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Games - PS3
Dienstag, 06. September 2011 um 19:07 Uhr

Im geistigen Schatten der Fledermaus.

gm-captainamerica

Review | Kritik | Bewertung
Captain America: Super Soldier (2011)

logo-gameworldBewertung: 2 von 6
Hersteller: SEGA
www.captainamericagame.com

In einer stark kommerzialisierten Zeit wie unserer scheint nach aktuellen Beobachtungen nicht nur in der Film- wie Spielebranche ein relativ einfaches Prinzip zu gelten: Wenn etwas in der Vergangenheit erfolgreich war, dann verkauft es sich vermutlich auch in neuer Verpackung. So überschwemmen seit einigen Jahren nicht nur eintönige Comicverfilmungen die Kinos, sondern auch die dazu passenden Videospiele entkommen dem Superheldentrend nicht so ohne weiteres.


So ist es für den sich darauf mittlerweile eingestellten Gamer nur allzu natürlich, dass Spielumsetzungen der Sorte Batman: Arkham Asylum oder Thor: God Of Thunder einige weitere Spiele getreu der Marvel'schen  Grundlage gleichen Stils nach sich ziehen. Captain America: Super Soldier wurde eben eine solche neuartige und gleichermaßen glanzvolle Aufmachung im NextGen-Gewand verpasst. Aber wie sich das eben mit Kopien so verhält, reicht eine solche an das Original bei weitem nicht heran. Wie zu erwarten, spielt und steuert man den Titel gebenden Captain America, der statt elegantem Schwarz anderer Superhelden in den Farben der amerikanischen Nationalflagge herum läuft. Da sich die Abenteuer von Captain America während des Zweiten Weltkrieges ereignen, spielt man den Großteil der Storyline in einem bayerischen Dorf, das als Tarnung für die üblen Machenschaften der Naziorganisation „Hydra“ dient.

game-captainamericaSoweit so gut. Ziel ist es natürlich rgendein Kriegsentscheidendes Projekt des herrschenden Machthabers Adolf Hitler auszuschalten, zu dem man anfangs nicht wirklich viele Informationen geliefert bekommt, was so oft ein Manko solcher Lizenzspiele darstellt. Dabei müssen dann eine Vielzahl an gegnerischen Soldaten, verrückte deutsche Wissenschaftler, deren vorläufige Forschungs- ergebnisse und nationalsozialistische Bedienstete gehörig verdroschen bzw. bis zur Unbrauchbarkeit zerstört werden. Damit wären wir leider auch schon bei der einzigen, wirklichen Beschäftigung des Spielsystems von Captain America: Super Soldier: man vermöbelt maskierte Bösewichte und hofft damit, letzten Endes die Gerechtigkeit siegen lassen zu können. Wie bei Batman: Arkham Asylum geschieht das ganze Action-Spektakel in einem nicht immer ganz fehlerfreien Freeflow-Kampfsystem. Zu meiner persönlichen Enttäuschung reicht es jedoch nicht an sein vermeintliches Vorbild heran.

Batman stehen schließlich alle möglichen Gimmicks zur Verfügung wie Baterrangs, Enterhacken oder sein Cape. Captain America hingegen hat nur sein Schild und seine Fäuste. Batman lichtet die Reihen, indem er wie eine Raubkatze von Gegner zu Gegner hechtet, was beeindruckende Kombos möglich macht. Captain America lässt sich ferner so schwerfällig steuern wie eine schwangere Elefantenkuh. Beeindruckend ist dabei nur, wie mühselig es ist, eine halbwegs brauchbare Kombo-Attacke zu bewerkstelligen. Schwache Leistung. Auf die spannenden Schleicheinlagen wurde gleich ganz verzichtet. Ab und zu kann man jemanden von hinten K.O. schlagen, damit hat es sich auch schon. Genauso wurde auf anspruchsvolle Rätsel verzichtet. Braucht man ja auch nicht... Der Weg in Captain America: Super Soldier ist klar vorgegeben und die meisten Boni sind sehr offensichtlich versteckt. Dafür benötigt man die vorhandene Detektivsicht nun wirklich nicht, denn diese ist nicht nur überflüssig, sondern trägt sogar eher zu Verwirrungen bei. Vor allem, wenn man vor lauter großen, leuchtenden und meistens frappierenden Symbolen den richtigen Weg nicht mehr sieht. So wird aus einer Hilfe ein Handicap. Nicht gut, wie auch der Gesamteindruck des Games.



redakteur-sven

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Sven Sauerhammer ist der Meinung...
Captain America: Super Soldier ist meiner Meinung nach ein unterdurchschnittlicher Batman: Arkham Asylum-Klon. Es gibt keinen Punkt, an dem dieses Spiel auch nur ansatzweise an das große Vorbild heranreicht. Entscheidende Teile fehlen, der Rest wurde so schlampig kopiert, dass einem schnell die Lust am Spielen vergeht. So reiht sich das Spiel ohne weiteres bei überflüssigen Superhelden-Games wie Thor: God Of Thunder oder Ironman ein. Wer den Release von Batman: Arkham City nicht erwarten kann, sollte lieber das Original noch einmal entstauben und in die Konsole packen.

 
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