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Movies - Blu-ray Disc
Freitag, 08. Juli 2011 um 20:01 Uhr

Wenn Missverständnisse tödliche Auswirkungen haben...

Tucker & Dale vs. Evil (2011)
Bewertung: 5 von 6
Studio: Universum Film
www.magnetreleasing.com

Ein Missverständnis. Manchmal sorgt es dafür, dass der Gast einen Salat statt eines Steaks bekommt, manchmal verursacht es Streit zwischen Liebenden, in einigen Fällen führt es sogar zum Tod. Aber seit jeher ist das Missverständnis ein Grundpfeiler der literarischen Kunst und doch beruht es ironischerweise auf dem Prinzip der mangelnden oder falschen Kommunikation. Hätten Romeo und Julia sich nur ordentlich abgesprochen oder einen besseren Kommunikationsweg benutzt, sie hätten sich nicht umbringen müssen. Auch der Film Tucker & Dale vs. Evil behandelt dieses Problem.

Aus Vorurteilen werden missverstandene Beobachtungen, aus Erster Hilfe wird eine Entführung und aus einem ruhigen Urlaub ein blutiges Gemetzel. Ruhe, Frieden und die Ferienhütte renovieren, das ist es was die Landeier Tucker (Alan Tydick, Serenitiy) und Dale (Tyler Labine, bekannt aus der TV-Serie Reaper) eigentlich wollen. Auf dem Weg dorthin treffen sie ein paar Studenten, die Party machen wollen. Der erste Kommunikationsversuch des schüchternen Dale mit der attraktiven Studentin Ally (Katrina Bowden) schlägt zwar fehl, dafür keimen aber die ersten Gerüchte und Vorurteile auf beiden Seiten. Auch das zweite Treffen der beiden verläuft mehr als unglücklich: Ally will am Abend mit ihren Collegefreunden im See baden gehen. Dabei wird sie von den beiden angelnden Naturburschen beobachtet. Als sie das merkt, rutscht sie vor Schreck aus, stößt sich den Kopf und fällt ins Wasser. Dale und Tucker retten die blonde Schönheit und wollen sie im heruntergekommenem Ferienhaus versorgen.

Dieser Akt der Nächstenliebe wird vom Rest der Collegegruppe falsch interpretiert und eine wilde Horrorgeschichte über Entführung und Kannibal- ismus wird entwickelt. Was folgt, ist eine Befreiungs- aktion, die wohl einige der skurrilsten Filmminuten der Filmgeschichte enthält. Da spießen sich die Studenten mit ihren selbstgemachten Speeren auf oder hechten elegant an dem angeblichem Entführer vorbei, direkt in die Häckselmaschine. Nachdem sogar der örtliche Sheriff bei dem Versuch, den Sachverhalt aufzuklären, einem tödlichem Unfall zum Opfer fällt, beschließt die stark reduzierte Studentenclique, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Auch weitere Verluste und der Versuch eines klärenden Gespräches, kann die Lage nicht beruhigen. Zum Schluss gibt es einen Haufen schlimm zugerichteter Leichen, eine abgebrannte Ferienhütte und die erhellende Erkenntnis, dass man erst reden sollte, bevor man mit der Axt zuschlägt.

Mit Tucker & Dale vs. Evil hat Regisseur Eli Graig eine meisterhafte Horrorparodie geschaffen, die ihren Platz neben Zombieland oder der Tanz der Teufel Reihe einnehmen darf. Dabei gelingt ihm das seltene Kunststück, dass der Zuschauer eine recht genaue Vorstellung davon hat, was als nächstes passiert und man trotzdem die Rückspultaste betätigt, um sich die Szene immer wieder anzuschauen. Das Resultat erinnert nicht etwa an Charlie Chaplin oder Buster Keaton, sondern vielmehr an Itchy & Scratchy und sorgt für köstliche, wenn auch nicht immer appetitliche Unterhaltung. Unterstützt wird das Ganze von den unterschiedlichen Erzählperspektiven. Als Zuschauer sieht man das Geschehen einmal aus dem Blick der Studenten, dann wieder aus dem von Tucker und Dale. So kann man irgendwie verstehen, warum die Studenten die beiden Hinterwälder für Jason und Freddie halten, wenn Tucker, von Wespen geplagt und mit laufender Motorsäge, wie wild im Wald herum rennt. Die Story bildet dabei nur einen Rahmen für die komödiantischen Einlagen. Sowohl die romantische Annäherung zwischen Dale und Ally, als auch die dunkle Vergangenheit des Ortes trägt nicht wirklich mehr zur Handlung bei. Muss sie aber auch nicht. [VS]



Zusammenfassung der Review

Sven Sauerhammer ist der Meinung...
Ich will jetzt bewusst keine weiteren Missverständnisse aufkommen lassen... Tucker & Dale vs. Evil ist sicher nicht mit Shakespeare zu vergleichen. Und es gleich als eine Parabel für mehr Kommunikationsbedarf und weniger Vorurteilsbelastung zu interpretieren, ist wohl etwas übertrieben. Tucker & Dale vs. Evil ist einfach nur beste Unterhaltung für Leute, die schwarzen Humor gerne blutig serviert bekommen. Aber auch der Rest sollte den Film ruhig mal ausprobieren.


Bewertung der Review

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