Metal - Hardcore
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Music - Metal - Hardcore
Sonntag, 23. Oktober 2011 um 16:25 Uhr

Ich kann Deinen Herzschlag hören...

cd-unherz

Review | Kritik | Bewertung
Unherz - Herzschlag (2011)

UnherzBewertung: 2 von 6
Label: Massacre (Soulfood)
www.unherz.de

Herzschlag ist bereits das zweite Studioalbum der deutschsprachigen Metal-Band Unherz. Nachdem ihr Erstlingswerk Unherzlich Willkommen aus dem Jahr 2010 von der Presse ziemlich eindeutig zerpflückt wurde, versuchen die vier Jungs aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz nun mit Herzschlag erneut die Herzen der Fans zu erobern. Bereits beim ersten Hören des neuen Albums wird man unweigerlich an in der Szene nicht gerade unbekannte Böhse Onkelz erinnert, gepaart mit punklastigen Rockelementen anderer Bands wie beispielsweise Frei.wild oder etwa den Toten Hosen.


Der Sound ist dabei kraftvoll und gerade die schnelleren Songs auf Herzschlag bleiben positiv in Erinnerung. Ich denke, dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Longplayer von einem gewissen Gerhard Magin produziert wurde. Magin hat in der Vergangenheit bereits Alben von Szenegrößen wie Theatre Of Tragedy, Crematory oder Catamenia produziert, um ihn etwas genauer vorzustellen. Aber leider hat das mir vorliegende Werk Herzschlag auch einige Schwachstellen... Die 11 Anspielpunkte umfassende Tracklist liest sich auf den ersten Blick eigentlich ganz gut, und erinnert an klassische Deutschrock Bands teils vergangener aber dann doch nie enden wollender Tage.

act-unherzNimmt man beispielsweise das Lied Halt die Fresse, so hat man beim Hören unweigerlich das Gefühl im RTL Nachmittagsprogramm zu sitzen und sich mehr oder minder berieseln zu lassen. Dieses Lied soll ferner als Abrechnung mit all jenen dienen, die es tatsächlich gewagt haben, die Band Unherz bzw. deren Musik zu kritisieren. Für meinen Geschmack erinnern mich aber leider zu viele Songs auf dieser CD immer wieder an Stephan Weidner, den Sänger der eingangs erwähnten Böhsen Onkelz. Auch bei 20000 Freunde wird man einfach das Gefühl nicht los, ihn schon in ähnlicher Form bei anderen Bands gehört zu haben. Aber es ist ja nicht alles auf diesem Album schlecht. So sind die Texte von Die Hölle muss schön sein, Kein Paradies und Die Stimme tief in mir schon sehr tiefgründig und ich würde mir diese Art des Schreibens verstärkt auf dem nächsten Album wünschen.

Was mir besonders an diesem Album gefallen hat, ist jedenfalls die Abwechslung. Sämtliche Genres werden hier bedient und so findet man auf dieser Scheibe Balladen, Partyknaller aber auch tiefgründige Songs, wodurch sowohl eingefleischte Deutschrock- Fans, als auch Genreneulinge voll auf ihre Kosten kommen dürften. Aus meiner Sicht steckt in Unherz viel Potential, welches sich noch weiterentwickeln sollte. Sie müssen es einfach wagen, aus dem Schatten der Onkelz herauszutreten und ihren eigenen Stil finden. So hört es für mich an, wie ein einfacher Abklatsch von schon mal dagewesenem. Doch die Jungs von Unherz verstehen etwas von ihrem Handwerk und werden diesen Entwicklungsschritt nach vorne in der Zukunft sicherlich schaffen.



redakteur-tina

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Tina Jablonsky ist der Meinung...
Unherz legt mit Herzschlag ein solides Album vor, welches wohl von jenem Leserkreis getrost gekauft werden kann, der dem Grunde nach die in dieser Kritik genannten Bands mag und gerne hört. Unherz ist keineswegs eine Böhse Onkelz Coverband, sondern sie versuchen, aus dem Schatten ihrer musikalischen Vorbilder herauszutreten, was an der ein oder anderen Stelle auf diesem Album auch schon gelingt. Meine Anspieltipps sind Die Stimme tief in mir und Die Hölle muss schön sein.

 
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