Der (Alb-)Traum vom Eigenheim.

Review | Kritik | Bewertung Fertile Ground (2011)
Bewertung: 3,5 von 6 Studio: Universum Film www.universumfilm.de
Je älter man wird, desto wichtiger erscheinen einem feste Werte im Leben, unter anderem garantiert durch ein wohnliches Eigenheim. Ist man einmal mehr selbst in dieser Phase angekommen, kann man nur hoffen, dass man sich für die richtige Immobilie entscheidet, an der man möglichst lange seine Freude hat. Auch die anfangs noch als Vorzeigepaar vorgestellten Filmcharaktere Emily (Leisha Hailey) und Nate Weaver (Gale Harold) sind nach einer tragischen Fehlgeburt im Zeichen des hoffnungsvollen Neuanfangs auf der Suche nach einem beschaulichen Zuhause und entscheiden sich bewusst – oder sollte man besser sagen: ausgerechnet – für ein geschichtsträchtiges Anwesen im besten Landhausstil irgendwo im nirgendwo der amerikanischen Provinz.
Eine ganz schön radikale Veränderung, wenn man bedenkt, dass die selbst überaus fragwürdig gekleidete Modedesignerin und der freischaffende Künstler zuvor die grellen Lichter der Großstadt gewöhnt waren. Wie es der Zufall oder nennen wir es einfach das Schicksal so will, lebten wie sich herausstellt doch tatsächlich die familiären Vorfahren von Nate vor vielen Jahren in eben bezogenem Domizil und hinterließen gleich mal einen gespenstisch düsteren Keller gefüllt mit altem Krempel. Stellen sich mir nur zwei Fragen: erstens, warum zum Teufel kaufe ich mir ernsthaft eine Immobilie mitsamt vermüllten Kellerräumen und zweitens, wenn ich schon Geld für eine Umzugsfirma ausgebe, die mir sogar die Bilder aufhängt, wieso lässt man das alte unbrauchbare Mobiliar nicht gleich mit abtransportieren? Die Indizien für eine unschöne und dem Grunde nach gruselige Vorgeschichte des Hauses verdichtet sich jedenfalls im weiteren Verlauf des Films Fertile Ground und die beiden Hauptdarsteller beginnen sich merklich zu verändern...
Obwohl Emily ärztlicherseits nach dem Verlust ihres Babys künftige Unfruchtbarkeit diagnostiziert wurde, geschieht ein Wunder: sie wird schwanger und soll sich aufgrund des erhöhten Risikos erneuter Komplikationen größtenteils schonen. Ein Umstand, der sie tatenlos gelangweilt mehr oder minder ans Bett fesselt, während ihr Partner Nate angesichts künstlerischer Muse und einer anstehenden Galerieeröffnung partout nicht mehr aus dem heimischen Atelier, eingerichtet in einem Nebengebäude (eine alte Scheune), zu bekommen ist. In ihrer beinahe unerträglichen Einsamkeit sucht Emily verstärkt Nate's Nähe, der immer abweisender und mitunter bedrohlich wirkt. Recherchen im Stadtarchiv ergeben, dass in diesem Haus nicht nur ein (Serien-)Mörder in der Vergangenheit sein Unwesen getrieben haben muss. Bald findet man den ersten Totenkopf im Garten und anstelle schnellstmöglich umzuziehen, beginnt das Paar selbst wahnsinnige Züge anzunehmen. Mehr Details möchte ich aber nicht verraten.
Fans des Genres und damit solcher Klassiker wie Poltergeist werden in Fertile Ground einen grundsoliden, aber auch nicht unbedingt herausragenden Horrorstreifen sehen. Das Ende wird mit fortschreitender Spieldauer immer vorhersehbarer und Regisseur Adam Gierasch schafft es leider nur in den seltensten Fällen, ein wirklich spannendes Schockmomentum aufzubauen, auch wenn er sich um bekannte Haunted House Elemente bemüht. Zu den gespielten Charakteren baut man diesmal wenigstens ansatzweise eine Bindung auf, auch wenn eine hysterisch-nervige Performance von Leisha Hailey das Gegengewicht zu einem ignoranten Gale Harold (den die Damenwelt übrigens aus der Serie Desperate Housewives kennen dürfte) darstellt. Insgesamt also durchschnittliche Horrorkost aus der After Dark Originals Serie.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Alexander Riede ist der Meinung... Ein altes Landhaus mit blutig düsterer Vorgeschichte. Ein junges Paar voller Hoffnungen auf einen ablenkenden Neuanfang nach einem familiären Schicksalsschlag. Die offensichtlich negative Veränderung der ansonsten sympathisch wirkenden Charaktere als zwangsläufige Entwicklung einer durchschnittlichen, weil im Genrebereich leider wenig eigenständigen Horrorgeschichte und ein vorhersehbarer Ausgang der Story von Fertile Ground. Das alles zusammen reicht leider noch nicht aus für ein unvergessliches Filmerlebnis, eine gute Abendunterhaltung bietet es aber alle Mal.
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