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Movies - Blu-ray Disc
Sonntag, 23. Oktober 2011 um 16:39 Uhr

Ein brutaler Kampf bis zum letzten Krieger.

brd-ironclad

Review | Kritik | Bewertung
Ironclad (2011)

logo-lovefilmBewertung: 4,5 von 6
Studio: Universum Film
www.universumfilm.de

Wem die blutigen Schlachten in 300 bereits zu brutal erschienen, sollte bei dieser Review am besten gar nicht erst weiterlesen... wem allerdings eine heroische Grundeinstellung einiger weniger tapferer Krieger gegen eine offensichtlich überlegene Gegnerschar grundsätzlich zusagt, der wird am mittelalterlichen Actionspektakel Ironclad seine wahre Freude erleben. Wir schreiben das Jahr 1215, England befindet sich in einer historischen Umbruchstimmung, die Machtverhältnisse scheinen sich endgültig zu verschieben.


King John (Paul Giamatti) wird von seinen aufbegehrenden Landesbaronen zur Unterzeichnung der Magna Carta und damit einigen rechtlichen Zugeständnissen gezwungen, was einem herrschenden Tyrannen seines Formats überhaupt nicht gefällt. Die Verantwortlichen sollen seinen unbarmherzigen Zorn spüren und King John möchte sich mit der Unterstützung einer dänischen Söldnerarmee um jeden Preis seine geschwächte Machtstellung zurückerobern, bevor er seinen Thron an einen französischen Prinzen verliert. Es ist jene erste unangenehme Begegnung des Tempelritters Marshal (James Purefoy) mit dem königlichen Geleit bei der eine Hand voll seiner Ordensbrüder aus reiner Vergeltung und des royalen Grolls wegen getötet werden und dieser als einziger entkommt, die unseren Helden in Kettenhemd zum Anführer einer Gruppe rebellischer Widerstandskämpfer werden lässt. Mit geistlichem Segen macht er sich in Begleitung einiger verwegener Verbündeter – nicht einmal zwei Dutzend an der Zahl – auf den direkten Weg nach Rochester Castle, einer strategisch besonders wichtigen Festung, um diese zu besetzen und damit den Versorgungsweg königlicher Truppen zu blockieren.

movie-ironcladEin wahnsinniges Unterfangen, denn als die erste Hürde ihres Plans genommen wurde, erwartet sie ein wütender Angriff von knapp tausend gegnerischen Kämpfern, die jene Festung für King John natürlich zurückerobern wollen. Eine monumentale Schlacht mit den Kräfteverhältnissen gemäß des David gegen Goliath-Prinzips nimmt ihren Lauf. Wie einst bei 300 wird der strategische Vorteil des Austragungsortes gnadenlos ausgenutzt und spätestens an einem Punkt, an dem mit brachialen Schwerthieben Körperteile abgetrennt werden und Blut gegen die Kamera spritzt, wird dem Zuschauer klar, dass die Kampfhandlungen bei Ironclad im Grunde genommen wesentlich schonungsloser dargestellt werden. Tapferkeit über alle Maßen zeichnet auch die kleine Gruppe um Albany (Brian Cox), Becket (Jason Flemyng), Marks (Mackenzie Crook) und Guy (Aneurin Barnard) aus, allerdings handelt es sich hier mitnichten um geborene Kriegertypen und es wird schnell klar, dass hier kein Sieg errungen werden kann, sondern der Widerstand bis zum letzten Krieger standhalten soll... bis die Franzosen kommen... wenn sie überhaupt kommen.

Selbst Templer Marshal mit seinem körpergroßen Langschwert wirkt bei aller kämpferischen Klasse nicht unverwundbar und es sieht in einigen Szenen im Verlauf des Films so aus, als wäre eine Niederlage und der sichere Tod kaum noch abzuwenden. Actionfans mit mittelalterlichem Faible kommen mit Ironclad voll und ganz auf ihre Kosten, werden vielleicht sogar kurz euphorisch, wenn Marshal seine Widersacher mit einem wütenden Schwerthieb in zwei Teile spaltet, dürften sich aber angesichts der maßlosen Gewalt irgendwann an selbiger stören. Ich für meinen Teil finde nämlich, die Dramatik gewisser Szenen wäre aussagekräftig genug gewesen, auch ohne unter Folter sämtliche Hände und Füße detailliert abhacken zu müssen oder (für Tierschützer bestimmt keine feine Sache) eine Horde Schweine bei lebendigem Leib anzuzünden, um einen Befestigungsturm zum Einsturz zu bringen. An dieser Stelle wird Ironclad beinahe ein wenig geschmacklos, bleibt aber gewiss authentisch, denn man möchte vermutlich nicht wissen, was im Mittelalter noch so alles getrieben wurde...



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Insgesamt zeigt sich Ironclad als nette Abendunterhaltung innerhalb einer relativ gewaltresistenten und heroisch veranlagten Männerrunde. Der Film eignet sich gewiss nicht für cineastische Zweisamkeit mit der Freundin, außer man(n) möchte, dass er den Film womöglich nach den ersten brutalen Schlachtszenen alleine weiterschauen kann, während sie sich angewidert in das gemeinsame Schlafzimmer zurückzieht. Lässt sich vielleicht nicht vermeiden, muss aber nicht wirklich sein.

 
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