Metal - Hardcore
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Music - Metal - Hardcore
Dienstag, 29. November 2011 um 16:41 Uhr

Wenn stählerne Miezen mächtig miauen.

cd-steelpanther

Review | Kritik | Bewertung
Steel Panther - Balls Out (2011)

Balls Out - Steel PantherBewertung: 6 von 6
Label: Universal
www.steelpantherrocks.com

Wenn man der Biographie von Steel Panther auf der bandeigenen Homepage Glauben schenkt (was tunlichst vermieden werden sollte), dann treiben die vier kalifornischen Adonisse schon seit 1988 ihr Unwesen auf den Bühnen der amerikanischen Westküste und in den Betten zahlloser Groupies und deren weiblicher Anverwandter und entfernter Bekannter. Tatsächlich formierte sich unter dem Namen Metal Shop aber im Jahr 2000 diese Formation hochgradig unterhaltsamer Spaßrocker, um sich wenig später in Metal Skool, Danger Kitty und schließlich Steel Panther umzubenennen.


Genau diese Ära des Glam Metal, der überschminkten Spandexhosenträger und misogynen Whiskey-and-Bitches-Texte ist es aber, die Steel Panther auf ihrem mittlerweile dritten Album Balls Out so gnadenlos wie unterhaltsam parodieren. Wo in den Achtzigern Motley Crüe, Poison und W.A.S.P. die Charts und Konzerthallten mit ihren flachen, aber sehr radiotauglichen Songs über die Vorzüge des Rockstar-Daseins beherrschten, treibt Balls Out diese Attitüde auf ungeahnte Spitzen und punktet nicht nur mit wundervoll ironischen Texten, sondern erweist sich zudem als mehr als fetziges Hardrock-Album. Nach dem leider etwas aufgesetzt wirkenden Intro macht der Folgetrack Supersonic Sex Machine sehr schnell klar, wohin die Reise inhaltlich wie musikalisch gehen wird.

act-steelpantherFlotte, leicht groovende Riffs, stark an Bret Michaels erinnernde (oft gedoubelte) Vocals, ein paar dezente Synthies und eine Geschichte über einen hochentwickelten Sexroboter aus der Zukunft, et voilá – die Formel für ein Album voller Kurzweil und augenzwinkernder Selbstbeweihräucherung ist gesetzt. Erklärt einem das anschließende Just Like Tiger Woods noch die Geheimnisse erfolgreichen Golf- und Liebesspiels, sollte spätestens im folgenden 17 Girls In A Row dem letzten zufälligen Hörer dämmern, dass hier nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen ist. Wer bei I Like Drugs schließlich die Heldengeschichten vom Rockstarleben immer noch für bare Münze nimmt, der sollte vielleicht einfach nur die knackigen Soli genießen und den Kopf beim Hören ausschalten. Große thematische Vielfalt bietet Balls Out nämlich nicht – da ist es auch nur konsequent, wenn die beiden Balladen des Albums größtenteils von Analsex handeln.

Persönliche Highlights sind das wohlig an Wayne’s World erinnernde Tomorrow Night, in der das lyrische Ich von einer Party am nächsten Abend schwärmt ("Ponies and clowns / will be walking around / naked people having sex all over the place // Britney Spears is making out with Christopher Walken / in the backyard Iron Maiden is rocking."), und das zum Abschluss noch einmal kräftig rockende Let Me Cum In, in dem über den Abgabeort der mächtigen Rockstarspermien verhandelt wird. Eine rühmliche Erwähnung zu Ende noch für It Won’t Suck Itself – und zwar allein für den Titel. 



redakteur-andreas

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Andreas Ljubisic ist der Meinung...
Verdammt, ich könnte die ganze Review nur mit dem Zitieren von Textstellen verbringen. Selten hatte ich beim Hören eines Albums durchgehend solchen Spaß mit den gnadenlos überzogenen Lyrics und der hochgradig selbstironischen Attitüde der Band. Zweifellos wird der explizite, fast durchgehend sexuelle Inhalt der Texte nicht jedermanns Geschmack treffen, an anderen mag die Ironie von Steel Panther völlig vorbeigehen, sodass sie bei der nächsten Diskriminierungsklage in den Nachrichten ohne jedes Augenzwinkern ein fröhliches That’s What Girls Are For in die Runde werfen. Aber wer entgegen des momentanen Trends der sinnlosen Blödelspoofs eine intelligente Genreparodie hinlegt, geht nunmal immer das Risiko ein, missverstanden zu werden. Den kolossalen Spaß an diesem Album sollte man sich dadurch keinesfalls nehmen lassen – dazu fetzt es einfach viel zu sehr.

 
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