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Games - PC
Freitag, 18. November 2011 um 18:23 Uhr

Kaum Segen, dafür aber umso mehr Fluch.

gm-cursedcrusade

Review | Kritik | Bewertung
The Cursed Crusade (2011)

logo-gameworldBewertung: 2 von 6
Hersteller: dtp Entertainment AG
www.thecursedcrusade.com

Seit dem Erfolg der Assassin's Creed Reihe ist auch das Mittelalter mit seinen epischen Schlachten und heldenhaften Kreuzrittern salonfähig geworden im Videospielbereich. Da ist es kaum verwunderlich, dass auch andere auf den Zug aufspringen wollen, um ihren Zehnten einzutreiben. Das versucht nun auch The Cursed Crusade und landet dabei leider höchstens auf einem Bauernkarren. Das Kreuz bei The Cursed Crusade ist die schlampige Umsetzung. Das beginnt schon beim Tutorial, welches sich durch langes Palavern auszeichnet. Wie man spielt, scheint nur zweitrangig. Das wird aber auch nicht besser, als wir in die eigentliche Geschichte einsteigen...


Wir erfahren, dass der junge Adelige Denz de Bayle sich auf die Suche nach seinem verschollenem Vater begibt. Das tut er aber weniger aus Familienliebe, vielmehr macht ihm ein Fluch zu schaffen. Dieser sorgt dafür, dass er in eine Höllen ähnliche Parallelwelt verfrachtet wird und selbst zu einer dämonischen Figur mutiert. Als wäre das nicht schon schlimm genug, rückt ihm dabei auch noch Gevatter Tod auf den Pelz und will ihn verschleppen. Grund genug, den Erzeuger zur Rede zu stellen. Also schließt sich Denz einem Haufen Kreuzfahrer an und trifft auf Esteban Noviembre, der dasselbe Fluchproblem hat. Gemeinsamkeiten verbinden und man macht sich zusammen auf den Weg. Ein zwei Spieler Koop steht also zur Verfügung, macht die Sache aber auch nicht interessanter. Im Laufe des Abenteuers wird einem (oder beiden) schnell klar, dass der Fluch weiterverbreitet ist, als man denken mag. Aber nicht jeder Betroffene will sich davon befreien. Vielmehr gibt es Gestalten, die mit seiner Hilfe reich und mächtig werden wollen. 

game-cursedcrusadeWer jetzt denkt: „Klingt doch eigentlich nach einer guten Geschichte!“ wird schnell entmutigt. Erzählt wird das Ganze in langweiligen Szenen, die oft keinen Sinn machen und darüber hinaus viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Es kommt mitunter vor, dass die Cutscenes länger dauern, als das folgende Gemetzel. Und das ist mit 8 Stunden sowieso zu kurz. Hat man sich durch die Storyabschnitte gequält, kommt endlich das eigentliche Spiel. Hier ist neben dem Ambiente auch die Grafik mittelalterlich. Die Texturen sind unscharf und matschig, die Animationen steif, das Leveldesign schlauchförmig und zu allem Überfluss gibt es auch noch massig Grafikfehler. Die Kämpfe sind ein wenig anspruchsvoller. Mit allerlei Waffen drischt man auf alles ein, was sich bewegt. Da die Waffen schnell kaputt gehen, muss man sich immer wieder neue suchen. Das Finden und Ausrüsten ist dabei eine Kunst für sich. Als positiv ist zu vermerken, dass es eine ganze Reihe von Waffen gibt, die alle mit eigenen Stärken, Schwächen und Kombos aufwarten. Wer aber auf seine Buttons hämmert, wird wenig erreichen. Timing heißt das Zauberwort. Das bringt ein bisschen Abwechslung. Über 100 Kombos sollen möglich sein. Vermutlich ist das auch wahr, nur gebraucht werden sie nicht. Die Gegner sind es kaum wert, dass man sich so abmüht. Ein kurzer Sidestep oder ein Konter, danach ein paar Hiebe, ein paar brutale Finisher, das war es schon. Man wiederhole das Ganze ein paar mal, bis der Abschnitt von allem Übel bereinigt ist. Einzig die Finisher heben sich merklich ab. Neben Enthauptungen und anderen gut inszenierten  Standardmethoden des Meuchelns kann man seine Gegner auch exotischer in die andere Welt befördern, zum Beispiel indem man den Kopf in ein Feuer hält. Leider wird dem Spieler durch die schlechte Grafik auch dieses Höhepünktchen madig gemacht.

Das letztlich Interessanteste an The Cursed Crusade ist die Möglichkeit, in die Parallelwelt zu wechseln. Das kennt man schon aus Titeln wie Soul Reaver, wo die Welt in einen seltsamen grünlichen Schleier getaucht wird, sich die Umgebung verändert und neuartige Feinde warten. Auch Denz wechselt in eine andere Welt, die sich durch ein feuriges Rot, angekokelte Zombies und ein paar Geheimgänge auszeichnet. Clevere Rätsel wie Raziel muss Denz allerdings nicht lösen. Stattdessen erfreut er sich an seinem Dämonenstatus, der ihn schneller und stärker macht. Lustiges Gimmick. Wenn er zu lange in der Parallelwelt verweilt, geht im die Kraft aus und der Tod persönlich kommt vorbei, um ihn zu holen. Das macht einigermaßen Spaß und sieht auch nicht ganz so schlecht aus wie der Rest. Für eine Heiligsprechung ist es aber zu wenig.



redakteur-sven

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Sven Sauerhammer ist der Meinung...
Nicht nur der Held von The Cursed Crusade ist verflucht. Grafik, Leveldesign, KI,  in allem steckt der Teufel. Es ist ein schlechtes Zeugnis für ein Spiel, wenn der Gewaltgrad das einzige ist, das zu überzeugen weiß. Dementsprechend skeptisch war ich bereits vor dem Anspielen, als ich die Packungstexte gelesen habe. Alles kreist um die martialische Aufmachung. Das Spiel hält dann, was die Packung verspricht, aber mehr gibt es eben nicht. Die Assassin's Creed Reihe kommt mit weniger Gewalt aus und ist trotzdem um Welten besser.

 
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