Magische Langeweile mit der Kinect.

Review | Kritik | Bewertung Raving Rabbids - Alive & Kicking (2011)
Bewertung: 3 von 6 Hersteller: Ubisoft www.rabbids.de.ubi.com
Irgendwo zwischen origineller Idee und stumpfsinniger Massenware, zwischen Unterhaltung und Langeweile, zwischen putzigen Weggefährten und nervtötendem Kreischern hausen die Raving Rabbids. Einst als Nebencharaktere etabliert, haben sie sich inzwischen zu den heimlichen Stars des Casual Gaming entwickelt. Neben allerlei Wii Auftritten muss man sie jetzt auch auf der Xbox 360 bekämpfen. Und das macht man mit Hilfe des Kinect-Sensors. Dieser wird in 40 Minispielen sogar sehr ausführlich genutzt.
Dabei kann man bereits vorwegnehmen, dass der Sensor ausgezeichnet funktioniert. Die Minispiele hinterlassen jedoch bestenfalls gemischte Gefühle, wenn ich ehrlich sein soll. Ein paar davon sind durchaus lustig und originell, andere aber eher altbacken geraten. Der Casual-Game-Sektor ist sicher kein Bereich, auf dem sich Neues allzu leicht etabliert. Spieler, die nur gelegentlich spielen, wollen sich schnell in ein Spiel einfinden und auf Partys soll es auch schnell zur Sache gehen. Da bleibt spielerischer Tiefgang natürlich auf der Strecke. So auch bei Raving Rabbids - Alive & Kicking. Die meisten der kleinen Spielchen sind schon in der ein oder anderen Form da gewesen.
Leider wird zudem eine schnelle Einarbeitung oft erschwert, weil es keine ordentliche Einweisung gibt. So herrscht oft schon vor Beginn des Spieles einiges an Frust. Hat man diese Anfangshürde überwunden, wird man mit einem typischen Vertreter dieses merkwürdigen Häschenuniversums beglückt. Meistens sind die Kaninchen jene Gegner, die bekämpft werden müssen. Dabei liegen die Verluste klar auf deren Seite. Sie werden verprügelt, getreten und zerstampft. Mitleid kommt dabei nicht wirklich auf. Immerhin sind die Nager rotzfrech, wenn man mal daneben langt. Umso schöner ist es, wenn man sie beim zweiten Versuch durch den Raum befördert. Die grafische Darstellung ist dabei nicht überwältigend, die Comic-hafte Überzeichnung entlockt einem aber bei den diversen Hasenjagden immer wieder ein Schmunzeln.
Die wirklich guten Spiele der neuen Rabbids Episode sind wie immer ausgerechnet diejenigen, die einem einen echt peinlichen Auftritt aufzwingen. „Posing am Strand“ zum Beispiel. Hier werden gegen einen anderen Spieler diverse Posen von Bodybuildern nachgeahmt. Verrenkungen und beschämende Stellungen inklusive. Ein weiteres Highlight ist „Guitar Zero“. Statt einer Plastiknachahmung einer Gitarre spielt man hier gleich komplett Freiluft. Das ist ein echter Partykracher, nicht zuletzt, weil es so ausgezeichnet funktioniert. Aber mal abgesehen von ein paar Perlen sind die meisten Minispiele eher langweilig und können es bei einer richtigen Party nicht mit einer Flasche Wodka aufnehmen. Spielt man Raving Rabbids - Alive & Kicking tatsächlich mal alleine, werden die oft langweiligen Spielkonzepte sogar noch deutlicher. Nur mit einer Handvoll Mitspieler bekommt der Käufer des Games für sein Geld etwas geboten.
Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung
Sven Sauerhammer ist der Meinung... Natürlich habe ich gewisse Sympathien für die kreischenden Langohren. Wer nicht?! Ihr Verhalten lädt einen Spieler immer wieder dazu ein, ihnen weh zu tun und sich an den lustigen Grimassen zu erfreuen. Eine gute Gelegenheit seinen inneren Sadisten mal rauszulassen. Leider ist das im Großen und Ganzen das einzig positive Merkmal von Raving Rabbids - Alive & Kicking. Es gibt zwar ein paar gute Einzelspiele, aber die sind naturgemäß kurz und können die Lücke nicht füllen, welche die langweilige Mehrheit reißt. Damit hätten wir also einen typischen Vertreter der Casual Games-Zunft. Mehr leider nicht.
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