Der Weg zu einem wahren Champion ist gepflastert mit Hindernissen.

Review | Kritik | Bewertung The Fighter (2011)
Bewertung: 5 von 6 Studio: Senator www.thefighter.senator.de
Es gibt wahrlich nicht viele Highlights, die eine US-amerikanische „Kleinstadt“ wie Lowell (immerhin viertgrößte Stadt des Bundesstaates Massachusetts, mit etwa 100.000 Einwohnern allerdings verhältnismäßig klein, Anm. der Redaktion) zu bieten hat... Die Tatsache, dass ein Lokalheld wie Dicky Ward in einem Zehnrundenkampf eine Boxgröße wie Sugar Ray Leonard niederschlagen konnte, ist jedenfalls eines davon und heute noch viel diskutiertes Thema.
So kommt es auch nicht von ungefähr, dass Regisseur David O. Russell basierend auf einer wahren Begebenheit die mitunter tragische Geschichte der beiden Ward Brüder als Vorlage für seinen preisgekrönten Hollywoodstreifen The Fighter wählte. Neben den zahlreichen Auszeichnungen für das grandiose Drehbuch ernteten insbesondere Christian Bale und Melissa Leo als beste Nebendarsteller jeweils einen Oscar sowie einen Golden Globe für ihre schauspielerischen Leistungen. Die glorreichen Zeiten eines ehemaligen Profiboxers wie Dicky Ward (Christian Bale) scheinen längst gezählt und doch möchte HBO eine Dokumentation anlässlich seines geplanten Comebacks drehen und begleitet ihn durch die Straßen von Lowell. Sein jüngerer Halbbruder Micky (Mark Wahlberg) – der eigentliche Hauptdarsteller des Films – strebt ebenfalls eine erfolgreiche Boxkarriere an, lässt sich dabei von Dicky trainieren und wird von seiner Mutter gemanaged. Klingt alles wie ein harmonisches Familiengefüge, jedoch trügt hier der Schein gewaltig, wie dem Zuschauer im Verlauf von The Fighter mehr und mehr vor Augen geführt wird.
Ein manchmal arg konfus agierender Dicky, der in vielen Momenten den Eindruck erweckt, in seinem Leben bereits einige Schläge zu viel an den Kopf gedonnert bekommen zu haben, versetzt seinen Bruder in der wichtigsten Phase dessen Vorbereitung auf den nächsten schweren Kampf, weil er lieber mit anderen Drogenabhängigen in einem stadtbekannten Crack-Haus abhängt, um sich ordentlich zuzudröhnen. Und zu allem Überfluss sieht Managerin Alice (Melissa Leo) vordergründig finanzielle Aspekte der Vertragsverhandlungen und nicht unbedingt das Wohl ihres Sohnes Micky. Sie trifft katastrophale Entscheidungen und schickt ihren Schützling auch gerne mal in schier aussichtslose Kämpfe gegen eindeutig überlegene Gegner. So kommt es, wie es eben kommen muss und Micky verliert gezeichnet von der letzten Niederlage nicht nur sein Selbstvertrauen, sondern steht kurz davor, seine Boxhandschuhe endgültig an den Nagel zu hängen. Seine neue Freundin Charlene (Amy Adams) bildet in dieser schweren Zeit den einzigen Rückhalt, der ihm noch bleibt.
Die Beziehung der beiden ist der Familienbande der Wards und speziell der Mutter ein Dorn im mittlerweile blauen Auge, um es metaphorisch zu umschreiben, denn diese überredet Micky zu einem Neuanfang mit verändertem Trainerteam, ganz bewusst ohne Dicky und Alice. Als Dicky dann auch noch wegen kriminellen Machenschaften und Widerstand gegen die Staatsgewalt, am absoluten Tiefpunkt seines Lebens angekommen, von der Polizei verhaftet und zu einer längeren Haftstrafe verurteilt wird, ist das Chaos perfekt, aber auch der Weg für einen spannenden Neuanfang frei. Die Karriere von Micky Ward beginnt an diesem point of return sich zu entwickeln. Er gewinnt zahlreiche Kämpfe und darf relativ unverhofft sogar um den Weltmeistertitel boxen. Ob er es schafft und welche interessanten Wendungen The Fighter im Laufe seiner 116 Minuten Spielzeit so nimmt, wird an dieser Stelle jedoch nicht verraten.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Alexander Riede ist der Meinung... Als wäre die Kombination aus Mark Wahlberg und Christian Bale nicht schon vielversprechend genug, fesselt die Geschichte von The Fighter mit seinen vielen tragischen wie hoffnungsvollen Wendungen den Zuschauer und halten dessen Aufmerksamkeit konstant aufrecht. Es ist ein regelrechtes Mitfiebern nicht nur mit dem Hauptdarsteller Micky Ward, sondern auch der feste Glaube, dass ein familiärer Rückhalt ganze Berge versetzen kann. Eine wahre Begebenheit, die Empathie für Einzelschicksale hervorruft und vollkommen zurecht mit respektablen Filmpreisen ausgezeichnet wurde.
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