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Games - PC
Mittwoch, 10. August 2011 um 17:34 Uhr

Magische Langeweile auf dem PC.

Harry Potter und die
Heiligtümer des Todes -
Teil 2
(2011)
Bewertung: 2,5 von 6
Hersteller: Electronic Arts
www.harrypotter.ea.com

Pünktlich zum Start des letzten Harry Potter Films in den mit Sicherheit überfüllten Kinosälen der Nation wird die treue Fangemeinde auch wieder einmal mit dessen Videospielableger beglückt, wenn man so möchte. In Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 kann der Spieler nun also die Abenteuer seines beinahe erwachsen gewordenen Helden in diesem eigentlich relativ typischen Third-Person-Shooter in leicht abgewandelter Form nachspielen und quasi miterleben, wie man uns von Entwicklerseite doch jedes Mal aufs neue suggerieren möchte. Nun, alles endet hier...

Wie auch die Filmvorlage ist der besagte Teil 2 der Potter'schen Videospielreihe im direkten Vergleich deutlich Action orientierter als es seine Vorgänger waren. Unterhaltung für ein junges Zielpublikum sieht unlängst anders aus, aber das wäre eine unabhängige Debatte. Statt Zaubertränke mixen oder Quidditch spielen steht eben jetzt Todesser verhexen auf dem Stundenplan von Hogwarts beliebtestem Schüler Harry Potter. Aber bevor Hogwarts von der feindlichen Besatzung des bösen Magiers Lord Voldemort befreit werden kann, muss man erst einmal mit einigem an Geschick dorthin kommen. Die Story folgt hierbei in stark verkürzter Form den filmischen Vorgaben. Man beginnt in Gringrott, um einen der Horkruxe zu finden, arbeitet sich durch Hogsmead in Richtung Zauberschule, verteidigt diese dann gegen Voldemort's anstürmende Horden, sucht nach einem weiteren Horkrux und stellt sich schließlich dem dunklen Lord im finalen und unausweichlichen Zweikampf.

Tatsächlich ist das so ziemlich alles, was uns während des Spiels an Geschichte vermittelt wird. Wer den Film nicht gesehen hat, wird daraus wohl kaum schlau werden. Allerdings spielt man Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 nicht als Filmersatz, sondern damit man all den Todessern, Spinnen, Riesen und Snapes etwas auf den Hals hexen kann. Wie es sich für einen Third-Person-Shooter mit magischem Anstrich gehört, wird also gezaubert bis der Stab glüht. Das dafür notwendige magische Waffenarsenal wird im Laufe des Spiels automatisch frei gegeben. Leider unterscheiden sich die Zaubersprüche kaum von den genretypischen Waffen: Stupor ähnelt der einfachen Pistole, Expulso dem Maschinengewehr und Confringo nimmt den Platz eines Granatwerfers ein. Der Schildzauber Protego und das Apparieren bringen ein wenig Abwechslung, haben aber keinen wirklichen Nutzen im hektischen Kampf- geschehen.

Auch die Kämpfe an sich bringen kaum erhoffte Abwechslung. Harry Potter verschanzt sich hinter einer der zahlreichen Deckungen und schmettert von dort aus einen Fluch nach dem anderen auf die bösen Buben, geht ein paar Schritte durch die einfallslos gestalteten Örtlichkeiten, nur um wieder Deckung zu suchen. Durchbrochen wird dieser Kreislauf der Langeweile von nervenden Fluchteinlagen. Dank der störrischen Steuerung wird man dabei immer wieder von den Verfolgern erwischt und muss es noch einmal versuchen. Wenn man trotzdem dran bleibt, ist der gesamte Spuk nach knapp 4 Stunden auch wieder vorbei. Dann kann man den Story-Mode noch einmal spielen, eine der Herausforderungen meistern oder man schwingt einen Stecken durch die Luft, während man eine Beschwörungsformel ruft und wartet darauf, dass sich die Katze in einen Nachttopf verwandelt. Für irgendwas müssen Ferien ja gut sein. [VS]



Zusammenfassung der Review

Sven Sauerhammer ist der Meinung...
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 ist der typische Videospielableger eines Filmes. Lieblos dahin programmiert und darauf vertrauend, dass man von dem Hype des Films noch ein wenig mehr profitieren kann. Es gibt keine Höhepunkte, keine Abwechslung, keinen Spielspaß. Andererseits muss man fairerweise sagen, dass es auch keinen allzu hohen Frustfaktor gibt. Man kann es spielen, aber man muss es nicht! Dabei würde gerade das Medium Videospiel die Möglichkeit bieten, all die Dinge des Buches zu verarbeiten, die der Film aus Zeitmangel unterschlägt. Die vorliegende Videospiel-Umsetzung brauchen aber nicht einmal eingefleischte Harry Potter-Fans. Die sollten lieber noch mal in den Film gehen oder das Buch lesen.


Bewertung der Review

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