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Donnerstag, 15. September 2011 um 16:33 Uhr

Wie viel Hitpotential kann ein Album eigentlich vertragen?

cd-thepusher

Review | Kritik | Bewertung
The Pusher - The Art Of Hit Music (2011)

The Art of Hit Music - The PusherBewertung: 4 von 6
Label: EMI
www.the-pusher.de

Es könnte reiner Zufall sein oder aber die skandinavische Mentalität ruft gerade in den vergangenen Monaten einige hochtalentierte Rockbands auf den Plan, um nicht nur die europäische Musiklandschaft ordentlich durcheinander zu wirbeln. Fakt ist jedenfalls, dass aktuell mehr und mehr vielversprechende Vertreter aus dem hohen Norden auf meinem Redakteursschreibtisch landen und in den meisten Fällen werden diese auch dem eigenen Anspruch an qualitative, mitreißende Gitarrenmusik gerecht.


Mit ihrem Smash-Hit Blinded By The Dark deutete die schwedische Formation von The Pusher bereits vor Release ihres wohl mehr als treffend betitelten Debütalbums The Art Of Hit Music ihr Können an und landete mit der ersten Singleauskopplung folgerichtig auf Platz eins der heimischen iTunes Verkaufscharts. Die ersten Meinungen im Netz zu ihrem Longplayer gehen dabei etwas auseinander. Wo die eine Seite noch begeistert beteuert, dass „kein Song dem anderen gleichen würde“, bemängelt man an anderer Stelle eben jenen Punkt einer unzureichenden Abwechslung und meint, „alles würde ein bisschen gleich klingen“. Paradox, aber beinahe logisch, wo sich doch jeder ein eigenes Urteil bilden kann, was ich vorab auch jedem empfehlen würde, der sich noch überlegt, ob sich der Kauf des Albums The Art Of Hit Music lohnen könnte.

act-thepusherJakke Erixson (vocals, bass), Karl-Ola Solem (guitar), John Harleman (keyboards) und Pontus Karlsson (drums) schlagen musikalisch eine ähnlich kommerziell orientierte Richtung ein, wie vor ihnen bereits erfolgreiche Branchenkollegen, darunter auch Sunrise Avenue, mit denen man im Herbst des Jahres auf Tour unterwegs sein wird. Ein zumeist aufgeräumt wirkender Sound, teilweise mit elektronisch angehauchtem Groove, dramaturgischen Klangsteigerungen und ein fassbarer Chorus, der den Leuten nicht mehr aus dem Kopf gehen soll. The Pusher nutzen dieses „Geheimrezept“ nicht nur auf dem folgenden Track Wonderful Day To Die, sondern gerne über die gesamte Albumlänge, was man ihnen nun positiv auslegen oder als Kritikpunkt ankreiden könnte. Das Klangbild ist in etwa so harmonisch oder gar harmlos Schwiegermutter kompatibel, wie die vier hageren bis androgyn wirkenden Herren auf dem Cover zu ihrer Platte auch aussehen. Da passt eine bis auf ein begleitendes Klavier reduzierte Ballade wie Pale And Naked Name eigentlich nur ins Konzept.

Wirklich schlecht ist dieser Umstand keinesfalls, Sänger Jakke Erixson schafft mit seiner ausgezeichneten Stimme sogar einen beeindruckenden Gänsehautmoment, doch braucht man gewiss seine Zeit, sich auf die zumeist seicht-melodischen Rocknummern von The Pusher einlassen zu können. Vor allem wenn man unmittelbar zuvor noch brutale Gitarrenriffs einer anderen Metalband um die Ohren gehauen bekommen hat. Reinstes Kontrastprogramm sozusagen, allerdings muss man an The Art Of Hit Music neidlos anerkennen, dass mit Tracks der Sorte Painted Hearts, Planets und Fallen Soldier der Hitfaktor stets hochgehalten wird und sich das Album mit fortschreitender Spieldauer und wiederholtem Hören mehr und mehr entwickelt, vor dem geistigen Auge für mich reift. Also alles richtig gemacht, und mit Deadlocked Space werden The Pusher sogar noch richtig forsch, druckvoll und lautstark, schließen ihr Debüt aber mit ähnlicher Zurückhaltung ab, wie sie es begonnen haben.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Es mag Stimmen in der Szene geben, die der Newcomer Band The Pusher ernsthaft die musikalische Nachfolge ihrer schwedischen Kollegen von Mando Diao zutrauen, wobei diese noch lange nicht an einem Punkt angelangt sein dürften, an dem sie sich so ohne weiteres beerben lassen (wollen). Mit ihrem Debütalbum The Art Of Hit Music sind The Pusher, was Hitpotential und kommerzielle Erfolgsaussichten betrifft, jedenfalls auf einem guten Weg und drängen sich nicht ganz zu Unrecht ins Rampenlicht tanzbarer Rockmusik. Radiostationen aufgepasst, hier kommt neues Material, das Ihr so lange totspielen könnt, bis auch der letzte Zuhörer seinen Gefallen daran verliert.

 
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