Genozid im Reich der Fantasy.

Review | Kritik | Bewertung Orcs Must Die! (2011)
Bewertung: 4,5 von 6 Hersteller: Robot Entertainment www.robotentertainment.com
Wird aber mal Zeit, dass jemand Partei für die armen Orks übernimmt... Seit Jahrzehnten werden sie in allen möglichen Fantasymedien mehr oder minder dahin gerafft. In Tolkiens Romanreihe Der Herr der Ringe, in deren Verfilmung und vor allem im Videospielbereich belustigen wir uns am massenhaften Mord an einer sozialen Randgruppe der Fantasygesellschaft. Und jetzt auch noch im Arcade Game Orcs Must Die!... Der Titel alleine sagt dabei schon alles.
Ähnlich dem Spielprinzip von Plants vs. Zombies, bei dem die Randgruppe der Zombies daran gehindert wird, an lebensnotwendiges Futter heran zu kommen, werden auch hier alle möglichen Fallen und Hindernisse aufgestellt, um den Orks den Zugang zu einem neuen, besseren Lebensraum zu erhalten. Kein Wunder, dass sie immer so missgünstig düster schauen. Dabei startet das Spiel Orcs Must Die! sehr hoffnungsvoll. Ein alter Magiermeister kommt durch einen Unglücksfall ums Leben. Ab sofort steht nur noch sein hochnäsiger, aber unerfahrener Lehrling den nach Freiheit strebenden Orks im Weg. Diese wollen nichts anderes, als ihre bereits verwüstete Welt verlassen und in einer neuen, besseren, leider aber von Menschen besiedelten Welt Fuß (oder besser: Klaue?) fassen.
Um das wirklich zu bewerkstelligen, müssen sie aber erst die Festungen des geheimnisvollen Ordens überwinden und in den darin gelegenen Spalt gelangen. Nur der vom Spieler gesteuerte, namenlose Lehrling stellt sich und alle möglichen Fallen in den Weg. Also sind die Orks gezwungen, massenhaft durch die großen Tore zu brechen, damit wenigstens einige den Spalt erreichen. Damit ist das einfache Prinzip auch schon umrissen. Man muss einen Haufen Orks mit aller Kampfeskunst und ordentlichem Trickreichtum ins Nirvana befördern. Dafür werden einem alle möglichen blutigen Fallen zur Verfügung gestellt. Neben Klassikern wie der Stachel- und der Pfeilfalle gibt es auch flexiblere Bogenschützen und Paladine, aber auch Einmalfallen wie ein Explosionsfass. Eine große Auswahl dieser sehr unterschiedlichen Waffen lässt variationsreiche Kombinationen zu, die man zwischen den Angriffswellen der Orks in Stellung bringt und optimiert. Das dafür benötigte Kapital erhaltet ihr, wie soll es anders sein, durch das Töten von Orks.
Kriegskapitalismus nennt man so etwas wohl! Aber damit nicht genug... Während des Ansturms bewegt sich der Magierlehrling in Third Person Sichtweise höchstselbst auf dem ansehnlichen 3D-Schlachtfeld und unterstützt seine blutigen Fallen mit Armbrust, Schwert und allerlei magischen Sprüchen oder ergötzt sich einfach an dem Gemetzel, das seine Bauwerke anrichten. Das Einzige was den Orks zu Gute kommt, ist eine clevere Levelarchitektur, die es dem Lehrling nicht einfach macht, den Ansturm der Orks aufzuhalten. Trotzdem kennt wohl jeder den Ausgang: einen Haufen toter Orks und ein tanzender „Held“. Für Fantasy-Friedensaktivisten ein echter Albtraum.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Sven Sauerhammer ist der Meinung... Sehen wir es so, wie es ist: Orcs Must Die! ist ein Ork-verachtendes Spiel, das großen Spaß macht. Vor allem, dass man selbst an den Kämpfen teilnimmt, aus nächster Nähe mitbekommt, wie die Fallen ihre Arbeit tun und man sich selbst bei deren Aufstellung einplant, ist ein großes Plus. Man steht Blitze werfend mit Bogenschützen auf der Mauer, vereist Orks, die gegen Paladine kämpfen, oder steht hinter seiner Falleninstallation und erfreut sich am comichaftem Ableben der Orks. Unterstützt wird das Vergnügen durch den Levelaufbau, der so unterschiedlich und individuell ist, dass ein großer Wiederspielwert entsteht, auch wenn die Orkwellen etwas eintönig sind. Unterm Strich bleibt ein kurzweiliges Spiel mit viel Orkgemetzel.
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