Warum Verfolgungsjagden nicht zwangsläufig spannend sein müssen.

Review | Kritik | Bewertung Need for Speed: The Run (2011)
Bewertung: 3 von 6 Hersteller: Electronic Arts www.needforspeed.com
Der neueste Teil der mittlerweile doch sehr langen Liste an Need for Speed-Titeln beginnt mit einer guten und einer schlechten Nachricht für den Hauptcharakter des Storymodus Jack Rourke. Die gute Nachricht: Er befindet sich hinterm Steuer eines knallroten Porsches mit allerhand PS. Die schlechte Nachricht allerdings: seine Hände sind leider ans Lenkrad des Boliden gefesselt und dieser befindet sich auf dem direkten Weg in eine Schrottpresse. Für den Spieler gibt es an dieser Stelle nur eine richtige Option, denn es gilt sich mittels Quicktime Events aus der doch eher unangenehmen Situation zu befreien.
Als dies geschehen und Jack der Schrottpresse nahezu unversehrt entkommen ist, sprintet er zum nächstbesten Auto und versucht seine mordwilligen Verfolger abzuschütteln. Spätestens nach dieser höchst spektakulären Verfolgungsjagd à la Split Second steht fest: Wir haben ein Problem, welches sich nur mit reichlich Geld wieder gut machen lässt. Also zögern wir nicht lange, als eine rothaarige Dame unseren mies synchronisierten Protagonisten spontan ihre Hilfe anbietet: Ein Rennen von der West- zur Ostküste gewinnen und sie anschlißend an den stolzen 25 Millionen Dollar Preisgeld beteiligen. Eine Story, in der so viel Potenzial gesteckt hätte, welches Electonic Arts aus folgenden Gründen nicht ausgenutzt hat...
Zum einen ist die Fortbite Grafikengine, welche bei einem Titel wie Battlefield 3 gut funktionieren mag, meiner Meinung nach bei einer Rennspielsimulation einfach unangebracht. Die Fahrzeugmodelle sehen sogar im Vorgänger wesentlich realistischer und runder aus als in Need for Speed: The Run, wenn man mich fragt. Zum anderen präsentieren sich die Strecken – mit Abschnitten in Las Vegas, Gebirgen, Wüsten oder Chicago – zwar durchaus abwechslungsreich, die KI dagegen kann mit einem ideenlosen Fahrstil und dem altbekannten Gummibandeffekt nicht wirklich punkten. Auch die Fahrzeugauswahl hält sich in Grenzen. Zu Anfang lässt EA einem die Auswahl zwischen ca. 6 Fahrzeugen (u.a. BMW M3 oder Ford Mustang) welche sich später um etwas schärfere Kaliber der Marken Lamborghini oder Ferrari erweitert. Wechseln lassen sich diese während dem Rennen an den seltenen Tankstellen am Straßenrand. An den Kisten rumschrauben darf man allerdings zu meinem Bedauern wieder nicht. So ist das höchste aller Gefühle, wenn man die Farbe oder dass Kit des jeweiligen Autos auswählen darf. Leider laufen auch die Rennen selbst immer nach dem gleichen Schema ab.
Es gibt einen klassischen Rennmodus in dem man als Letzter startet und eine gewisse Anzahl an Plätzen gutmachen muss. Dann gibt es ein ebenfalls klassisches Rennen, in dem es in einer begrenzten Zeit von Checkpoint zu Checkpoint zu gelangen gilt sowie einen Kampfmodus, welcher einen Positionskampf gegen einen Rivalen beinhaltet. Hier und da mischt sich auch mal der eine oder andere Streifenwagen der Polizei unter die insgesamt 200 Konkurrenten oder selbige errichtet eine Straßensperre. So intensiv wie in Hot Pursuit fallen die Verfolgungsjagden allerdings bei weitem nicht aus. Nach gerade einmal 3 Stunden (!) waren die Staaten dann auch leider schon durchquert und der dürftige Storymodus von Need for Speed: The Run beendet. Dann bleiben dem Spieler für sein Geld nur noch ein Challengemodus und ein Multiplayer, welche beide weder umfangreich noch besonders motivierend daher kommen. Schade, ich hätte mir mehr erwartet.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Florian Czada ist der Meinung... Es ist nicht so, dass mir Need for Speed: The Run keinerlei Spielspaß geboten hätte, aber warum nicht ein Jahr mehr Zeit nehmen, um das Potenzial eines solchen Spieles komplett auszunutzen? Warum nicht ein wenig mehr an der Grafik, Gameplay und Story schrauben, um dann 2012 ein wieder würdiges Need for Speed auf den Markt zu bringen?. Es ist schon schade mit anzusehen, wie dieser „Jedes-Jahr-eine-Vorsetzung“-Trend langsam auch dem Ansehen eines so großen Namens wie Need for Speed zu schaden scheint.
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