Mörderischer Minimalismus im 2D-Format.

Review | Kritik | Bewertung The Dishwasher Vampire Smile (2011)
Bewertung: 4,5 von 6 Hersteller: Ska Studios www.vampiresmile.com
Auch der dritte getestete Titel aus der mittlerweile umfangreichen Arcade-Sammlung ist ein echter Hingucker. Während sich die Blockbustertitel mit echtem 3D brüsten, geht man im alternativen Arcadebereich immer wieder zurück zu alten Dimensionen. So auch bei dem Actionspiel The Dishwasher Vampire Smile. Statt opulenter Grafik, epischer Story und einem aufgemotzten Kampfsystem herrscht bei diesem Game ein kunstvoller Minimalismus, der auch vor dem Preis keinen Halt macht. So bekommt der Spieler für wenig Geld ein gutes Actionspiel in ungewöhnlicher 2D Optik.
Worum geht es also in dem Game? The Dishwasher Vampire Smile handelt von... also da ist dieser eine Typ namens Tellerwäscher, mit schlechter Körperhaltung... und ein Mädchen namens Yuki… und das sind Cyborgs, wie alle anderen Charaktere auch... und der Tellerwäscher hat mit dem Koch die Erde zerstört, weil irgendein Cyborg-Virus alle anderen verrückt gemacht hat... oder so ähnlich... und Yuki tötet irgendwelche Bänker und Generäle... ach ja, Yuki hat irgendwelche Albträume, psychische Probleme und verliert einen Arm, der kurzerhand durch eine Motorsäge ersetzt wird… Worum es eigentlich geht?! Es geht nur darum, dass man ein paar böse Kerle zerlegt, um an ein paar noch bösere heran zu kommen. Die Story ist dabei so einfach wie irgend möglich gehalten, so dass man eigentlich beinahe von nicht existent reden muss.
Erzählt wird das ganze dann in einem Comic ähnlichen Stil, soll heißen: man bekommt ein paar Standbilder und zusätzliche Textstrips werden eingeblendet. Es gibt zwar zwei Storymodi, aber die sind - mal abgesehen von den Zwischeneinblendungen - absolut identisch. Hier wäre etwas mehr besser gewesen. Für den mickrigen Storymodus entschädigen einen aber die verschiedenen, gesondert spielbaren Kampfszenarien, in denen sich die Rahmenbedingungen ändern, was neue Herausforderungen bringt. Gespielt wird in klassischer Jump & Run Manier. Man läuft von einem Abschnitt in den anderen. Ab und zu findet man einen Geheimgang und holt sich ein Goodie. Bei einem Händlerroboter kann man dann Items kaufen oder die Waffen aufrüsten. Das alles ist erfreulich nebensächlich. The Dishwasher Vampire Smile macht eigentlich keinen Hehl daraus, dass es im Grunde genommen nur aus dem brachialen Abschlachten seiner Gegner besteht. Nichts spiegelt diesen Umstand besser als die Grafik. Das ungewöhnliche Schwarz-Weiß-Set ist nur darauf ausgerichtet, den Kampf ins rechte Licht zu rücken. Die Figuren sind simpel gezeichnet, aber sauber animiert. Im Hintergrund leuchtet ab und zu ein warmes Orange oder ein kühles Blau. Gelegentlich flackern Bildschirme und verbreiten die einfache, aber passende Aufforderung: „Kill“. Diese saubere, fast sterile Kulisse dient als Kontrast zu dem blutigen Rot, mit dem sie überzogen wird.
Der Kampf ist das Herzstück des Spieles. Er wird in abgeriegelten Arenen ausgetragen. Man läuft also nicht durch die Gegend und trifft immer wieder vereinzelte Gegner, sondern man bekämpft in einem abgeriegelten Abschnitt ganze Horden von ihnen. Und hier macht The Dishwasher Vampire Smile schlicht und ergreifend alles richtig. Die Steuerung ist vorbildlich genau, die Kombos schnell und einfach auszuführen. Die Gegner kommen in angemessener Menge und fordern das Geschick des Spielers immer wieder heraus. So entfesselt sich schnell ein grandioses, atemloses Action-Spektakel, wo der Spieler schnelle Kombos ansetzt, versucht Gegenangriffen auszuweichen und schließlich einen Finisher durchzuführen. Der ist natürlich etwas hervorgehoben. Aber statt aufwendiger Tastenkombinationen reicht hier der Druck eines einzigen Buttons zur rechten Zeit und der Gegner wird zerstückelt, zersägt und auch mal zerrissen. Dabei zoomt das Spiel für ein paar Atemzüge näher ran und man kann bewundern, wie sich die Schwarz-Weiß-Kulisse rot färbt. Danach geht es wieder flüssig weiter bis - meist nur ein paar Sekunden später - das Blut des nächsten Gegners Farbe in das Spiel bringt.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Sven Sauerhammer ist der Meinung... The Dishwasher Vampire Smile ist so etwas wie Bit-gewordenes Adrenalin. Dank der einfachen, aber genauen Steuerung entfesselt man ein Kampffeuerwerk, das an Geschwindigkeit kaum zu überbieten ist. Irgendwie erinnert es stark an alte 2D-Klassiker wie Megaman. Ständig ist man in Bewegung, von irgendwoher droht immer Gefahr, der man geschickt ausweichen muss und nebenbei schafft man es doch noch, dem Gegner den Gar auszumachen. Nach dem Kampf holt man erstmal Luft und freut sich dabei schon auf den nächsten. Das es keine ordentliche Story gibt, ist sicher ein Manko, schmälert aber den Spaß an der Cyborgvernichtung keineswegs. Ein rundum gelungenes Spielexperiment, dass sein Geld mehr als wert ist und viele Stunden spannende Action verspricht.
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