Die nächste Eiszeit kommt bestimmt...

Review | Kritik | Bewertung NHL 12 (2011)
Bewertung: 5 von 6 Hersteller: Electronic Arts www.ea.com/nhl
Auch wenn draußen zuletzt bestes Spätsommerfeeling mit allerhand Sonnenschein vorherrschte, freut sich doch der ein oder andere Eishockey Fan über den Startschuss zu einer neuen spannenden DEL-Saison. Wer selbst vielleicht nicht unbedingt zu den besten Schlittschuhläufern seines Jahrgangs zählt und schmerzhafte Blessuren verursacht durch diverse Bandenchecks gerne vermeiden möchte, weicht schon lange auf die simulierte Sportlichkeit der heimischen Spielkonsole aus und lässt sich Jahr für Jahr von noch realistischer anmutenden Verbesserungen locken.
Seit jeher streitbares Thema: lediglich ein geringfügiges Update oder bahnbrechende Neuerungen? Mit dem Release von NHL 12 wird es sich kaum anders verhalten und ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass die Herren der Fachpresse von diesem Standpunkt aus für oder gegen eine Kaufempfehlung argumentieren werden. Ein Grund mehr, dieses Muster ein wenig durchbrechen zu wollen, noch dazu mit dem Hintergrund, dass mein letztes NHL-Erlebnis ehrlich gesagt schon einige Jahre und mindestens eine Konsolengeneration zurück liegt. Reizvollste Aufgabe in einem auf längere Zeit angelegten Karrieremodus dürfte der kontinuierliche Fähigkeitenauf- und -ausbau seines virtuellen Spielcharakters sein. Was als Be-A-Pro mittlerweile in beinahe allen Sportspielen des Hauses Electronic Arts Fuß fassen konnte, wurde in NHL 12 sogar noch etwas differenzierter angepasst und garantiert eigentlich eine mittel- bis langfristige Bindung an die Eishockeysimulation, denn der Weg ist lang von einem Draft-Pick hin zu einem Superstar der Liga.
In welcher man spielen möchte, sei es nun auf europäischer Ebene oder im nordamerikanischen Raum, darf man sich aussuchen. Wer aber stattdessen immer schon einmal eine viel versprechende Karriere beispielsweise als Steve Yzerman, Mario Lemieux oder Wayne Gretzky live nachempfinden wollte, wird an der Variante Be-A-Legend seine Freude haben. Im Gegensatz zu anderen Sportarten gibt es im Eishockey den so genannten fliegenden Spielerwechsel, was sich natürlich aus der Ego-Perspektive als wenig enthusiastisch zeichnen würde, wenn man gerade zu Beginn seiner Karriere aufgrund mangelhafter Skills vom eigenen Trainer zunächst zum Bankdrücker in der vierten Reihe verdonnert wird. Logisch. Glücklicherweise kann man diese Phasen der teilweise ungewollten Erholung überspringen und muss nicht die kompletten 3 x 20 Minuten pro absolvierter Partie passiv mitfiebernd am Bildschirm verbringen. Ein klares Plus. Die Atmosphäre innerhalb des Spielgeschehens von NHL 12 ist wieder einmal makellos zufrieden stellend geraten, alles gleicht einer spektakulären TV Übertragung und auch in Sachen Gameplay soll sich in Relation zur letzten Ausgabe noch einiges verbessert haben.
Eine angepasste KI macht das Angriffsspiel des eigenen Teams noch dynamischer, gleichzeitig sind die gegnerischen Abwehrriegel wesentlich schwerer zu knacken und die Goalies wirken in manchen beinahe schon frustrierenden Momenten schier unüberwindbar. Natürlich lebt der Sport nicht nur von der Genialität seiner Ausnahmetalente, sondern eben auch von menschlichen Fehlern, weshalb mit reichlich technischer Übung, taktischem Grundverständnis und anpassbarem Schwierigkeitsgrad noch jeder motivierende Erfolge feiern konnte. Eines ist klar, je besser unser Pro am Ende werden soll, desto schwieriger fallen die Aufgaben aus, was aber einen besonderen Reiz – nun eben auch für NHL 12 – ausmacht. Wer wie ich schon länger kein Eishockey Game mehr auf der Konsole zu Gesicht bekommen haben sollte, wird schnell zu begeistern sein und investiert beim Kauf von NHL 12 in ein rundum gelungenes und nicht gerade kurzweiliges Sportvergnügen.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Alexander Riede ist der Meinung... Wenn ich überlege, dass bei den ersten NHL-Ablegern von EA noch krachende Bandenchecks und zwischenzeitlicher Argumentationsaustausch mit den Fäusten zu den Highlights zählten, dann bin ich schon angenehm überrascht, mit wie viel kleinen Details neben der optimierten Spielphysik ein mehr und mehr bewundernswerter Realitätsgrad erreicht werden konnte und in den folgenden Jahren vermutlich noch weiter ausbaufähig ist, auch wenn mit NHL 12 ein erstklassiges Referenzwerk aktuellen Standes geschaffen wurde.
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