas lässt sich überzeugen und setzt alle Hoffnungen darauf, dass sich in der Kürze der Vorbereitungszeit für die erste Bühnenvorstellung noch die dunkle, verführerische Seite an Nina erwecken lässt und entscheidet sich doch noch für sie. Die Hausaufgaben erscheinen leicht: “Mach's Dir einfach mal selbst.” spöttelt Thomas beinahe, als er am zutiefst prüden und verschlossenen Naturell der Tänzerin schier verzweifelt. Wie solle sie so auch für das Publikum glaubwürdige Verführungskünste darstellen können? Schwierig, ohne Frage. Wenn dann auch noch im rosaroten Prinzessinnen Kinderzimmer mangels Abschließmöglichkeiten und einer kontrollsüchtigen Mutter (gespielt von Barbara Hershey) jegliche Aussicht auf Intimsphäre zerstört wird, merkt man, dass bei der natürlichen sexuellen Entwicklung der jungen Frau etwas im Argen liegen muss. Hinzu kommen verdächtige Symptome des Selbsthasses und der -zerstörung, die mehr oder minder in blutige bis maßlos pervertierte Wahnvorstellungen münden.

Dank der grandiosen Regieleistung eines Darren Aronofsky (zuletzt gefeiert für sein US-amerikanisches Sportlerdrama The Wrestler) weiss der gebannte und wegen der versteckten Aggressionen teilweise faszinierte Zuschauer beinahe zu keinem Zeitpunkt des spannenden Psychothrillers Black Swan so genau, ob er nur Bilder der Wirklichkeit oder entsprungen aus Nina's zunehmend schizophrenen Wahrnehmung betrachtet... gerade hier liegt die Meisterleistung von Black Swan. Alle Schritte führen zu einem großen Finale, wie es letztendlich ausgehen wird, kann und möchte ich nicht verraten. Dass man Black Swan aber in jedem Fall mindestens einmal gesehen haben sollte, kann ich ohne schlechtes Gewissen aussprechen. Natalie Portman erfüllt wieder einmal mit exzellenter schauspielerischer Leistung alle Erwartungen und macht Black Swan zu einem nachhaltigen, besser gesagt unvergesslichen Filmerlebnis. [AR]



Zusammenfassung der Review

Alexander Riede ist der Meinung...
Regisseur Darren Aronofsky scheint eine Vorliebe für tragische Einzelschicksale zu haben. Wer sich von der Umwelt am leichtesten beeinflussen lässt und nahezu rastlos einem gesellschaftlichen Ideal nachjagt, genießt gerade in seinen letzten beiden Filmen besondere Aufmerksamkeit. Wo Mickey Rourke noch heroisch-kraftstrotzende Männlichkeit verkörpern dürfte (The Wrestler), verzaubert und schockiert Natalie Portman in Black Swan gleichermaßen und der kritische Fingerzeig in Richtung weiblicher Schönheitsideale mit erschreckendem Hang zur Selbstzerstörung ist deutlich zu spüren. Ein grandioser Film mit einer herausragenden Schauspielerin ist das spannende Ergebnis. Oscar prämiert. Vollkommen zurecht.


Bewertung der Review

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