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Movies - DVD
Donnerstag, 22. September 2011 um 16:31 Uhr

Als bunter Knallfrosch angekündigt – als Blindgänger enttarnt.

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Review | Kritik | Bewertung
Kaboom (2011)

logo-lovefilmBewertung: 0,5 von 6
Studio: Senator
www.kaboom-lefilm.com

Vielleicht zähle ich als grundsätzlich eher konservativ eingestellter Filmkonsument nicht unbedingt zur erwünschten Regenbogenfarbenen Zielgruppe, die von Kaboom vermeintlich angesprochen werden sollte, aber der mehr oder minder zwanghafte Versuch, eine in meinen Augen doch relativ sinnfreie Handlung um die freizügige Darstellung zwangsloser Kopulationsepisoden sexuell noch unorientierter oder sich bewusst nicht festlegen wollender junger erwachsener halbseidenen herum zu konstruieren, fällt einem schon etwas unangenehm auf.


„Schließlich wäre das College nur eine Art Ruhepause zwischen der Highschool und dem Leben“ resümiert die Kunststudentin Stella (Haley Bennett) mit süffisantem Lächeln auf den Lippen, als sie ihrem besten Freund Smith (Thomas Dekker) von ihren lesbischen Abenteuern erzählt. Smith selbst befindet sich im Zwiespalt seiner sexuellen Neigungen und flirtet nicht nur auf dem Campusgelände mit jedem halbwegs attraktiveren Kerl, während er gleichzeitig einige vergnügsame hetero Liebesstunden mit der unkomplizierten London (Juno Temple) verbringt. Ein besonderes Augenmerk hat der 18-jährige Schönling auf seinen Zimmergenossen Thor (Chris Zylka) geworfen, einen braun gebrannten Surfertyp der keine Party auslässt, mit vielen Frauen schläft und Smith mit seinem nackten Astralkörper um den Verstand bringt. In Smith's Träumen fallen beide übereinander her wie Siegfried & Roy, wenn sie mal nicht mit ihren gefährlichen Haustieren spielen.

movie-kaboomAber es erscheinen ihm auch andere seltsame Gestalten und offenbaren ein zu lösendes Mysterium um ein rothaariges Mädchen namens Rebecca, deren rätselhaftes Verschwinden und eine düstere Untergrundsekte namens New Order. Nein, nicht diese legendäre Wave Band aus den Achtzigern, sondern eine Hand voll fanatischer Spinner, die unsere verdorbene Welt mit dem bewussten Herbeiführen der Apokalypse grundlegend verändern und nach ihrem Bild formen möchten. Smith bekommt dabei seltsame Nachrichten übermittelt, wird von den Männern in Tiermasken als „auserwählter Sohn“ beobachtet und regelrecht verfolgt. Was Regisseur Gregg Araki mit Kaboom versucht, einem hoffentlich toleranten Publikum als halbwegs spannende Verschwörungstheorie unterzujubeln, grenzt dem Grunde nach an eine bodenlose Frechheit und kann bei allem künstlerischen Anspruch selbst im Trash-Bereich nun wirklich nicht sein Ernst sein.

Wer das dringende Bedürfnis verspürt, junge Menschen bei deren sexueller Revolution zu beobachten, sollte sich wohl besser einen adäquaten Softporno aus der Videothek seines Vertrauens ausleihen, die Hintergrundstory dürfte hierbei kaum dürftiger ausfallen. Es kommt schon selten vor, dass ich mir während eines Filmes die berechtigte Frage stelle, ob es die (bei Kaboom wie zu erwarten war ebenfalls enttäuschende) Auflösung einer maßlos langweiligen Verschwörungsgeschichte tatsächlich wert sein soll, die nächsten 90 Minuten seiner kostbaren Lebenszeit zu verschwenden. Gut, diese Frage stellt man(n) sich auch nach manch ernüchternder Fußball Live-Übertragung im TV, aber wenigstens küssen sich hier keine Männer und spielen Zauberstab verstecken.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Toleranz hat seine Grenzen und man möge mir meine überspitzt humorvollen Bemerkungen an dieser Stelle bitte absolut nicht als böse gemeinte oder gar verachtende Denunzierung der Homosexualität auslegen, aber Kaboom wäre auch mit rein heterosexuellem Hintergrund per se cineastischer Nonsens. So sehr Regisseur Gregg Araki mit seinem Werk versuchen mag, affektierte Gesellschaftsgrenzen zu durchbrechen, so heuchlerisch gibt er sich selbst bei der Verschleierung seiner ursprünglichen Absichten.

 
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