Der Spinner ist zurück...

Review | Kritik | Bewertung Spider-Man: Edge of Time (2011)
Bewertung: 3,5 von 6 Hersteller: Activision herohq.com/spidermanedgeoftime
Mittlerweile hat auch Spider-Man schon einige Auftritte im Laufe der Videospielgeschichte hingelegt. Die meisten sind jedoch kaum erwähnenswert. Dieser hier leider auch nicht. Es gibt zwar ein paar sehr gute Ansätze, aber letztlich ist der spielerische Inhalt wieder einmal unzureichend. So hat das Konsolenspiel Spider-Man: Edge of Time nun wirklich keine Chance, ernsthafte Konkurrenz für Batman: Arkham City zu werden. Aber beginnen wir mit den positiven Aspekten.
Schon zu Anfang erwartet den Spieler ein Schockerlebnis, wenn Spidey getötet wird. Der Übeltäter ist Antivenom alias Eddie Brock, eine Art weißer Hulk, der gegen einige Spinnenfähigkeiten immun ist. Es folgt ein Sprung in die Zukunft. Das Jahr 2099. Hier arbeitet Miguel O`Hara tagsüber für einen Großkonzern und jagt nachts böse Buben als eine neue Version von Spider-Man. Ausgestattet mit einem Anzug, der schwer an die Nanosuits von Crysis erinnert, verfolgt er diesmal den skrupellosen Walker Sloan. Der will ein Zeitsprungportal benutzen, um die Vergangenheit zu seinen Gunsten zu ändern. Miguel, oder Spider-Man anno 2099, kommt dabei leider zu spät. Walker kehrt in das hier und jetzt zurück. Als nächstes erfahren wir, dass Peter Parker nicht für den Daily Bugle arbeitet, sondern für dieselbe Firma wie Miguel, nur eben ein paar Jahrzehnte früher. Walker hat die Gegenwart verändert.
Glücklicherweise kann Miguel mit seinem Gegenwartsgegenstück Kontakt aufnehmen. Das schafft er durch irgendeinen Quantenphysik-Hokuspokus, der darauf beruht, dass sich die beiden die gleiche DNA teilen. Die üblichen Comic-Spinnereien eben. Es folgt eine Reise durch die Zeit, in der Miguel Peter vor dem Tod rettet, beide die Zeitebenen tauschen, was zu unerwarteten Folgen führt und immer wieder tauchen alte Bekannte wie Black Cat oder Doktor Oktopus auf. Das ist bis zum Schluss spannend erzählt und wird von der aus den Sam Ramei Filmen bekannten Ironie unterfüttert. Dass das alles auf Englisch, mit deutschen Untertiteln ist, kann man verschmerzen, weil die englische Synchronisierung so ausgezeichnet ist. Neben der Story fallen vor allem die Animationen der beiden Spinnen auf. Sobald man einen der beiden steuert, kommt man in den Genuss flüssiger Bewegungen, die sofort ein Spideygefühl aufkommen lassen. Dabei kann man alles machen, was man von Spider-Man erwartet: an Wänden krabbeln, durch enge Lüftungstunnel kriechen, sich durch die Luft schwingen. Auch der grafische Rest kann sich sehen lassen.
Damit hat es sich leider auch schon mit den Lobeshymnen. Trotz guter optischer Qualität sind sowohl die Level als auch die Gegner sehr monoton. Zukunft und Gegenwart sehen fast gleich aus, die Gegner haben dieselben Waffen und die immer gleichen Strategien. Verkloppt werden die in God of War Manier, was zu ewigem Button-Mashing führt, aber nicht zu einer Steigerung des Spielspaßes. Die Endgegner bringen dabei auch keine Abwechslung. Dann gibt es noch ein paar Flugeinlagen von Spider-Man der Zukunft, in welchen man geschickt Hindernissen ausweichen muss. Leider bringen die keine Abwechslung, sondern wegen des hohen, fast unmöglichen Schwierigkeitsgrades, nur Frust. Nach 9 Stunden dieser Spinnereien ist die Welt dann endlich gerettet. Nur noch einmal retten will man sie nicht unbedingt.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Sven Sauerhammer ist der Meinung... Eigentlich ist es zum Heulen. Spider-Man: Edge of Time hatte wirklich Potenzial. Die spannende Geschichte und die Spidey-Moves packen einen sofort. Die eingeflochtene Selbstironie und die Seitenhiebe auf andere Marvel Helden lockert das Ganze ungemein auf. Aber nach ein paar Stunden hat man von den ewig gleichen Szenarien und Kämpfen die Schnauze voll. Wäre man hier genauso liebevoll vorgegangen, wie beim Rest, hätte Batman seinen Wundergürtel etwas enger schnallen müssen.
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