Groß, gigantisch, Skyrim.

Review | Kritik | Bewertung The Elder Scrolls V: Skyrim (2011)
Bewertung: 5,5 von 6 Hersteller: Bethesda Softworks www.elderscrolls.com
Nun ist er also da. Der lang erwartete Nachfolger des erfolgreichen Rollenspielkrachers Oblivian. Es ist schier unglaublich, mit wie viel Leidenschaft und Liebe zum Detail die Entwickler an The Elder Scrolls V: Skyrim herangegangen sind. So präsentiert sich die Karte des Rollenspiels so unglaublich gigantisch, dass mich persönlich selbst nach 30 Spielstunden und mehr immer noch dass eine oder andere „Wow!-Erlebnis überkommt. Hohe Berge, tiefe Täler, saftige Wiesen, reißende Flüsse, beeindruckende Wasserfälle, karge Wüsten, grüne Wälder, dunkle Höhlen… es scheint fast so, als ob die Örtlichkeiten von Himmelsrand nahezu alle Vegetationen abdeckt.
Doch eins nach dem anderen. Das Spiel beginnt auf einer Kutsche, auf der wir uns zusammen mit anderen Gefangenen auf dem Weg zu einer Hinrichtungsstätte befinden. Dort angekommen dürfen wir unserem Todgeweihten Protagonisten noch einen Namen, eine Rasse und sein Aussehen spendieren. Danach wendet sich das Blatt aber überraschend, denn ein gigantischer Drache erscheint und zerlegt kurzerhand die halbe Festung. Gemeinsam mit den anderen Gefangenen gelingt uns die Flucht in letzter Sekunde. Bereits in diesem Stadium des Spiels gilt es sich zu überlegen, in welche Richtung man seinen Helden skillen möchte. Erstelle ich mir einen Magier, der bei Gefahr Feuerbälle auf sein Gegenüber regnen lässt, bin ich eher ein schleichender Bogenschütze der bevorzugt aus dem Hinterhalt agiert oder entscheide ich mich letztlich für den gut gebauten Krieger, der alle seine Probleme mit roher Gewalt löst?
Schwere Entscheidung, denn man kann seinen Charakter nur in einem der genannten Vorgehensweisen skillen, wenn man sie auch aktiv ausübt. Die Story von The Elder Scrolls V: Skyrim läuft dann in verschiedenen Quests ab, welchen man stur folgt oder man gibt sich der Flut an Nebenaufgaben hin, die bei Skyrim nun wirklich an jeder Ecke der Karte lauern. Mal gilt es einen Mammutstoßzahn zu beschaffen, mal einen verlorenen Sohn wiederzufinden. Auch beim Gegnerdesign mangelt es den Entwicklern von Bethesda Softworks nicht an Kreativität. Von fiesen Ratten über gewaltige Mammuts oder nicht minder gefährliche Riesen, normalen Soldaten oder nicht zu vergessen feuerspeiende Drachen (Anm. der Redaktion: um die Auferstehung dieser von den Toten handelt es sich übrigens auch in der Haupthandlung des Spiels) als endgültiges Übel. Das Kampfsystem in Skyrim hingegen funktioniert als leichter Kritikpunkt - aufgrund mangelnden Schaden-Feedbacks der Gegner - im Nahkampf eher schlecht als recht. Beim Fernkampf mit Pfeil und Bogen sieht das schon wesentlich besser aus. So bleiben verschossene Pfeile beispielsweise im Gegner stecken, wodurch man diese nach Ableben des Gegenübers sogar wieder an sich nehmen kann.
Ich für meinen Teil kann mich nicht entsinnen, wann ich zuletzt ein Rollenspiel mit einer derart dichten und Gänsehaut liefernden Atmosphäre gespielt hätte wie The Elder Scrolls V: Skyrim. Musik, Landschaft, Himmel, Quests. Alles wirkt so schlüssig, logisch ineinandergreifend und rund, dass ich mich immer wieder gerne über Stunden in die Welt von Skyrim fallen lasse. Es ist ferner selbstverständlich, dass der gewaltige Umfang den dieses Spiel mit sich bringt, eine ebenso große Angriffsfläche für teils sehr kuriose Bugs bietet. Doch reißen einen diese angenehmerweise nie wirklich aus dem Spielfluss. Eine weitere Empfehlung für Neulinge in Himmelsrand ist das für ca. 25 Euro Aufpreis zwar nicht gerade billige, dafür aber sehr umfangreiche und mindestens genauso Detailverliebte Lösungsbuch, was einem vor allem bei besonders kniffligen Quests sehr gut weiterhilft.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Florian Czada ist der Meinung... Das Open-World Fantasy-Rollenspiel The Elder Scrolls V: Skyrim lässt die Herzen der Genrefans höher schlagen. So groß, so gigantisch, so abwechslungsreich und atmosphärisch zugleich. Ich ertappte mich selbst oft genug dabei, wie ich zwei, drei Stunden relativ ziellos in der Gegend umhersteuerte, nur um die unglaublichen Weiten zu entdecken und den Sternenhimmel mit Nordlichtern zu bewundert. Einfach grandios und in jedem Fall weiterzuempfehlen.
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