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Montag, 05. September 2011 um 16:10 Uhr |
Ein königliches Vergnügen jetzt auch auf DVD.
Review | Kritik | Bewertung The King's Speech (2011)
Bewertung: 5 von 6 Hersteller: Universum Film www.thekingsspeech.senator.de
Mit The King's Speech kommt jetzt der Überraschungserfolg der letzten Oscarverleihung auf DVD heraus. Der mit vier Oscars ausgezeichnete Independentfilm von Regisseur Tom Hooper glänzt vor allem durch seine Schauspieler und die gewieften Dialoge. Erzählt wird die Geschichte des britischen Königs Georg VI, der mit Hilfe eines unkonventionellen Sprachtherapeuten sein lästiges Stottern überwinden möchte.
Bevor er aber König wird, ist er nur Prinz Albert (Colin Firth), Herzog von York und zweitältester Sohn des britischen Königs George V. Zu seinen obersten Pflichten zählt es dabei selbstverständlich, professionelle Reden zu halten. Für einen Stotterer ist das jedoch geradezu ein Martyrium. Es wird auch nicht gerade besser, als Alberts Rede zum Abschluss der British Empire Exhibition von 1925 zum peinlichen Desaster wird, das Dank des Radios empireweit übertragen wird. Es ist also nicht verwunderlich, dass er keine Ambition hat, selbst König zu werden und das lieber seinem Bruder David (Guy Pearce), später Eduard VIII, machen lassen will. Alberts Gattin Elisabeth (Helena Bonham Carter), bei uns besser bekannt als die trinkfeste Queen Mom, engagiert aus Sorge um ihren Mann den australischen Sprachtherapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush). Der ist bekannt für seine progressiven Methoden und seine Liebe für, wen wird es überraschen: Shakespeare. So findet sich Albert, im Familienkreis auch Bertie genannt, in einem großen aber tristen Raum wieder, fern ab vom Prunk des Königshauses.
Sofort werden seine konservativen Wertvorstellungen und sein königliches Gebaren auf die Probe gestellt, wenn Lionel ihn mit seinem familiären Kosenamen anreden will, nach privaten Dingen fragt und Shakespeares Hamlet rezitieren lässt, während Albert klassische Musik in die Ohren dröhnt und das auch noch aufgezeichnet wird. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich die beiden sehr unterschiedlichen Charaktere zu Anfang etwas schwer tun, zueinander zu finden. Da Lionels Methode aber Erfolg hat, kommt Albert immer wieder und es entsteht ein immer engeres Band zwischen den beiden. Das hält auch den auftretenden Schwierigkeiten stand, die vor allem durch den Standesunterschied und die königliche Etikette entstehen. So ist Lionel, trotz eines Streites der beiden in der Mitte des Filmes, bei den beiden wohl wichtigsten historischen Ereignissen Alberts dabei: Alberts Inauguration in Westminster Abbey, nachdem sein Bruder wegen einer unangemessenen Affäre abdanken musste, und seiner berühmten Rede am 3. September 1939, in der England dem Deutschen Reich den Krieg erklärt.
Der Reiz von The King's Speech liegt nicht in dem Anspruch von historischer Genauigkeit, der kann wohl kritisiert werden, auch nicht im Nacherzählen von politischen Ränkespielen und dem Aufarbeiten von Kriegen, wie es die beiden Filme über Königin Elisabeth mit Cate Blanchett versuchen. Es ist eher der Charme des berühmten, britischen „Understatements“, der den Film so sehenswert macht. Statt pompöser Kleiderpracht und ausgeleuchteten Ballsälen herrscht ein kammerspielartiger Stil vor. Ein Raum, zwei Schauspieler und jede Menge großartige Dialoge. In dieser einfachen Atmosphäre findet das schauspielerische Talent von Colin Firth und Geoffrey Rush in seiner vollen Gänze Ausdruck. Abgerundet wird das ganze durch trockenen britischen Witz, der vor allem den Prinz sehr menschlich erscheinen lässt. Wenn der schüchterne, aber pflichtbewusste Albert mit Kraftausdrücken um sich wirft oder Lionel einfach anschreit, weil dieser auf dem Thron von Westminster herumlungert, entfaltet sich der ganze Charme von The Kings's Speech. Das alles sorgt für einen kurzweiligen Filmspaß abseits vom seichten Blockbusterkino, der sich darüber hinaus als einfühlsame Charakterstudie erweist.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Sven Sauerhammer ist der Meinung... Ich gestehe, dass ich britische Filme sehr mag. Während das deutsche Kino derzeit nur irgendwelche flachen Romantik-Komödien bietet und Hollywood uns mit genauso flachen Sommerblockbustern belästigt, kommt von der Insel immer wieder beste Kinounterhaltung. Sicher kann man behaupten, dass es ständig um die Royals und Shakespeare geht. Aber solange das Ganze mit britischem Humor, cleveren Dialogen und einer Brise Respektlosigkeit gegen die königliche Obrigkeit einhergeht, werde ich es dem Rest auch weiterhin vorziehen und kann The King's Speech nur jedem weiterempfehlen.
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