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Movies - Blu-ray Disc
Dienstag, 23. August 2011 um 19:04 Uhr

Von Hexen, Rittern und fehlgeleiteten religiösen Ansichten.

brd-tempelritter

Review | Kritik | Bewertung
Der letzte Tempelritter (2011)

logo-lovefilmBewertung: 4,5 von 6
Studio: Universum Film
www.der-letzte-tempelritter.de


Der letzte Tempelritter. Regisseur Dominic Selas (bekannt durch Nur noch 60 Sekunden) versetzt den Zuschauer zurück in das Zeitalter der blutigen Kreuzzüge und fesselt mit einer spannenden Mischung aus düsterem Horrorszenario plus historischem Handlungsrahmen. Die beiden Tempelritter Behmen (Nicolas Cage) und Felson (Ron Perlman) desertieren im Angesicht des Wahnsinns, im Namen Gottes und von religiösen Fanatikern der katholischen Kirche angetrieben auch wehrlose Frauen und Kinder abzuschlachten.

Auf ihrer Flucht treffen sie auf Anzeichen der wohl tödlichsten Seuche des 14. Jahrhunderts und finden auf einem einsamen Bauernhof die ersten schlimm zugerichteten Opfer der Pest. „Drei von vieren würde es treffen“ sind die ahnungslosen Vermutungen der Bevölkerung, als Behmen und Felson notgedrungen der lauernden Gefahr bewusst, erkannt zu werden, die nächste Stadt aufsuchen müssen, um sich mit Proviant sowie besseren Pferden auszurüsten. Die wachsamen Stadttruppen lassen sich allerdings nicht täuschen und nehmen die ehemaligen Tempelritter kurzerhand in Gewahrsam. Der ebenfalls dahinsiechende Kardinal D'Ambroise bittet unsere beiden Helden zu deren Begnadigung um einen scheinbar lösbaren, wenn auch nicht ganz einfachen Gefallen.

movie-tempelritterSchuld an dem sich schnell verbreitenden Ausmaß der Pest sollte ferner eine gefangen genommene Hexe sein, die zum Heil bringenden Exorzismus in ein abgelegenes Mönchskloster transportiert werden soll. Behmen und Felson sollen dabei Geleitschutz geben und komplettieren die Gefährten um den Ritter Eckhart, den Mönch Debelzaq und den Weg weisenden Betrüger Hagamar. Während der gefährlichen Reise stößt noch der junge Messdiener Kay (Robert Sheehan) hinzu, dessen sehnlicher Wunsch es ist, selbst irgendwann zum Ritter geschlagen zu werden und der noch eine ganz entscheidende Rolle in diesem mysteriösen Abenteuer spielen wird. Denn die angebliche Hexe ist keine verschlagen grimmige alte Dame, der das böse sofort aus den Augen blitzt, sondern ein verschüchtert bemitleidenswertes junges Mädchen, an deren Unschuld nicht nur Nicolas Cage festhalten möchte, sondern auch der Zuschauer zweifelnd im Glauben gelassen wird.

Mit rasch fortschreitender Handlung und einer teils tragischen Dezimierung der Gefährten gerät dieses Bild allerdings immer mehr ins Wanken und es bahnt sich ein spektakuläres Ende an, dass man so nicht wirklich erwartet hätte... Der letzte Tempelritter ist gerade aufgrund dieses Elements der permanenten Täuschung sowie der Mischung aus actionlastiger Kampfszenen und horribler Spannungselemente ein gelungenes Filmerlebnis. Und das ist als wahres Kunststück zu betrachten angesichts der Tatsache, dass Regisseur Dominic Selas ansonsten keinen allzu großen Wert darauf gelegt hat, charakterliche Eigenschaften der Hauptdarsteller über eine stereotypische Gestalt hinaus tiefer zu skizzieren oder eine umfassende Rahmenhandlung zu bieten.


redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Was wäre wenn... die Geschichte der Menschheit in der historischen Vergangen- heit nicht alleine durch gesellschaftliche Krankheiten, Hungersnöte oder die kriegerischen Auseinander- setzungen im allgemeinen bedroht worden wäre? Wenn Glaube und Aberglaube, Sinn und Übersinnliches, kirchliche und weltliche Anschauungspunkte aufeinandertreffen, um sich zu einem verzerrten Gleichnis der Realität zu vermischen. Der letzte Tempelritter zeigt einen dieser alternativen Ansätze und ist obendrein noch eine unerwartet gute Abendunterhaltung, nicht zuletzt wegen des Erfolgsgaranten Nicolas Cage, der sich mehr und mehr  im mysteriösen Filmgenre zuhause fühlen scheint.



 
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