American lifestyle jetzt wieder in Deutschland.

Review | Kritik | Bewertung Madden NFL 12 (2011)
Bewertung: 5 von 6 Hersteller: Electronic Arts www.ea.com/madden-nfl
Eine neue Pre-Season ist eröffnet... und gerade deutsche Sportfans, die sich ebenfalls für American Football begeistern lassen, freuen sich 2011 über die spannende Tatsache, dass mit Madden NFL 12 endlich wieder auf den Kompromiss einer Import-Variante verzichtet werden kann. Nachdem sich Publisher Electronic Arts dazu entschloss, im Vorjahr hierzulande eben nicht gesondert zu releasen, dürfte sich der ein oder andere wohl auf eine kleine Durststrecke begeben haben.
Natürlich strotzt auch Madden NFL 12 erneut nur so vor Verherrlichung des american lifestyle und präsentiert den Nummer eins Landessport in gewohnt glanzvoller Pracht. Nicht umsonst bildet sich noch der dümmlichste stereotype College Teammate etwas ein auf seine außergewöhnliche Begabung im Zuge der körperbetont heroischen Hetzjagd nach dem ledernen Ei und findet sich nach seiner Schulzeit zumeist im deprimierenden Kassiereralltag eines lokalen Drugstores wieder. Egal. Ganz dem römischen Vorbild „Brot und Spiele“ nach, lässt sich jedes noch so verschlafen wirkende amerikanische Kleinstadtnest von einem Sunday Night Game zur Ekstase treiben. Auch auf der heimischen Spielkonsole bekommt man diese mitfiebernde Euphorie des Publikums zu verspüren und fühlt sich das ein oder andere mal an eine beinahe realistische TV Präsentation erinnert. Eigentlich keine schlechten Vorzeichen für eine bedingungslose Kaufempfehlung, allerdings muss man gewiss erst das Regelwerk der Sportart verstehen und Schritt für Schritt verinnerlichen, um eine reelle Chance für die erfolgreiche Teilnahme am nächsten Super Bowl Megaevent zu haben.
In Madden NFL 12 läuft alles wie gewohnt und unter einer Vielzahl an verschiedenen Modi ist selbstverständlich die Karriere mit einem gewissen Manageranteil als reizvollste und wohl am längsten motivierende Aufgabe zu verstehen. Man beginnt also eine neue Saison mit stolzen 75 Spielern, absolviert die Vorbereitungsphase mit einigen aufschlussreichen Trainingseinheiten und sortiert fortlaufend aus, bis der Kader für die Hauptrunde gesetzt ist. Mit etwas Glück und dem richtigen Talent qualifiziert man sich sogar für die Playoffs und kämpft sich letzten Endes in das legendäre Super Bowl Endspiel. Gerade Neulingen des Genres sei an dieser Stelle die automatische Spiel(zug)unterstützung via Gameflow wärmstens ans Herz gelegt, denn bei aller noch so taktischen Finesse kann man bei einem umfangreichen und vor Variationen nur so strotzenden Playbook im Eifer des Gefechts schon einmal den Überblick verlieren, sich für den falschen Spielzug entscheiden und unter Druck eine folgenschwere Interception verursachen. Von ärgerlichen Fumbles nach harten Hits möchte ich gar nicht erst sprechen...
Mal abgesehen von einer gewissen Eingewöhnungsphase ist Madden NFL 12 aber ein halbwegs flüssiger Spielspaß, wenn man das von einer Sportart mit mehr Unterbrechungen denn play action überhaupt behaupten kann. Electronic Arts ist dieses kleine Kunststück vor allem wegen einer Vielzahl an Gimmicks, Sehenswürdigkeiten und Animationen neben dem eigentlichen Spielgeschehen perfekt gelungen und so wirkt das Game gleich noch realistischer. In Sachen Soundtrack liegt man obendrein seit Jahren bekanntermaßen selten daneben und so zeigt sich Madden NFL 12 für Personen mit einem Hauch englischer Sprachkenntnisse als eine der heißesten Sportsimulationen auf dem derzeitigen Spielemarkt.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Alexander Riede ist der Meinung... Ich halte generell wenig von diesen ewigen Diskussionen der Fachpresse, ob man von Entwicklerseite nun womöglich einen Schritt vor oder zurück gegangen ist. Soviel sei an dieser Stelle versprochen: mit Madden NFL 12 macht EA einige Yards gut und präsentiert ein begeisterungsfähiges Sportspiel für Football Freunde und solche, die es werden wollen. Überhaupt... Da der Otto normal Konsument gewiss nicht jene Fülle an Games zuhause liegen hat, wie die journalistischen Kollegen, muss man nicht immer zwangsläufig den Vergleich mit Madden 11, 10 oder sonstigen Vorgängen ziehen. Besten Dank.
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