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Movies - Kino
Dienstag, 29. November 2011 um 15:47 Uhr

If you don’t drive fast, you don’t drive at all.

kino-drive

Review | Kritik | Bewertung
Drive (2011)

logo-lovefilmBewertung: 5,5 von 6
Studio: Universum Film
www.universumfilm.de

Jene Filme, die von Experten in Cannes über die Maßen gelobt werden, waren für das Kinopublikum eigentlich immer mit reichlich Spannung zu erwarten. Oft genug ist es jedoch schon passiert, dass ein solcher Film – ganz gleich wie ausgefeilt und brillant er auch sein mag - der breiten Masse nicht sofort zugänglich ist und an den Kinokassen eher floppt. Denn meistens bieten Kunstfilme keine gute Abendunterhaltung und eignen sich nicht zwangsläufig als Blockbuster, sondern sind meistens anstrengend anzuschauen und schwer zu verdauen.


Das Konzept von Drive wirkt diesem Phänomen zumindest auf dem Papier sehr gut entgegen. Actionreich und spannend präsentiert sich vorab der Trailer, es geht um schnelle Autos, jede Menge Geld und natürlich um Liebe. Dem Skeptiker fällt dabei sofort auf, dass dieser Film in eines der Muster nicht wirklich hinein passen kann – überraschender Cannes-Sieger oder rasanter Actionfilm mit Verfolgungsjagden. Und doch gelang es dem Regisseur Nicolas Winding Refn in seinem neuesten Film diese beiden Extreme geschickt zu vereinen. Hauptfigur Driver (Ryan Gosling) ist ein unscheinbarer Mann, tagsüber arbeitet er in einer Autowerkstatt und doubelt Hollywoodstars bei Autostunts. Nachts jedoch fährt er Fluchtwagen bei bewaffneten Raubüberfällen – und damit fährt er gut.

movie-driveDoch seine gelassene und kühle Fassade bröckelt, als er seine neue Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und deren Sohn trifft und sich prompt in sie verliebt. Als Irenes Mann Standard (Oscar Isaac) vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, bringt er die Familie in Gefahr. Er schuldet einem Mann namens Cook (James Biberi) Schutzgelder und wird, da er diese nicht zahlen kann, vor den Augen seines Sohnes zusammengeschlagen. Da beschließt Driver kurzerhand, Standard in dessen auswegloser Notsituation zu helfen, eine Pfandleihe auszurauben. Ein simples und sicheres Ding – bis Standard auf der Flucht erschossen wird und Driver sich auf einmal mitten in einer Adrenalin geladenen Hetzjagd auf dem Highway wiederfindet – mit einer Million Dollar in den Taschen, viel mehr als ursprünglich erwartet. Schnell stellt sich heraus, dass Cook ihn absichtlich hintergehen wollte und Driver stellt ihn in seinem Stripclub zur Rede. Dass hinter Cook aber noch weit größere und gefährlichere Männer stehen und die ausgeraubte Pfandleihe eigentlich der Mafia gehört, konnte ja niemand ahnen...

Eine spannende Treibjagd auf Leben und Tod beginnt, denn jeder will das erbeutete Geld und natürlich alle anderen Beteiligten aus dem Weg schaffen. Ein Actionfilm, wie er im Buche steht, ein Meisterwerk des Kunstfilms und eine Story, die bis zum Ende alles offen lässt. Drive überzeugt auf der ganzen Linie. Der ersten, sehr ruhigen und vor allem durch das Spiel mit Lichteffekte geprägten halben Stunde des Films folgt ein rasant-explosives Fest für Augen und Nerven gleichermaßen. Ryan Gosling überzeugt als wortkarger Antiheld, der trotz seiner anscheinenden Gleichgültigkeit für alles und jeden, sein Leben für die Menschen, die ihm wirklich wichtig sind, auf's Spiel setzt.



redakteur-irmi

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Irmi Schäffl ist der Meinung...
Fans vieler Worte werden hier nicht auf ihre Kosten kommen, denn Drive lebt nicht vom Reden, sondern vom Handeln. Die FSK wird voraussichtlich auf 18 fallen, und so seien sanfte Gemüter vorgewarnt: Gewalt wird, auch wenn man nie das Gefühl hat, dass sie nur zum Aufpeppen des Filmes gereicht, sehr detailliert und auf erfinderische Arten gezeigt. Wer also Angst vor extrem wütenden Männern in Verbindung mit Hammern und Pistolenkugeln hat, der sollte diesem Film besser fernbleiben. Alle anderen: unbedingt anschauen.

 
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