Wenn Heavy Metal aus Deutschland begeistern kann...

Review | Kritik | Bewertung Messenger - See You In Hell (2011)
Bewertung: 5 von 6 Label: Massacre Records www.messengerband.de
Zugegebenermaßen zähle ich mich selbst eher nicht zur durchschnittlichen oder sagen wir besser alltäglichen Heavy Metal Hörerschaft, denn es gibt für meinen persönlichen Geschmack einfach zu viele gängige Klischees, die man an dieser Stelle erfüllen müsste bzw. die man von der gewissermaßen Lautstärkenresistenten Fanbase erwarten könnte. Und wenn obendrein der eigene Lebensgefährte von selbiger Kategorie waschechter Heavy Metal Fan ist, muss man diese Musik eigentlich nicht noch zusätzlich in seiner singulären Freizeit hören, wie ich finde...
Jedenfalls dachte ich dies bis zum jetzigen Zeitpunkt, noch bevor mir interessanter Weise die aktuelle Scheibe von Messenger in die Hände fiel. See You In Hell heißt der Nachfolger des Debüts Under The Sign aus dem Jahre 2006. Mit erwähntem See You In Hell liegt nun ein knapp 70 minütiges Studioalbum vor, welches ein klein wenig an bereits bekannte Bands wie etwa Manowar, Majesty oder auch Running Wild erinnert. Messenger – das sind die hautenge Lederkluft tragenden Herren Siggi (Vocals), Benny (Bass), Deckes, Kette (beide an der Gitarre) und Markus (Drums) - variieren auf dem gesamten Album gekonnt mit verschieden Stilen entlang und manchmal auch ein wenig abseits des gesamten Genres.
Man findet darauf also sowohl Songs die eher melodisch ausgelegt sind (The Prophecy) und quasi im Segment des Power Metals anzusiedeln sind, ebenso wie sehr folkig angehauchte Songs (Valkyries), welche mitunter sehr rockig anmuten (Final Thunder). Und genau diese Mischung macht See You In Hell für mich zu einem besonderen Album. Das Zuhören wird auf diese Weise nie langweilig und beim Song Falconlord zeigt die deutschstämmige Metalband aus Neunkirchen, was musikalisch in ihr steckt. Jener Song strotzt nur so vor starken Melodien und kann vor allem durch einen hymnischen Refrain punkten. Gerade Sänger Siggi Schüßler versteht sein Handwerk und weiß gekonnt seine vielseitige Stimme einzusetzen. Von typisch hohen Tönen bis hin zu growligen Ansätzen ist alles vertreten und macht einfach Laune, weiter hin zuzuhören.
Ein besonderer Bonus auf dieser CD ist der Song Dr. Stein, welcher ein Cover des gleichnamigen Hits von Helloween darstellt. Der Track ist meiner Meinung nach nicht unbedingt überragend, aber durchaus besser, als das eigene Remake, welches Helloween erst im letzten Jahr herausgebracht haben. Einen wichtigen Kritikpunkt habe ich an dieser Stelle: während die Chöre am Anfang des Albums noch bewusst eingesetzt wurden, so fangen sie in der zweiten Hälfte doch an leicht zu nerven. Eventuell könnte man diese bei der nächsten Veröffentlichung wieder etwas reduzierter in das Konzept einbringen. Meine Anspieltipps sind: Alien Autopsy, See You In Hell.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Tina Jablonsky ist der Meinung... Die saarländische Band Messenger hat es mit ihrem zweiten Album See You In Hell geschafft, mich vom Heavy Metal zu überzeugen oder besser gesagt, ihn wieder wesentlich näher an mich herangebracht. Das Album ist sehr melodisch, hat aber auch einige Parts in den Songs, die direkt zum Tanzen anregen. Insgesamt eine sehr gute Mischung und ich hoffe sehr, dass wir nicht wieder 5 Jahre auf ein neues Lebenszeichen warten müssen.
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