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Montag, 28. November 2011 um 17:45 Uhr

Der Boygroup Nachwuchs schläft nicht...

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Review | Kritik | Bewertung
The Wanted - Battleground (2011)

Battleground (Deluxe Edition) - The WantedBewertung: 3,5 von 6
Studio: Global Talent Records
www.thewantedmusic.com

Es gibt einfach eine Zeit im Leben eines jeden vermeintlichen Jünglings, in der beispielsweise alte Harry Potter Poster ihren kindlichen Bezug verlieren und gegen reizvollere Bilderstrecken mit knapp bekleideten Profi-Wrestlerinnen, erstaunlich gut aussehenden Automechanikerinnen oder einfach offensichtlichen Topmodels ausgetauscht werden. Beim weiblichen Geschlecht wiederum mag sich dies anders verhalten, denn wer als eine von vielen vor Begeisterung bis zum Gehörsturz kreischenden Mädchen jeden Schritt ihrer geliebten Boygroup verfolgte, wird nicht zwangsläufig im Alter vernünftig und findet die Herren der Backstreet Boys, New Kids On The Block und wie sie auch alle heißen mögen dank weit verbreitetem Vaterkomplex vielleicht sogar grau meliert noch ganz nett...


Ein Abklingen des Phänomens mit seiner Blütezeit in den Neunziger Jahren heißt allerdings noch lange nicht, dass der Boygroup Nachwuchs es nicht versuchen würde, das Erbe der Unterhaltung einer neuen Generation anzutreten. Besonders im musikalischen Geltungsbereich des Vereinigten Königreichs findet man dankbare Abnehmer, weshalb auch die neue Single Glad You Came der britischen Bandformation The Wanted nach Veröffentlichung prompt die Chartspitze eroberte. Das dazugehörige zweite Studioalbum Battleground wurde teilweise in London mit Steve Mac, sowie zusammen mit Diane Warren in Los Angeles aufgenommen und ist in seiner Aufmachung abseits von klischeehaft vermuteten Weichspüler-Popballaden an zahlreichen Stellen sehr Dance- bzw. Electrolastig ausgefallen.

act-thewantedBöse Zungen in Kollegenkreisen mögen trotzdem behaupten, The Wanted „würde es an Ecken und Kanten fehlen“, was durchaus stimmt, aber nicht per se einen gravierenden Kritikpunkt darstellt, denn der Zielgruppe wird es kaum auffallen. Wer Songs wie das catchy Liebesbekenntnis Lightning einfach nur hört und gar nicht zu sehr auf die relativ banalen Textpassagen achtet, wird zunächst einmal begeistert sein. Wie schnell bei allem gefühlten Glück die schmerzende Ohrfeige des Lebens folgen kann, zeigt aber dann Warzone. Was die Herren Jay McGuiness, Siva Kaneswaran, Tom Parker, Nathan Sykes und Max George quasi perfekt verstehen, ist der dramatische Moment vor allem in den Refrains ihrer durchweg emotionalen Tracks. Last To Know ist hier als Belegexemplar zu verstehen: „I'll understand you / just give me a chance to / love you more than you'll ever know / even if it means I gotta let you go.“ Da werden wieder einige Frauenherzen nur so dahinschmelzen... Auch wenn The Wanted vor euphorischem Enthusiasmus wie eine Rakete in die Luft steigen könnten, wollen sie mit Battleground doch vor allem eines erreichen: allen Skeptikern der Branche beweisen, dass sie mehr zu leisten im Stande sind, als man von der nächstbesten wild zusammengecasteten Boyband erwartet hätte.

Mal abgesehen von einem grob fahrlässigen Dancepop-Ausrutscher wie das munter vor sich hin piepende The Weekend-Desaster, das in seiner Peinlichkeit glatt ein wenig an alte S Club 7 Zeiten erinnert, fällt dieses Album im Großen und Ganzen eigentlich recht passabel aus und sollte sich zumindest in den UK Charts recht wacker schlagen, dürfte aber hierzulande eine angenehme Randerscheinung bleiben, dessen Erfolg ganz davon abhängt, wie viel Kohle das eigene Management in die Vermarktung stecken möchte. Nach gerade einmal knapp 40 Minuten Spielzeit wird die Action auf dem Battleground wieder eingestellt und bei allen schönen Momenten, die einen für immer als deren goldene im Gedächtnis hängen bleiben würden, gerät das aktuelle Werk von The Wanted zu meinem persönlichen Bedauern leider viel zu schnell wieder in Vergessenheit.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Vor allem die ersten beiden Tracks Glad You Came und Lightning sind eigentlich Garanten für den ein oder anderen Chart Entry, was aber auf dem restlichen Programm des zweiten Studioalbums Battleground folgt, ist größtenteils austauschbar und zu vernachlässigen. Man darf gespannt sein, ob sich eine weitere Promo-Tour durch Deutschland für die britische Boygroup The Wanted auszahlt und man in Sachen Fanbase erfolgreich auf Stimmenfang gehen kann. Sympathisch genug wirken die Jungs jedenfalls, also drücken wir ihnen die Daumen.

 
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